027 Magie was ein Logiker denkt

Nachdem bereits ein Leser und ein Autor von mir befragt worden sind, habe ich dieses mal ein Interview mit einem guten Freund gemacht, der bisher sehr wenig mit Fantasy am Hut hat. Er liest zwar selbst sehr viel, aber meistens Fachliteratur und ist auch sonst ein sehr rationaler und logisch denkender Mensch. Gerade für mich als Autor war das Interview sehr interessant und spannend, da ich einige Denkanstöße von einer ganz anderen Position aus bekommen habe. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Christian Münzinger: Hallo Logiker. Zum Einstieg würde ich gerne wissen, in welcher Form du mit Fantasy bisher in Kontakt gekommen bist?
Logiker: Bisher eigentlich nur mit Herr der Ringe und Star Wars, da man mir erklärt hat, dass das auch Fantasy sei, allerdings nur in Form von Filmen.

Ich weiß, du liest auch gerne. Was für Bücher?
Ja, sehr viele Fachbücher insbesondere im Bereich Psychologie, Rhetorik, Managementlehre,… Fantasy habe ich bisher noch nicht gelesen.

Kommen wir dennoch zu Fantasy. In vielen Fantasywerken nimmt Magie eine wichtige Rolle ein. Für wie wichtig erachtest du dies?
Sehr wichtig. Weil es ein Momentum des nicht greifbaren und letztendlich nicht vollständig kontrollierbaren (ähnlich wie Zufall) ins Geschehen hineinbringt.

Braucht Fantasy überhaupt Magie?
Ja, weil, das bereits bei der vorhergehenden Frage genannte jedes Buch benötigt, egal ob Fantasy oder keine Fantasy. Diese Element, egal wie es bezeichnet wird, braucht jede Geschichte um fesselnd und faszinierend zu sein.

Magie hat oftmals eine Beschränkung in ihrer Anwendbarkeit. Ist das für dich sinnvoll und logisch?
Ja, als Mensch ist man ja so gestrickt, dass man die Dinge beeinflussen kann und Schicksal spielen will. Damit bedarf es dieser Möglichkeit sich diese Macht zu nutze zu machen, sie darf aber nicht übermächtig werden.

Sollte Magie nur einem beschränkten Kreis an Bewohnern der Fantasywelt zur Verfügung stehen oder prinzipiell jedem?
…Marktwirtschaft! In der Marktwirtschaft würde es nicht funktionieren, wenn es jedem zugänglich wäre. Das hat sich ja auch in der Geschichte zwischen Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft (VWL) gezeigt. Somit sollte es eine begrenzte Macht sein, die je begrenzter sie ist, an Stärke gewinnt.

Muss der Protagonist selbst in der Lage sein Magie zu wirken?
Ja, sonst wäre er für mich nicht der Hauptdarsteller. Wenn ich aber so nachdenke, sollte der Protagonist auf jeden Fall Zugang dazu haben, wenigstens über einen Mentor oder Weggefährten.

Sollte Magie in einem Werk einheitlich sein oder eine Unterteilung vorgenommen werden?
Für einen Menschen ist es stets einfacher ein Unterteilungssystem zu haben, so wird man für Leser, das sind ja auch Menschen, nicht darum rum kommen eine Unterteilung vorzunehmen, damit es nicht zu komplex und verwirrend wird.

Magie wird häufig auch mit Gestaltenwandlern verbunden, was hältst du davon?
Viel, weil das eine besondere Eigenschaft ist, die das interessant macht und das Besondere wieder hineinbringt. So könnte sich ein Magier vor einem nicht magischen Wesen „tarnen“. Das hat definitiv Potential.

Wenn du einen Wunsch hättest für die Entwicklung eines Magiesystems für eine neue Welt, was würdest du dir wünschen?
Was ich mir jetzt am ehesten Vorstellen kann, wäre eine Magie ähnlich wie bei Star Wars die “Macht”… Gegenständen fliegen lassen, Energieblitze schießen, Menschen beeinflussen. Zudem ist es sehr wichtig, das Spannungsfeld zwischen Gut und Böse zu haben, doch die Übergänge dürfen verschwommen, fließend sein.

Ist die Vorstellung, Magie zu besitzen, für dich reizvoll?
Letztendlich ist es ja für jeden Menschen eine schöne Vorstellung etwas Besonderes zu besitzen, ohne überheblich zu sein. In jedem Menschen steckt ja schon etwas Besonderes und das würde ich als Magie bezeichnen.

