Magie ist… was ein Leser denkt

024 Magie was ein Leser denkt

Vor einiger Zeit habe ich das Thema Magie schon einmal bei meiner kleinen Serie zum Weltenbau angeschnitten. Da Magie ein durchaus interessantes, weites und vor allem für High Fantasy wichtiges Feld ist, werde ich nun genauer auf die Magie eingehen. Zum Einstieg in das Thema, möchte ich einen anderen Weg gehen. Mein jüngerer Bruder Sebastian hat sich bereit erklärt mir aus Sicht des Lesers (und Zuschauers) von Fantasy ein paar Fragen zum Thema Magie zu beantworten. Im Vorfeld schon mal vielen Dank für deine Zeit und die Antworten!

Christian: Hallo Sebastian. Zum Einstieg würde ich gerne wissen, in welcher Form du mit Fantasy bisher in Kontakt gekommen bist?
Sebastian: Eigentlich in fast allen Formen, die es gibt. Also geschrieben, als Buch, in Filmen und im Fernsehen und natürlich auch in Computerspielen und Rollenspielen.

Du liest also auch gerne ein Buch. Wie viele Fantasybücher hast du denn schon in etwa gelesen und welche Untergenres gefallen dir?
Wie viele ist jetzt eine gute Frage. 100 dürften es schon gewesen sein. Bei mir mischt sich das auch gerne mit Science Fiction, aber Fantasy lese ich schon am meisten. Zu den Untergenres muss es nicht unbedingt High Fantasy sein, weil ich das auf Dauer anstrengend finde. Gerne darf es auch Low Fantasy oder Urban Fantasy, wie Krieg der Engel von Hohlbein, sein. Um Romantasy mache ich einen Bogen.

In vielen Fantasywerken nimmt Magie eine wichtige Rolle ein. Wie wichtig ist es für dich, dass Magie in einem Werk seinen Platz hat?
Ich mag das sehr gerne. Ich möchte nicht soweit gehen, dass Magie ein muss ist, aber ich lese das schon sehr gerne. Ich finde es spannend darüber zu lesen und zu sehen, wie der Autor das mit der Magie gelöst hat, weil es gibt da ja doch verschiedene Ansätze.

Braucht Fantasy überhaupt Magie?
Eigentlich nicht unbedingt, meiner Meinung nach. Es ist natürlich auch eine Frage der Definition von Magie. Ich denke es kommt schon meistens vor in Fantasy, aber spontan hätte ich diese These abgelehnt. Wenn ich etwas genauer darüber nachdenke, trägt Magie meistens in irgend einer Art und Weiße das Ganze doch mit.

Was für Vorteile bringt Magie in einem Werk dir als Leser?
In erster Linie bringt es mir etwas, was ich in meinem Alltag nicht habe, was es auch nicht gibt und es ist sehr schön über so etwas zu lesen. Wenn man jetzt Harry Potter liest, wünscht man sich auch diese Fähigkeiten, damit ich jetzt nicht aufstehen müsste um die Fernbedienung zu holen. *lacht* Man kann einfach über etwas Übernatürliches, was man selbst gerne hätte oder könnte fabulieren.

Was muss Magie haben, damit sie dich überzeugt?
Sie muss auf jeden Fall in die Welt hineinpassen und im Einklang mit der Umgebung sein. Ich finde es besonders gut, wenn die Magie verschieden Aspekte gibt und nicht unbedingt jeder alles kann. Das finde ich gut.

Welcher Fehler kann für dich Magie haben?
Magie darf nicht alle Probleme lösen. Nahmen wir mal das Beispiel Herr der Ringe. Wenn man dort sich fragen würde, warum hat er (Gandalf; Anmerkung) nicht einfach den Ring genommen und in den Vulkan gezaubert. Wenn Magie also alle Probleme lösen könnte, sozusagen overpowered wäre, dann wär das sehr unglaubwürdig. Es macht ja dann auch keinen Sinn die Geschichte aufzuschreiben. Es wäre ja dann nur “Jetzt zaubert einer und fertig”.

Wenn du einen Wunsch hättest für die Entwicklung eines Magiesystems für eine neue Welt, was würdest du dir wünschen?
Da möchte ich wieder das von vorhin aufgreifen. Ich würde gerne verschiedene Aspekte, z.B. beruhend auf Elementen haben. Nicht jeder kann alles und das ganze ist balanced. *lacht* Das kommt wohl von meiner Computerspielerfahrung. Ich finde das sehr schön. Es darf gerne auch dunkle Magie enthalten sein, die aber nicht zwangsweise böse sein muss.

