Rezension: Seelenräuber

Seelenräuber | Seelenläufer (2) | Urban Fantasy | Bianca Fuchs | Books on Demand | 284 Seiten | 14.12.2017 | Taschenbuch 9,99 € | E-Book 3,99 € | Zum Buch bei Amazon (Affiliate-Link)

Die Seelenräuber ist die Fortsetzung zu Seelenläufer. Erneut lädt das Buch mit einer spannenden Geschichte und philosophischen Themen zum Herumphilosopieren und Nachdenken ein.

Da es sich um Teil 2 handelt, kann die Rezension Spoiler zu Teil 1 enthalten.

Klappentext*

Eine Prophezeiung, ein Mord und ein Wiedersehen, das die Welt aus den Angeln hebt.

Zoya jagt seit ihrer Rückkehr nach Cambridge einen Seelenräuber, der Menschen die Erinnerungen an ihr früheres Leben entreißt und dadurch immer mächtiger wird.

Auch der Ratsvorsitzende setzt sie unter Druck. Zoya soll einen Sitz im Rat der Seelenläufer einnehmen, da viele sie für die Retterin halten, die die Prophezeiung vorhergesehen hat. Doch dann geschieht ein Mord und droht die Gemeinschaft endgültig zu zerreißen.

Die Spur des Mörders führt Zoya zu alteingesessen Familien. Schnell wird klar, dass sie auf Robs Hilfe angewiesen ist, auch wenn die letzte Begegnung mit dem Seelenräuber Zoya noch immer schmerzt. Und sie ahnt nicht, dass dessen Vater ihn vor eine existentielle Entscheidung gestellt hat. Nicht nur Zoyas Leben, sondern auch das ihrer Familie und Freunde steht nun auf dem Spiel.

Kritik

Die erste große Überraschung gelingt der Autorin schon damit, dass der zweite Teil nicht nahtlos an den ersten anknüpft, sondern eine zeitliche Pause dazwischen liegt. Dadurch schafft sie es sofort Spannung aufzubauen. Man rätselt, was zwischen den beiden Büchern geschehen ist. Diese Spannung wird das ganze Buch hinweg hochgehalten und nur kleine Stücke werden enthüllt.

Was für die Geschichte somit wirklich gut ist, lässt die Entwicklung der Protagonistin Zoya zwischen den Bänden zu sehr im Dunkeln. An manchen Stellen wirkt es so, als hätte sie sich überhaupt nicht weiterentwickelt und dann gibt es Momente, in denen große Entwicklungsschritte sichtbar werden. Hier hätte ich mir einen klareren und nachvollziehbareren Weg gewünscht.

Die Charaktere neben Zoya stehen etwas in ihrem Schatten. Dennoch ist vor allem Robert der heimliche Star unter ihnen, da bei ihm die Rolle am unklarsten ist und man nie ganz sicher weiß, auf wessen Seite er nun steht.

Der Schreibstil von Bianca Fuchs gefällt mir gut. Auch wenn ich als Fan von langen Beschreibungen manchmal etwas mehr über die Schauplätze erfahren würde, findet man sich gut in Cambridge zurecht und man zweifelt zu keiner Zeit, dass man dort ist. Dazu lässt sich das Buch sehr flüssig lesen. Einzig die Zitate aus dem Buch der Seelen zu beginn eines jeden Kapitels, wie in Teil 1, fehlen mir. Hier war immer schön eine Grundaussage zum Kapitel extrahiert, über die man auch mal etwas nachdenken konnte. Dennoch gibt auch der zweite Band genügend Denkanstöße zum Herumphilosophieren, was mir sehr gut gefällt!

Der Plot ist logisch und in sich schlüssig gestaltet. Auch wenn zeitlich eine Pause zwischen den Büchern liegt, setzt der Plot eigentlich genau am Ende von Teil 1 wieder ein. Auf unnötige Nebenhandlungen wird konsequent verzichtet, was das Buch erfreulich dünn macht und nicht mit Nebenschauplätzen überlädt.

 

Fazit

Das Buch hat mich wie Teil 1 begeistert und ich habe es selbst für meine Verhältnisse schnell gelesen. Die Autorin konzentriert sich dabei aufs Wesentliche und zauberte erneut ein tolles Buch mit kleineren Schwächen in der Charakterentwicklung. Für mich ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und dabei gut unterhält. Deshalb voll 4 Sterne für Seelenräuber.

*Quelle: Verlag/Autor