Was ist für dich der größte Fehler den man bei Magie als Autor machen kann?
Definitiv, wenn das Konstrukt in der Welt nicht mehr nachvollziehbar ist. In Summe muss das ganze logisch, in sich stimmig sein. Und ganz wichtig, es darf nicht ins lächerlich abdriften, weil es dann für mich sinnlos wäre zu lesen.

Hat das Interview deine Sichtweise zum Thema Magie geändert?
Ja, vor allem weil ich durch dieses Interview darauf gekommen bin, dass ich schon das ein oder andere Werk mit Magie gelesen habe.

025 Magie was ein Autor denkt

Letzte Woche habe ich einen Leser zum Thema Magie interviewt. Diese Woche möchte ich das Thema aus den Augen eines Autoren beleuchten. Damit die Parallelen und Unterschiede zwischen der Ansicht eines Lesers und der eines Autors besser erkennbar sind, mache ich auch dies in Form eines Interviews. Ich freue mich sehr, dass mein geschätzter Kollege Christian Franz Josef Vollmer sich die Zeit genommen hat meine Fragen zu beantworten. Vielen Dank Christian!

Christian Münzinger: Hallo Christian. Zum Einstieg würde ich gerne wissen, in welcher Form du mit Fantasy bisher in Kontakt gekommen bist?
Christian F. J. Vollmer: Kontakt erhielt ich mehr oder weniger durch meine Frau! Bevor ich sie kannte, war dies alles schnöder Mumpitz und ich fand es albern. Dann verlor ich eine Wette und musste Harry Potter lesen… Als Jugendlicher habe ich den Herrn der Ringe gelesen, aber da war ich so 14 oder 15 Jahre alt, aber das war nicht unbedingt der Durchbruch. Der Harry war es. Dann wieder Herr der Ringe, Eragon und die ganz seichte High-Fantasy-Literatur. Inzwischen habe ich eine eigenständige Welt entwickelt!

Du liest also auch gerne ein Buch. Wie viele Fantasybücher hast du denn schon in etwa gelesen und welche Untergenres gefallen dir?
Ich arbeite noch viele Klassiker durch. Narnia steht zum Beispiel noch aus, und hoffe eigentlich jedes Mal, wenn ich meinen Kleiderschrank öffne, dass ich diese Welt betreten kann, damit ich es nicht lesen muss, weil noch so viele andere Bücher auf mich warten. Aber jetzt mal im Ernst. Es sind nicht so viele: Die Potter-Reihe, fast alles von Tolkien und diese Bücher dann mehrmals, glaube inzwischen dreimal das Silmarillon, den Hobbit und Herr der Ringe kann ich nicht mehr zählen. Aber auch die neue Generation von Fantasyautoren spricht mich an. Rothfuss, Brett, Hennen, wobei ich mich momentan umorientiere und mich mehr den deutschen nicht ganz so bekannten Fantasyautoren zuwende, da gibt es viele tolle Autoren. Kurz gesagt: Es müssten so um die 25-30 Bücher sein. Wie man an den Auotern erkennt: High-Fantasy und Urban-Fantasy, wobei man mich mit Gayromance und Fantaramonce oder wie das alles heißt jagen kann. Liebe ist schön und gut, aber zu viel….

Du schreibst ja auch selber Fantasy. Welches Untergenre und warum?
Regulär schreibe ich momentan an einem High-Fantasy-Roman. Ich glaube, das gibt mir die meisten Freiheiten und ich kann meine Welt so gestalten, wie ich es für richtig halte. Ich kann Wesen erschaffen und aussterben lassen, Völker erstehen lassen und sie vernichten. Ich bin so eine Art Gott, der auf seiner Welt tun  und lassen kann was er will. Das gibt einem das Gefühl von Macht. Wichtig dabei ist, dass es logisch und nachvollziehbar ist. Wobei mein Gott sehr fehlbar ist und eher der Mythologie der griechisch-römischen Götter nahe kommt. Momentan aber schreibe ich glaube ich an einem Urban-Fantasy-Roman mit Ansätzen der Satire, etwas seichtes und lustiges. Ich versuche mich gerade daran, nicht alles im Leben so ernst zu nehmen. Ich hoffe bis Ende der Sommerferien in Niedersachsen das Ding fertig zu haben. Bisher schreibt es sich von alleine. Sonst bleibt es bei den vielen Geschichten in meiner Welt