Es gibt ja unheimlich viele Arten von Magie. Welche Form fasziniert dich am meisten und warum?
Am meisten begeistert mich Elementarmagie. Zum einen durch meine Computerspielerfahrungen und zum anderen ist es sehr interessant, wenn aus den Grundelementen der Erde etwas übernatürliches geschaffen wird. Daneben finde ich noch Levitation noch cool, weil “schweben”. *lacht*

Wie siehst du Magie beruhend auf den Elementen, wenn man die klassischen vier Elemente vielleicht auch noch weiter aufbricht in mehrere Teilelemente oder Rohstoffe?
Hört sich interessant an. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viele Unterteilungen vornimmt, damit das nicht zu unübersichtlich wird. An sich finde ich das aber ein cool Idee, wenn es zum Beispiel bei Erde um Sand geht. Ich weiß nur nicht, ob man das jetzt bei allen Elementen gut noch einmal unterteilen kann.

Magie wird häufig auch mit Gestaltenwandlern verbunden, was hältst du davon?
Gefällt mir sehr gut. Man muss nur aufpassen, dass die Kreatur, in die sich ein Zauberer verwandelt noch zum Charakter passt. So ein kleiner Wicht-Zauberer, der gerade drei Sprüche kann, sollte sich nicht in einen mächtigen Drachen verwandeln können. Und natürlich sollte der Charakter auch sich in dem Wesen, in das er sich verwandelt, widerspiegeln. Ein grobschlächtiger Charakter sollte sich eher in einen Bären oder Wolf verwandeln.

Magie hat oftmals eine Beschränkung in ihrer Anwendbarkeit. Ist das für dich sinnvoll und logisch?
Die Beschränkung ist, wie oben erwähnt, sehr sinnvoll. Genauso wichtig wie die Beschränkung ist auch, dass diese Beschränkung auch logisch und schlüssig ist und in die Welt hineinpasst.

Wie kann für dich eine logische Beschränkung aussehen?
In Computerspiel ist das ja ganz einfach über Mana. Im Buch lässt sich das eher schwierig umsetzen. Was mir spontan einfällt ist, dass Magie an der Lebenskraft zehrt. Man kann Magie aber auch durch den Verbrauch von Ressourcen beschränken, wie in Herr der Ringe, dass Gandalf Holz zum Feuer machen braucht.

Sollte Magie nur einem beschränkten Kreis an Bewohnern der Fantasywelt zur verfügung stehen oder prinzipiell jedem?
Für mich ist beides denkbar. Klassisch ist es ja eher so, dass Magie nur wenigen zur Verfügung steht. Ich finde es aber durchaus interessant, wenn sie allen zur Verfügung steht. Ich glaube in diese Richtung habe ich bisher noch nichts gelesen.

Muss der Protagonist selbst in der Lage sein Magie zu wirken?
Von meiner Seite aus muss er das nicht. Er muss nicht einmal eine positive Einstellung zur Magie sein, da er in der Welt nicht mit allem zufrieden sein muss. Dennoch sollte er mit Magie in Kontakt treten,und sie sollte in seinem Leben eine Rolle spielen oder gespielt haben. Zum Beispiel könnte Magie der Auslöser des ganzen Plottes sein.

Und zum Schluss: Was war der bisher schlimmste Fall von Magie, dem du begegnet bist?
Da muss ich kurz überlegen. Spontan fällt mir da nur Star Wars Episode VII ein. Der Film ist bei dieser Frage nicht unangebracht. Die (Rey; Anmerkung) kann das alles plötzlich, wofür früher die Jedimeister ewig üben und lernen mussten. Das ist einfach im Kontext des Kanons unglaubwürdig und hat gestört.