In vielen Fantasywerken nimmt Magie eine wichtige Rolle ein. Wie wichtig ist es für dich, dass Magie in einem Werk seinen Platz hat?
Magie! Zu viel ist schlecht, gar keine kann langweilig wirken. Es muss ein ausgewogenes System geben. Nicht jeder sollte Magie beherrschen können und am besten, man muss es erlernen, wenn man die Fähigkeit hat. Natürlich darf es nicht soweit gehen, dass Magie ganze Heere vernichten kann, sondern es muss schon Grenzen geben. So sollte ein Ritter schon die Chance haben einen Zauberer im Zweikampf zu besiegen. Wie gesagt es kommt auf die Ausgewogenheit an. Bei Eragon finde ich es am Ende dann doch zu heftig. Dafür bei Patrick Rothfuss mehr als nur gelungen. eine ganz neue Art der Magie. Für mich bisher das beste Magiesystem der letzten Jahrzehnte.

Braucht Fantasy überhaupt Magie?
Nicht unbedingt, bei Buchland von Markus Walte(Urban-Fantasy) ist es jedenfalls nicht von Nöten und es ist ein tolles Buch und bei Veronika Serwotka ist auch keine Magie vorhanden und da ist die Geschichte auch sehr gelungen. Ich glaube es kommt auf den Gegenspieler an. Ist er zu übermächtig, so dass man nicht glauben kann, dass es ohne Magie geht, sollte Magie vorhanden sein. Magie kann eine Geschichte killen oder ist halt das Salz in der Suppe, das die Suppe erst schmackhaft macht. Bei Herr der Ringe ist die Magie wichtig, sonst käme Gandalf nicht zurück und ohne Gandalf funktioniert die Vernichtung des Rings nicht. Wobei der Hexenmeister von Angmar nicht durch Magie getötet wird. Magie funktioniert dann, wenn sie durchdacht ist, sonst ist Magie auch in der Fantasy überbewertet!

Wenn du einen Wunsch hättest für die Entwicklung eines Magiesystems für eine neue Welt, was würdest du dir wünschen?
Puh! Sie muss erklärbar sein. Hier ist ganz wichtig, dass man nicht sagt, sie ist halt da!  Sondern es muss nachvollziehbar sein. Bei mir kommt die Magie auf die Welt, weil eine Art Gott sich mit einem Menschen gepaart hat und so die Magie in dem Kind mit gebunden wird.Hierbei ist die Magie natürlich nicht mit dem Gott gleichzusetzen. Wichtig ist egal wie, die Magie muss logisch sein. Ist sie unglaubwürdig, dann ist selbst die tollste Geschichte für mich nicht lesenswert.

Wie siehst du Magie beruhend auf den Elementen, wenn man die klassischen vier Elemente vielleicht auch noch weiter aufbricht in mehrere Teilelemente oder Rohstoffe?
Coole Idee!

Magie wird häufig auch mit Gestaltenwandlern verbunden, was hältst du davon?
Wie Frau McGonagall aus Harry Potter! An sich immer eine schöne und oft verwendete Idee. Muss nicht, aber kann. Wie gesagt kommt auf die Geschichte an, glaube aber wenn es durchdacht ist, kann es ein Buch beleben. Stelle mir gerade einen Assassinen vor. Attentat ausüben durch Magie, dann als Falke ungesehen davon fliegen. Hey und wieder eine Idee!

Magie hat oftmals eine Beschränkung in ihrer Anwendbarkeit. Ist das für dich sinnvoll und logisch?
Kommt auf die Geschichte an und was damit bezweckt wird. Bei mir ermüden die magischen Wesen und werden hungrig, damit sie ihre Magie nicht endlos benutzen können und auch Schwachpunkte haben. Somit immer eine sinnvoll Ergänzung zu Magie!

Sollte Magie nur einem beschränkten Kreis an Bewohnern der Fantasywelt zur verfügung stehen oder prinzipiell jedem?
Kommt auf die Geschichte an! Da sollte man sich nicht festlegen!

Muss der Protagonist selbst in der Lage sein Magie zu wirken?
Nö! Also kommt auf die Geschichte an. Wenn man den Gegenspieler nur mit Magie töten kann, sollte es der Protagonist schon können.

Und zum Schluss: Was war der bisher schlimmste Fall von Magie, dem du begegnet bist?
Eragon! So sehr ich die Geschichte um den Drachen geliebt habe, aber was mit der Magie dort getrieben wurde, war schon fest unsittlich. Am Ende ging es nur noch darum! Alles andere rückte in den Hintergrund. Dabei muss ich sagen, dass mir der erste und der zweite Band am besten gefallen hat. Manchmal ist weniger mehr! Aber wie gesagt, das sagt einer, der labbern kann wie ein Wasserfall! Alles Geschmacksache!

024 Magie was ein Leser denkt

Vor einiger Zeit habe ich das Thema Magie schon einmal bei meiner kleinen Serie zum Weltenbau angeschnitten. Da Magie ein durchaus interessantes, weites und vor allem für High Fantasy wichtiges Feld ist, werde ich nun genauer auf die Magie eingehen. Zum Einstieg in das Thema, möchte ich einen anderen Weg gehen. Mein jüngerer Bruder Sebastian hat sich bereit erklärt mir aus Sicht des Lesers (und Zuschauers) von Fantasy ein paar Fragen zum Thema Magie zu beantworten. Im Vorfeld schon mal vielen Dank für deine Zeit und die Antworten!

Christian: Hallo Sebastian. Zum Einstieg würde ich gerne wissen, in welcher Form du mit Fantasy bisher in Kontakt gekommen bist?
Sebastian: Eigentlich in fast allen Formen, die es gibt. Also geschrieben, als Buch, in Filmen und im Fernsehen und natürlich auch in Computerspielen und Rollenspielen.

Du liest also auch gerne ein Buch. Wie viele Fantasybücher hast du denn schon in etwa gelesen und welche Untergenres gefallen dir?
Wie viele ist jetzt eine gute Frage. 100 dürften es schon gewesen sein. Bei mir mischt sich das auch gerne mit Science Fiction, aber Fantasy lese ich schon am meisten. Zu den Untergenres muss es nicht unbedingt High Fantasy sein, weil ich das auf Dauer anstrengend finde. Gerne darf es auch Low Fantasy oder Urban Fantasy, wie Krieg der Engel von Hohlbein, sein. Um Romantasy mache ich einen Bogen.

In vielen Fantasywerken nimmt Magie eine wichtige Rolle ein. Wie wichtig ist es für dich, dass Magie in einem Werk seinen Platz hat?
Ich mag das sehr gerne. Ich möchte nicht soweit gehen, dass Magie ein muss ist, aber ich lese das schon sehr gerne. Ich finde es spannend darüber zu lesen und zu sehen, wie der Autor das mit der Magie gelöst hat, weil es gibt da ja doch verschiedene Ansätze.

Braucht Fantasy überhaupt Magie?
Eigentlich nicht unbedingt, meiner Meinung nach. Es ist natürlich auch eine Frage der Definition von Magie. Ich denke es kommt schon meistens vor in Fantasy, aber spontan hätte ich diese These abgelehnt. Wenn ich etwas genauer darüber nachdenke, trägt Magie meistens in irgend einer Art und Weiße das Ganze doch mit.

Was für Vorteile bringt Magie in einem Werk dir als Leser?
In erster Linie bringt es mir etwas, was ich in meinem Alltag nicht habe, was es auch nicht gibt und es ist sehr schön über so etwas zu lesen. Wenn man jetzt Harry Potter liest, wünscht man sich auch diese Fähigkeiten, damit ich jetzt nicht aufstehen müsste um die Fernbedienung zu holen. *lacht* Man kann einfach über etwas Übernatürliches, was man selbst gerne hätte oder könnte fabulieren.

Was muss Magie haben, damit sie dich überzeugt?
Sie muss auf jeden Fall in die Welt hineinpassen und im Einklang mit der Umgebung sein. Ich finde es besonders gut, wenn die Magie verschieden Aspekte gibt und nicht unbedingt jeder alles kann. Das finde ich gut.

Welcher Fehler kann für dich Magie haben?
Magie darf nicht alle Probleme lösen. Nahmen wir mal das Beispiel Herr der Ringe. Wenn man dort sich fragen würde, warum hat er (Gandalf; Anmerkung) nicht einfach den Ring genommen und in den Vulkan gezaubert. Wenn Magie also alle Probleme lösen könnte, sozusagen overpowered wäre, dann wär das sehr unglaubwürdig. Es macht ja dann auch keinen Sinn die Geschichte aufzuschreiben. Es wäre ja dann nur “Jetzt zaubert einer und fertig”.