Perfektionismus

Perfektionismus ist ein heikles Thema, gerade auch als Autor. Um es vorweg zu nehmen, ich habe eine perfektionistische Ader. Ich versuche häufig solange an etwas zu arbeiten, bis es perfekt ist, wenn mir das zeitlich nicht möglich ist, gilt es möglichst alle Fehler zu vermeiden oder aber die Aufgabe gedanklich nicht zu beenden. Bevor ich nun aber diesen Artikel noch einmal ein paar Wochen liegen lasse, müsst ihr euch nun mit diesem (wahrscheinlich) nicht perfektem Werk begnügen…

Zu Beginn möchte ich kurz einige Merkmale eines Perfektionisten aufzählen. Zu diesen zählen eine gute und straffe Organisation, hohe Ansprüche (Qualität, Moral, …) an sich selbst, Fehlersensibilität, Selbstzweifel und Unsicherheit. Gegenüber anderen Menschen erkennt man Perfektionismus dadurch, dass er viel kritisiert und meist wenig lobt. Ich könnte es mir hier einfach machen und sagen als Schwabe ist das höchste Lob „passt scho“ oder als Lehrerkind ist man es gewohnt zu kritisieren, aber das ist nicht die ganze Wahrheit.

Als Schriftsteller steht man bei einer Veröffentlichung ganz besonders im Fokus der Öffentlichkeit und somit ist es für Perfektionisten noch wichtiger keinen Fehler gemacht zu haben, der im schlimmsten (bzw. für einen Autoren auch besten) Fall von einem Millionenpublikum gelesen wird. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie dieses Streben nach Perfektion das eigene Arbeiten beeinflusst und wie man es überwinden kann.

Perfektion bei Autoren beginnt schon vor dem eigentlichen Schreiben. Vielleicht hat man Zweifel, überhaupt gut genug Schreiben zu können und lässt es so von vornherein sein. Doch selbst wenn man sich entschieden hat etwas zu schreiben, heißt das noch lange nicht, dass man sofort damit beginnt. Zunächst bedarf es ja einer guten Planung. So wird geplottet bis zum Abwinken, Charaktere am Reisbrett entworfen und bei Fantasyautoren besonders beliebt, Worldbuilding bis in den letzten Winkel der Welt betrieben. Genauso kann auch Recherche ausarten, bis man jedes kleinste Detail weiß. Wie man merkt, dürften eher Outline von Perfektionismus betroffen sein, da sie a zunächst das Buch planen.

Hat man es dann geschafft endlich mit dem eigentlichen Schreiben zu beginnen, so kann es durchaus vorkommen, dass man eine halbe Seite schreibt, sich Gedanken darüber macht, sie löscht und von vorne beginnt. Dies kann gerne auch mehrmals passieren und sich längere Zeit hinziehen.

Ist man endlich angekommen und hat das Buch komplett geschrieben, heißt das aber nicht, dass man fertig ist. Man kann stundenlang an kleinsten Details feilen und das Buch überarbeiten und es nie bis zur Veröffentlichung schaffen.

Bis zu einem gewissen Grad, kann Perfektionismus sehr nützlich sein. Da es sich aber um ein zweischneidiges Schwert handelt, kann er auch sehr hinderlich sein und einen Autor lähmen. Was also kann helfen, diese Schwelle nicht zu übertreten und es nicht zu übertreiben mit Perfektionismus?

Eine Methode kann sein, sich selbst quantitative Ziele zu setzten und zwar für möglichst kleine Etappen auf der Reise: „In einer Woche, möchte ich mit Kapitel 1 fertig sein.“ Jetzt hat man ein festes Ziel vor Augen, auf das man hinarbeitet. Dabei kann man zum Beispiel einen eigenen Vertrag mit sich selbst schließen, praktisch zwischen Autor und Privatperson. Wenn ich mein Ziel erreiche, gönne ich mir etwas, z.B. ein gutes Essen, Schokolade,… . Wenn ich mein Ziel aber deutlich verfehle, „bestrafe“ ich mich dafür, indem ich vielleicht etwas Geld in ein Sparschwein werfe. Wichtig ist dabei aber, sich nicht verrückt zu machen um jede Deadline zu schaffen, sondern sie eher als Richtwerte, denn unverrückbare Termine zu sehen. Hier muss jeder seine eigene goldene Mitte finden.

Ein weitere Ansatz ist das Pareto-Optimum, eine Theorie aus den Wirtschaftswissenschaften. Diese sagt aus, man braucht etwa 20% Leistung um 80% Erfüllung zu schaffen. Für die restlichen 20% Erfüllung, benötigt man also 80% Leistung. Meist reichen 80% Leistung aber aus um gute Arbeit zu erledigen. Ich kann mir, anders ausgedrückt, überlegen möchte ich ein „perfektes Buch“ schreiben oder in der gleichen Zeit lieber 5 „nahezu perfekte Bücher“. Wenn man sich das klar macht, auch wenn die Prozentzahlen nicht 100-prozentig zutreffend sind, fällt es einem wirtschaftlich denkendem Menschen leicht sich für die fünf Bücher zu entscheiden.

Sehr helfen kann auch, wenn man sich von einem Freund Feedback geben lässt. Perfektionisten sind häufig ihre härtesten Kritiker und mann lobt sich nie selbst, sondern versucht es immer noch besser zu machen und sieht nicht, auch weil man sehr tief drin steckt in seinem Werk, was man schon alles gut macht. Manche „Fehler“ fallen nur dem Autor auf, und der Leser stört sich daran gar nicht. Deshalb ist es gut jemanden zu haben, der einem ein ehrliches Feedback gibt.

Mir persönlich hilft es auch, dass ganze nicht zu ernst zu nehmen. Ich bin nicht darauf angewiesen mit meinen Büchern meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich mache ein Studium und werde danach eine gute Arbeit finden. Für mich ist Schreiben ein Hobby und ich genieße es und entspanne dabei unheimlich. Wenn ich irgendwann mal von meinen Büchern schön essen gehen kann oder einen Urlaub machen kann, ist das nur ein toller Nebeneffekt.

Zuletzt noch ein letzter Tipp. Einfach anfangen! Ein weißes Blatt Papier ist auch kein perfektes Buch! Im “schlimmsten” Fall bleibt also etwas nicht Perfektes nicht perfekt. 😉

“Doping” für Autoren

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, so auch kein Meisterschriftsteller. Die meisten Autoren müssen langsam mit der Zeit ihren Stil verbessern und erweitern. Dennoch wird es immer Schwankungen geben. Was an einem Tag ohne Probleme läuft, wird am nächsten Kopfzerbrechen bereiten. Dennoch gibt es einige kleine Tricks, die die eigene Schreibleistung verbessern können. Jeder Autor hat da seine ganz eigenen Tricks auf Lager, die bei ihm funktionieren. Ich möchte hier mal meine wichtigstenTricks zeigen:

1. Schlafen

Nur wenn ich genug Schlaf hatte bin ich fit und ausgeruht. Wenn ich müde bin, merke ich oft, wie meine Gedanken abschweifen und ich mich nicht mehr auf das Schreiben konzentrieren kann. Entweder schreibe ich dann viel für den Papierkorb oder ich brauche sehr viel länger als, wenn ich fit bin. Deshalb versuche ich jeden Tag genügend Schlaf zu bekommen. Natürlich klappt das auch nicht immer. Allerdings habe  ich gemerkt, dass ich Abends rechtzeitig mit dem Schreiben aufhören muss, sonst beschäftigt es mich noch zu sehr, wenn ich im Bett liege und versuche einzuschlafen. Deshalb ist für mich spätestens um 22 Uhr Ende mit Schreiben.

2. Pausen

Auch wenn ich fit und erholt bin, benötige ich Pausen während des Schreibens. Ich versuche spätestens alle eineinhalb Stunden eine Pause von 15 Minuten einzulegen. Kurz etwas abschalten und an was anderes zu denken und sich etwas zu bewegen hilft enorm um danach wieder gut weiterarbeiten zu können. Manchmal komme ich aus einer Pause und habe eine Lösung für ein Problem im Kopf, obwohl ich gar nicht bewusst darüber gegrübelt habe.

3. Ernährung

Klar ist, Hunger kann ein sehr nervendes Gefühl sein und richtig ablenken. Ich tu mich sehr schwer hungrig zu schreiben. Noch schädlicher ist aber in meinen Augen zu viel oder zu deftig zu essen. Wenn ich zum Beispiel eine doppelte Portion Schweinebraten verdrückt habe, werde ich ziemlich schnell träge und müde, da mein Körper seine Energie zur Verdauung benötigt. Klar ist aber auch, dass ich mir ab und zu etwas gönne. Nur kann ich nicht dauerhaft schlemmen, wenn ich direkt nach dem Essen schreiben will. Hier muss jeder einen eigenen Weg finden, was ihm hilft. Ich knabbere während dem Schreiben oft eine Handvoll Nüsse.