Wenn du einen Wunsch hättest für die Entwicklung eines Magiesystems für eine neue Welt, was würdest du dir wünschen?
Da möchte ich wieder das von vorhin aufgreifen. Ich würde gerne verschiedene Aspekte, z.B. beruhend auf Elementen haben. Nicht jeder kann alles und das ganze ist balanced. *lacht* Das kommt wohl von meiner Computerspielerfahrung. Ich finde das sehr schön. Es darf gerne auch dunkle Magie enthalten sein, die aber nicht zwangsweise böse sein muss.

Es gibt ja unheimlich viele Arten von Magie. Welche Form fasziniert dich am meisten und warum?
Am meisten begeistert mich Elementarmagie. Zum einen durch meine Computerspielerfahrungen und zum anderen ist es sehr interessant, wenn aus den Grundelementen der Erde etwas übernatürliches geschaffen wird. Daneben finde ich noch Levitation noch cool, weil “schweben”. *lacht*

Wie siehst du Magie beruhend auf den Elementen, wenn man die klassischen vier Elemente vielleicht auch noch weiter aufbricht in mehrere Teilelemente oder Rohstoffe?
Hört sich interessant an. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viele Unterteilungen vornimmt, damit das nicht zu unübersichtlich wird. An sich finde ich das aber ein cool Idee, wenn es zum Beispiel bei Erde um Sand geht. Ich weiß nur nicht, ob man das jetzt bei allen Elementen gut noch einmal unterteilen kann.

Magie wird häufig auch mit Gestaltenwandlern verbunden, was hältst du davon?
Gefällt mir sehr gut. Man muss nur aufpassen, dass die Kreatur, in die sich ein Zauberer verwandelt noch zum Charakter passt. So ein kleiner Wicht-Zauberer, der gerade drei Sprüche kann, sollte sich nicht in einen mächtigen Drachen verwandeln können. Und natürlich sollte der Charakter auch sich in dem Wesen, in das er sich verwandelt, widerspiegeln. Ein grobschlächtiger Charakter sollte sich eher in einen Bären oder Wolf verwandeln.

Magie hat oftmals eine Beschränkung in ihrer Anwendbarkeit. Ist das für dich sinnvoll und logisch?
Die Beschränkung ist, wie oben erwähnt, sehr sinnvoll. Genauso wichtig wie die Beschränkung ist auch, dass diese Beschränkung auch logisch und schlüssig ist und in die Welt hineinpasst.

Wie kann für dich eine logische Beschränkung aussehen?
In Computerspiel ist das ja ganz einfach über Mana. Im Buch lässt sich das eher schwierig umsetzen. Was mir spontan einfällt ist, dass Magie an der Lebenskraft zehrt. Man kann Magie aber auch durch den Verbrauch von Ressourcen beschränken, wie in Herr der Ringe, dass Gandalf Holz zum Feuer machen braucht.

Sollte Magie nur einem beschränkten Kreis an Bewohnern der Fantasywelt zur verfügung stehen oder prinzipiell jedem?
Für mich ist beides denkbar. Klassisch ist es ja eher so, dass Magie nur wenigen zur Verfügung steht. Ich finde es aber durchaus interessant, wenn sie allen zur Verfügung steht. Ich glaube in diese Richtung habe ich bisher noch nichts gelesen.

Muss der Protagonist selbst in der Lage sein Magie zu wirken?
Von meiner Seite aus muss er das nicht. Er muss nicht einmal eine positive Einstellung zur Magie sein, da er in der Welt nicht mit allem zufrieden sein muss. Dennoch sollte er mit Magie in Kontakt treten,und sie sollte in seinem Leben eine Rolle spielen oder gespielt haben. Zum Beispiel könnte Magie der Auslöser des ganzen Plottes sein.

Und zum Schluss: Was war der bisher schlimmste Fall von Magie, dem du begegnet bist?
Da muss ich kurz überlegen. Spontan fällt mir da nur Star Wars Episode VII ein. Der Film ist bei dieser Frage nicht unangebracht. Die (Rey; Anmerkung) kann das alles plötzlich, wofür früher die Jedimeister ewig üben und lernen mussten. Das ist einfach im Kontext des Kanons unglaubwürdig und hat gestört.