4. Feste Schreibzeiten

Routine ist das A und O beim Schreiben. Deshalb habe ich auch feste Schreibzeiten, in denen ich mich immer mit meiner Arbeit als Autor beschäftige. So weiß mein Körper genau, was  von ihm verlangt wird und ich integriere diese „Termine“ fest in meinen Tagesablauf. So habe ich keine Ausrede, warum ich mal nichts gemacht habe. Auch für das Umfeld ist dies sehr hilfreich. Sie wissen, jetzt nur im Notfall stören, da ich gerade mit Schreiben beschäftigt bin und da bei Störungen auch schnell mal etwa unfreundlich werden kann. Gleiches gilt für Handy und Co. In dieser Zeit ist alles auf lautlos und außer Reichweite.

5. Neue Inspiration

Egal wie, ab und zu braucht man neue Inspiration. Diese kann man beim einsamen Spaziergang durch die Natur bekommen oder beim Stadtbummel durch die Fußgängerzone. Genauso können es aber auch Gespräche mit anderen Menschen sein. Wichtig ist nur seinen Arbeitsplatz zu verlassen und Augen und Ohren offen zu halten. Wenn man aufmerksam durch die Welt geht, können selbst alltägliche Dinge wie Einkaufen ein Quell der Inspiration werden. Manchmal gehe ich ganz bewusst in ein belebtes Kaffee mit Notizblock und Stift, beobachte die Menschen um mich herum und mache mir eifrig Notizen. Später kann ich dann darauf zurückgreifen, wenn ich zum Beispiel eine Figur charakterisiere.

6. Lesen / Filme schauen

Lesen bildet! Für einen Autor ist es noch viel wichtiger viel zu lesen. Zum einen muss er sich in seinem Genre auskennen und aktuelle Trends kennen, zum anderen hilft es beim lesen darauf zu achten, was einem besonders gut gefällt und was einem nicht gefällt. Gerade bewusstes lesen hilft einem Autor sich Gedanken über das geschriebene zu machen und wie es ankommt. Man kann auch aus „Fehlern“ anderer lernen. Genauso helfen auch Kino und TV. Gerade die Hollywoodproduktionen haben oft Schwächen im Plot, die einem aufzeigen, auf was für Details man selbst alles achten sollte. Aus Autorensicht finde ich ein „fehlerhaftes“ Werk deutlich besser, als ein perfektes Werk.

7. Gute Freunde / Unterstützter

Wenn man mit seinem Vorhaben ein Buch zu schreiben in die Öffentlichkeit geht, muss man sich um Kritiker keine Sorgen machen. Doch gerade am Anfang ist es wichtig mit guten Freunden über das Projekt zu reden. Sie sind es, die einen aufbauen, wenn es mal nicht so gut läuft und neuen Mut machen. Auch sind sie erste Ansprechpartner, wenn man zu einer Sache einen Rat braucht.

8. Schreiben

All dies hilft nichts, wenn man nicht anfängt zu schreiben. Das wichtigste ist und bleibt sich hinzusetzen und einfach anzufangen. Denn je mehr man schreibt, desto besser wird man auch. Und egal wie schrecklich sich der erste Entwurf liest, ist er doch stets der erste Schritt zum endgültigen Werk. Man sollte sich nicht damit aufhalten schon während des Schreibens an einzelnen Formulierungen zu feilen und ständig etwas zu löschen und neu zu schreiben. Dafür hat man später genug Zeit! Wichtig ist den ersten Entwurf zügig zu Ende zu schreiben.

9. Nicht Schreiben

Auch wenn es widersprüchlich erscheint, genauso wichtig wie das Schreiben ist das nicht Schreiben. Oder anders ausgedrückt: Man sollte niemals seine Freunde, Familie oder andere Hobbys vergessen. Natürlich wird man auch mal seinen Freunden absagen müssen um zu Schreiben, nur sollte man sie nicht vernachlässigen oder sich komplett zurückziehen. Es ist wichtig eine gesunde Mischung zu finden um Schreiben zu können, aber auch um sein restliches Privatleben nicht komplett zu vernachlässigen.

10. Überzeugung und Spaß

Am wichtigsten erachte ich aber, dass man Spaß beim Schreiben hat. Sicherlich gibt es wie in jedem Hobby auch mal Tage, wo es mehr Qual als Spaß ist, aber diese sollten in der Unterzahl sein. Wenn man Spaß am Schreiben hat, ist es schon fast die halbe Miete. Daneben sollte man sich auch Selbstvertrauen aneignen. Es wird genügend unsachliche Kritik auf einen einprasseln. Diese sollte aber einem nicht weiter stören. Wichtig ist, gerade Anfangs, nicht zu viel Wert auf die Meinung andere zu legen, egal ob Kritik oder Lob! Schreibt weil es euch Spaß macht und nicht um irgendwann mal damit reich und berühmt zu werden. Denn dazu bedarf es mehr als eines sehr guten Buchs.

Erzählperspektive

Geschichten können aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Dabei hat die Perspektive einen ganz entscheidenden Anteil, wie sie beim Leser ankommt. Manche Informationen kann eine bestimmte Erzählperspektive auch nicht übermitteln, da der Erzähler diese Information gar nicht besitzen kann. Es ist also wichtig für einen Autor sich im Vorfeld Gedanken zu machen, welche Perspektive er wählt. Ein zu häufiges Wechseln der Erzählperspektive kann abschreckend und verwirrend wirken. Erzählperspektive bedeutet nichts anderes aus welchem Blickwinkel die Geschichte erzählt wird. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen drei Erzählperspektiven:

1. Objektive Erzähler

Der objektive erzählen zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht Bestandteil der Handlung ist, sondern nur ein außenstehender Beobachter. Er kann also nur das beschreiben, was er wahrnehmen kann. Er kann also keine Gefühle, Gedanken, Pläne oder Beweggründe der Personen wiedergeben, soweit diese sie nicht explizit aussprechen. Im Idealfall bewertet er auch das Geschehen nicht. Darunter leidet vor allem die Identifikation des Lesers mit den Figuren, da diese hauptsächlich auf den Beweggründen und Gefühlen einer Figur beruht. Dagegen kann diese Perspektive einer Person etwas geheimnisvolles verleihen. Die Motive und Gedanken bleiben für den Leser verborgen und er wird sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Somit wird diese Perspektive häufiger eingesetzt um den Schurken in Erscheinung treten zu lassen ohne zu viel über ihn zu verraten.

2. Ich-Erzähler

Der Ich-Erzähler nimmt stets eine subjektive Position ein, da er selbst direkt in der Handlung dabei ist. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um den Protagonisten oder den Antagonisten handeln, auch eine Nebenfigur kann als Ich-Erzähler fungieren. Der Vorteil dieser Perspektive ist, dass wir uns daran seit Kindesbeinen gewohnt haben, da Erlebnisse aus dem Alltag meist aus dieser Perspektive geschildert werden. Der Leser erhält einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt des Erzählers und kann eine tiefe Bindung zu ihm eingehen. Somit gibt dieser seinen subjektiven Eindruck des Geschehens ab und bewertet das erlebte aufgrund seiner eigenen Persönlichkeit.Der große Nachteil des Ich-Erzählers besteht darin, dass er nur über die Dinge berichten kann, die er selbst erlebt hat und auch nur seine eigenen Gefühle und Gedanken kennt. Zudem ist es in meinen Augen die herausforderndste Erzählperspektive für einen Autor um den Leser über ein gesamtes Buch hinweg zu begeistern.

3. Auktoriale Erzähler

Der auktoriale Erzähler ist ein allwissender Erzähler. Er kann in sämtliche Köpfe hineinschauen und gibt wieder, was sich dort alles an Gedanken und Gefühlen abspielt. Vor ihm bleibt kein Geheimnis offen und er kann auch von verschiedenen Ereignissen zur gleichen Zeit berichten. Dies führt dazu, dass der Leser schnell überfordert wird durch diese Flut an Informationen. In vielen Fantasyromanen findet man den auktorialen Erzähler. Meist wird er aber in seiner Allmacht etwas beschränkt. So kann er nur in einige wenige Figuren hineinschauen und deren Gefühle und Gedanken wiedergeben. Diese ausgewählten Figuren werden dann auch als personale Erzähler bezeichnet. Dadurch schafft der Autor eine enge Bindung des Lesers zu den Perspektivfiguren ohne ihn zu überfordern, da er nicht von allen beteiligten Figuren die Gedanken erfährt. Der personale Erzähler gibt seine subjektive Wahrnehmung preis. Dabei wird die dritte Person verwendet. Dabei sollte der Autor seinen Sprachstil variieren, je nachdem aus welcher Perspektivfigur wir der Handlung im Moment folgen. Ein Ork hat einen anderen Wortschatz als ein kleines Mädchen.