Perfektionismus ist ein heikles Thema, gerade auch als Autor. Um es vorweg zu nehmen, ich habe eine perfektionistische Ader. Ich versuche häufig solange an etwas zu arbeiten, bis es perfekt ist, wenn mir das zeitlich nicht möglich ist, gilt es möglichst alle Fehler zu vermeiden oder aber die Aufgabe gedanklich nicht zu beenden. Bevor ich nun aber diesen Artikel noch einmal ein paar Wochen liegen lasse, müsst ihr euch nun mit diesem (wahrscheinlich) nicht perfektem Werk begnügen…

Zu Beginn möchte ich kurz einige Merkmale eines Perfektionisten aufzählen. Zu diesen zählen eine gute und straffe Organisation, hohe Ansprüche (Qualität, Moral, …) an sich selbst, Fehlersensibilität, Selbstzweifel und Unsicherheit. Gegenüber anderen Menschen erkennt man Perfektionismus dadurch, dass er viel kritisiert und meist wenig lobt. Ich könnte es mir hier einfach machen und sagen als Schwabe ist das höchste Lob „passt scho“ oder als Lehrerkind ist man es gewohnt zu kritisieren, aber das ist nicht die ganze Wahrheit.

Als Schriftsteller steht man bei einer Veröffentlichung ganz besonders im Fokus der Öffentlichkeit und somit ist es für Perfektionisten noch wichtiger keinen Fehler gemacht zu haben, der im schlimmsten (bzw. für einen Autoren auch besten) Fall von einem Millionenpublikum gelesen wird. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie dieses Streben nach Perfektion das eigene Arbeiten beeinflusst und wie man es überwinden kann.

Perfektion bei Autoren beginnt schon vor dem eigentlichen Schreiben. Vielleicht hat man Zweifel, überhaupt gut genug Schreiben zu können und lässt es so von vornherein sein. Doch selbst wenn man sich entschieden hat etwas zu schreiben, heißt das noch lange nicht, dass man sofort damit beginnt. Zunächst bedarf es ja einer guten Planung. So wird geplottet bis zum Abwinken, Charaktere am Reisbrett entworfen und bei Fantasyautoren besonders beliebt, Worldbuilding bis in den letzten Winkel der Welt betrieben. Genauso kann auch Recherche ausarten, bis man jedes kleinste Detail weiß. Wie man merkt, dürften eher Outline von Perfektionismus betroffen sein, da sie a zunächst das Buch planen.

Hat man es dann geschafft endlich mit dem eigentlichen Schreiben zu beginnen, so kann es durchaus vorkommen, dass man eine halbe Seite schreibt, sich Gedanken darüber macht, sie löscht und von vorne beginnt. Dies kann gerne auch mehrmals passieren und sich längere Zeit hinziehen.

Ist man endlich angekommen und hat das Buch komplett geschrieben, heißt das aber nicht, dass man fertig ist. Man kann stundenlang an kleinsten Details feilen und das Buch überarbeiten und es nie bis zur Veröffentlichung schaffen.

Bis zu einem gewissen Grad, kann Perfektionismus sehr nützlich sein. Da es sich aber um ein zweischneidiges Schwert handelt, kann er auch sehr hinderlich sein und einen Autor lähmen. Was also kann helfen, diese Schwelle nicht zu übertreten und es nicht zu übertreiben mit Perfektionismus?

Eine Methode kann sein, sich selbst quantitative Ziele zu setzten und zwar für möglichst kleine Etappen auf der Reise: „In einer Woche, möchte ich mit Kapitel 1 fertig sein.“ Jetzt hat man ein festes Ziel vor Augen, auf das man hinarbeitet. Dabei kann man zum Beispiel einen eigenen Vertrag mit sich selbst schließen, praktisch zwischen Autor und Privatperson. Wenn ich mein Ziel erreiche, gönne ich mir etwas, z.B. ein gutes Essen, Schokolade,… . Wenn ich mein Ziel aber deutlich verfehle, „bestrafe“ ich mich dafür, indem ich vielleicht etwas Geld in ein Sparschwein werfe. Wichtig ist dabei aber, sich nicht verrückt zu machen um jede Deadline zu schaffen, sondern sie eher als Richtwerte, denn unverrückbare Termine zu sehen. Hier muss jeder seine eigene goldene Mitte finden.

Ein weitere Ansatz ist das Pareto-Optimum, eine Theorie aus den Wirtschaftswissenschaften. Diese sagt aus, man braucht etwa 20% Leistung um 80% Erfüllung zu schaffen. Für die restlichen 20% Erfüllung, benötigt man also 80% Leistung. Meist reichen 80% Leistung aber aus um gute Arbeit zu erledigen. Ich kann mir, anders ausgedrückt, überlegen möchte ich ein „perfektes Buch“ schreiben oder in der gleichen Zeit lieber 5 „nahezu perfekte Bücher“. Wenn man sich das klar macht, auch wenn die Prozentzahlen nicht 100-prozentig zutreffend sind, fällt es einem wirtschaftlich denkendem Menschen leicht sich für die fünf Bücher zu entscheiden.

Sehr helfen kann auch, wenn man sich von einem Freund Feedback geben lässt. Perfektionisten sind häufig ihre härtesten Kritiker und mann lobt sich nie selbst, sondern versucht es immer noch besser zu machen und sieht nicht, auch weil man sehr tief drin steckt in seinem Werk, was man schon alles gut macht. Manche „Fehler“ fallen nur dem Autor auf, und der Leser stört sich daran gar nicht. Deshalb ist es gut jemanden zu haben, der einem ein ehrliches Feedback gibt.

Mir persönlich hilft es auch, dass ganze nicht zu ernst zu nehmen. Ich bin nicht darauf angewiesen mit meinen Büchern meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich mache ein Studium und werde danach eine gute Arbeit finden. Für mich ist Schreiben ein Hobby und ich genieße es und entspanne dabei unheimlich. Wenn ich irgendwann mal von meinen Büchern schön essen gehen kann oder einen Urlaub machen kann, ist das nur ein toller Nebeneffekt.

Zuletzt noch ein letzter Tipp. Einfach anfangen! Ein weißes Blatt Papier ist auch kein perfektes Buch! Im “schlimmsten” Fall bleibt also etwas nicht Perfektes nicht perfekt. 😉

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, so auch kein Meisterschriftsteller. Die meisten Autoren müssen langsam mit der Zeit ihren Stil verbessern und erweitern. Dennoch wird es immer Schwankungen geben. Was an einem Tag ohne Probleme läuft, wird am nächsten Kopfzerbrechen bereiten. Dennoch gibt es einige kleine Tricks, die die eigene Schreibleistung verbessern können. Jeder Autor hat da seine ganz eigenen Tricks auf Lager, die bei ihm funktionieren. Ich möchte hier mal meine wichtigstenTricks zeigen:

1. Schlafen

Nur wenn ich genug Schlaf hatte bin ich fit und ausgeruht. Wenn ich müde bin, merke ich oft, wie meine Gedanken abschweifen und ich mich nicht mehr auf das Schreiben konzentrieren kann. Entweder schreibe ich dann viel für den Papierkorb oder ich brauche sehr viel länger als, wenn ich fit bin. Deshalb versuche ich jeden Tag genügend Schlaf zu bekommen. Natürlich klappt das auch nicht immer. Allerdings habe  ich gemerkt, dass ich Abends rechtzeitig mit dem Schreiben aufhören muss, sonst beschäftigt es mich noch zu sehr, wenn ich im Bett liege und versuche einzuschlafen. Deshalb ist für mich spätestens um 22 Uhr Ende mit Schreiben.

2. Pausen

Auch wenn ich fit und erholt bin, benötige ich Pausen während des Schreibens. Ich versuche spätestens alle eineinhalb Stunden eine Pause von 15 Minuten einzulegen. Kurz etwas abschalten und an was anderes zu denken und sich etwas zu bewegen hilft enorm um danach wieder gut weiterarbeiten zu können. Manchmal komme ich aus einer Pause und habe eine Lösung für ein Problem im Kopf, obwohl ich gar nicht bewusst darüber gegrübelt habe.

3. Ernährung

Klar ist, Hunger kann ein sehr nervendes Gefühl sein und richtig ablenken. Ich tu mich sehr schwer hungrig zu schreiben. Noch schädlicher ist aber in meinen Augen zu viel oder zu deftig zu essen. Wenn ich zum Beispiel eine doppelte Portion Schweinebraten verdrückt habe, werde ich ziemlich schnell träge und müde, da mein Körper seine Energie zur Verdauung benötigt. Klar ist aber auch, dass ich mir ab und zu etwas gönne. Nur kann ich nicht dauerhaft schlemmen, wenn ich direkt nach dem Essen schreiben will. Hier muss jeder einen eigenen Weg finden, was ihm hilft. Ich knabbere während dem Schreiben oft eine Handvoll Nüsse.

4. Feste Schreibzeiten

Routine ist das A und O beim Schreiben. Deshalb habe ich auch feste Schreibzeiten, in denen ich mich immer mit meiner Arbeit als Autor beschäftige. So weiß mein Körper genau, was  von ihm verlangt wird und ich integriere diese „Termine“ fest in meinen Tagesablauf. So habe ich keine Ausrede, warum ich mal nichts gemacht habe. Auch für das Umfeld ist dies sehr hilfreich. Sie wissen, jetzt nur im Notfall stören, da ich gerade mit Schreiben beschäftigt bin und da bei Störungen auch schnell mal etwa unfreundlich werden kann. Gleiches gilt für Handy und Co. In dieser Zeit ist alles auf lautlos und außer Reichweite.