Natürlich muss sich ein Autor nicht auf eine Perspektive beschränken. Es steht ihm offen diese so oft zu wechseln, wie es ihm beliebt. In meinen Augen sollte die Zahl der Perspektivwechsel aber beschränkt sein und nur zwischen den Kapiteln oder einem markanten Szenenwechsel stattfinden. Ansonsten kann es schnell passieren, dass der Leser überfordert ist, sämtlichen Handlungen zu folgen. Gerade am Anfang eines Handlungsstranges ist es sinnvoll diesem etwas Zeit einzuräumen, bevor man wieder in eine andere Perspektive springt. So hat der Leser genügen Zeit sich wichtige Informationen bis zur Fortsetzung dieser Handlung einzuprägen. Der wohl häufigste Perspektivwechsel ist wohl der Wechsel zwischen verschiedenen personellen Erzählern.

Bei der Wahl der Erzählperspektive stelle ich mir als Autor immer eine Frage: Welche Perspektive ist notwendig, um dem Leser alle Informationen zu geben, die er benötigt und welche unterstützt die Wirkung der Geschichte am besten. Einen Perspektivwechsel nehme ich nur dann vor, wenn er nötig wird um dem Leser wichtige Informationen zukommen zu lassen oder ich damit etwas als Autor aufzeigen will. Nur aus dem Grund heraus mein Können, in verschiedensten Perspektive zu schreiben, zu zeigen, darf niemals ein Argument für einen Perspektivwechsel sein. Die Erzählperspektive soll stets die Handlung, Spannung und Dynamik der Geschichte unterstützen. So können sich die Wechsel der Perspektive ebenso zum Höhepunkt hin zuspitzen, wie die Handlung um die Spannung noch weiter zu erhöhen.

Eine neue Welt entsteht (Teil III)

Mittlerweile ist die Welt in ihren Grundzügen erschaffen. Dazu wurden Völker in diese gesetzt. Zuletzt wurde das Aussehen der von der Bevölkerung geschaffenen Welt und die Gesellschaftsform näher beleuchtet. Sehr eng damit verbunden ist die Frage nach Religion. Religion hat in der Geschichte der Menschheit eine wichtige Rolle gespielt. Und egal ob man nun gläubig ist oder nicht, verdanken wir viele unserer modernen Grundwerte der Religion. Schon in der Steinzeit spielte Glauben eine wichtige Rolle. Bis heute faszinieren die Menschen auch (vermutlich) religiöse Schreine aus der Vergangenheit, wie das Stonehenge in England. Glauben übernimmt in jeder Gesellschaft eine wichtige Rolle und so ist es nicht verwunderlich, dass in den verschiedenen Kulturkreisen sich verschiedene Religionen entwickelt haben und wir heute mehr denn je eine Auswahl an verschiedensten Glaubensansätzen haben. In meinen Augen bietet die Religion zwei wichtige Aspekte für eine Gesellschaft, völlig unabhängig ob es sich dabei um die Antike oder Moderne oder um welchen Kulturkreis es sich handelt.