5. Neue Inspiration

Egal wie, ab und zu braucht man neue Inspiration. Diese kann man beim einsamen Spaziergang durch die Natur bekommen oder beim Stadtbummel durch die Fußgängerzone. Genauso können es aber auch Gespräche mit anderen Menschen sein. Wichtig ist nur seinen Arbeitsplatz zu verlassen und Augen und Ohren offen zu halten. Wenn man aufmerksam durch die Welt geht, können selbst alltägliche Dinge wie Einkaufen ein Quell der Inspiration werden. Manchmal gehe ich ganz bewusst in ein belebtes Kaffee mit Notizblock und Stift, beobachte die Menschen um mich herum und mache mir eifrig Notizen. Später kann ich dann darauf zurückgreifen, wenn ich zum Beispiel eine Figur charakterisiere.

6. Lesen / Filme schauen

Lesen bildet! Für einen Autor ist es noch viel wichtiger viel zu lesen. Zum einen muss er sich in seinem Genre auskennen und aktuelle Trends kennen, zum anderen hilft es beim lesen darauf zu achten, was einem besonders gut gefällt und was einem nicht gefällt. Gerade bewusstes lesen hilft einem Autor sich Gedanken über das geschriebene zu machen und wie es ankommt. Man kann auch aus „Fehlern“ anderer lernen. Genauso helfen auch Kino und TV. Gerade die Hollywoodproduktionen haben oft Schwächen im Plot, die einem aufzeigen, auf was für Details man selbst alles achten sollte. Aus Autorensicht finde ich ein „fehlerhaftes“ Werk deutlich besser, als ein perfektes Werk.

7. Gute Freunde / Unterstützter

Wenn man mit seinem Vorhaben ein Buch zu schreiben in die Öffentlichkeit geht, muss man sich um Kritiker keine Sorgen machen. Doch gerade am Anfang ist es wichtig mit guten Freunden über das Projekt zu reden. Sie sind es, die einen aufbauen, wenn es mal nicht so gut läuft und neuen Mut machen. Auch sind sie erste Ansprechpartner, wenn man zu einer Sache einen Rat braucht.

8. Schreiben

All dies hilft nichts, wenn man nicht anfängt zu schreiben. Das wichtigste ist und bleibt sich hinzusetzen und einfach anzufangen. Denn je mehr man schreibt, desto besser wird man auch. Und egal wie schrecklich sich der erste Entwurf liest, ist er doch stets der erste Schritt zum endgültigen Werk. Man sollte sich nicht damit aufhalten schon während des Schreibens an einzelnen Formulierungen zu feilen und ständig etwas zu löschen und neu zu schreiben. Dafür hat man später genug Zeit! Wichtig ist den ersten Entwurf zügig zu Ende zu schreiben.

9. Nicht Schreiben

Auch wenn es widersprüchlich erscheint, genauso wichtig wie das Schreiben ist das nicht Schreiben. Oder anders ausgedrückt: Man sollte niemals seine Freunde, Familie oder andere Hobbys vergessen. Natürlich wird man auch mal seinen Freunden absagen müssen um zu Schreiben, nur sollte man sie nicht vernachlässigen oder sich komplett zurückziehen. Es ist wichtig eine gesunde Mischung zu finden um Schreiben zu können, aber auch um sein restliches Privatleben nicht komplett zu vernachlässigen.

10. Überzeugung und Spaß

Am wichtigsten erachte ich aber, dass man Spaß beim Schreiben hat. Sicherlich gibt es wie in jedem Hobby auch mal Tage, wo es mehr Qual als Spaß ist, aber diese sollten in der Unterzahl sein. Wenn man Spaß am Schreiben hat, ist es schon fast die halbe Miete. Daneben sollte man sich auch Selbstvertrauen aneignen. Es wird genügend unsachliche Kritik auf einen einprasseln. Diese sollte aber einem nicht weiter stören. Wichtig ist, gerade Anfangs, nicht zu viel Wert auf die Meinung andere zu legen, egal ob Kritik oder Lob! Schreibt weil es euch Spaß macht und nicht um irgendwann mal damit reich und berühmt zu werden. Denn dazu bedarf es mehr als eines sehr guten Buchs.