Zum einen liefert Glauben häufig eine Erklärung für Dinge, über die man nichts weis. Dabei gehen viele Religionen auch noch heute auf die Entstehung der Welt und die Schaffung des Menschen ein. Doch die Erklärungsansätze gehen weit darüber hinaus. Was passiert nach dem Tod? Gibt es etwas wie eine Seele? Werden unsere Taten zu Lebzeiten bewertet von einer höheren Macht? All diese Fragen sollten auch in der Religion für eine Fantasywelt geklärt sein für den Autor, denn sie beeinflussen das Verhalten der Bewohner. Fürchtet man den Gott/ die Götter, da sie einen bestrafen, wenn man jemanden Unrecht zufügt, so wird die Hemmschwelle größer sein. Und genau hier kommen wir zum zweiten Punkt. Glauben liefert ein Wertesystem, bzw. Die Grundlage für ein solches. Viele unserer Werte, gehen auf den Glauben, im speziellen bei uns auf die Bibel und die Zehn Gebote zurück. Meist sind wir uns dessen aber gar nicht bewusst. Aber Jahrhunderte lang wurden diese Werte in der Kirche gepredigt, dass sie sich fest in unserem Weltbild gefestigt haben und heute nicht mehr wegzudenken wären. Änderung dieser alten Ansichten dauern oft Jahrzehnte und gehen nur sehr langsam voran. So dauerte es zum Beispiel sehr lange, bis Frauen die gleichen Rechte in der Gesellschaft erhalten haben wie Männer. Und die Akzeptanz in der gesamten Gesellschaft dauerte nochmals viel länger und ist noch immer nicht voll abgeschlossen. Dies ist nur ein Beispiel, wie groß der Einfluss von Religion noch in unserer Welt ist. Allerdings gibt uns Glauben auch die Möglichkeit Dinge moralisch zu bewerten. Dies ist gerade für Fantasieren ein wichtiger Faktor. Nur durch moralische Bewertung kann man etwas dem Bösen oder dem Guten zuordnen. Da in Fantasy aber genau der Kampf zwischen diesen beiden Positionen im Mittelpunkt steht, bedarf es, das die Bewohner Dinge bewerten und diesen Parteien zuordnen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Monotheismus oder Polytheismus handelt. Hier hat der Autor freie Auswahl und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Zwangsläufig wird er sich aber an irgendeiner Religion orientieren, schon allein deswegen, weil dann im Roman keine langen Erklärungen nötig sind sondern nur im Rahmen der Geschichte kurze Erwähnungen ausreichen um ein realistisches Bild zu übermitteln. Dies reicht meines Erachtens vollkommen aus. Natürlich besteht die Möglichkeit, verschiedenen Völkern verschiedene Religionen zu spendieren. Dies bedeutet weiteres Potential für Konflikte. Und ein Roman lebt von Konflikten.

Ein mit der Religion verwandtes Thema ist Magie. Für mich stellt sie einen wichtigen Bestandteil eines High Fantasy Werkes dar. Religion bietet einen möglichen Ansatzpunkt. So können Götter einem Wesen die Gunst der Magie gewähren. Genauso kann es aber auch sein, dass Magie die Verehrung alter Naturgeister oder der Elemente bedarf. Auch dies ist eine Form von Religion. Die letzte weit verbreite Option ist eine alte, vergessene und sehr mächtige Sprache, die der Schlüssel zur Anwendung von Magie ist. Diese Sprache ist meist eine alte Elbansprache oder gar die Sprach der Götter.

Neben der Frage, wie wirkt man Magie muss geklärt sein, wer kann alles Magie verwenden und wie stark ist die Magie. Gibt es schwache Fähigkeiten, die jeder erlernen kann oder kann jeder auch die mächtigste Zauber wirken oder sind nur wenige Wesen Magiebegabt? Zudem ist es wichtig, welches Ansehen Magie genießt. Wenn sie verboten ist, kann ein Held nicht wild durch die Gegend laufen und überall Magie wirken. Doch selbst wenn sie erlaubt und gern gesehen wird, ist der Spannungsbogen schnell zerstört, wenn sich jedes Problem in Sekunden mit Hilfe der Magie lösen lässt. Somit ist es wichtig sich Gedanken darüber zu machen, wie Magie beschränkt wird, sodass es logisch und schlüssig erscheint, warum der Hauptkonflikt nicht mit einem einfachen Zauber gelöst wird. Das bedeutet, auch das Wirken von Magie muss Kraft kosten. Zudem darf in meinen Augen der Einsatz nie ohne Risiko sein und er sollte einen Preis kosten. Dies kann alles mögliche sein, zum Beispiel könnte ein Mensch mit jedem Zauber, den er wirkt, ein Stück seine Menschlichkeit verlieren. Das Risiko könnte darin bestehen, dass die Wirkung von Magie nicht vorhersehbar ist und man, obwohl man nur gute Absichten hegt, mit ihr Schreckliches anrichte kann. Je mächtiger ein Zauber ist, umso unvorhersehbar ist seine Wirkung. In meinen Augen ist Magie ein zweischneidiges Schwert. Richtig dosiert erhöht es den Flair einer Fantasywelt. Wer über das Ziel hier hinausschießt, zerstört aber die Magie der Welt!

Wenn man nun all die Fragen, die ich die letzten Wochen aufgeworfen habe, für ich geklärt hat, erhält man ein gutes Grundgerüst für seine Welt. Natürlich ist es auch abhängig vom eigenen Stil, inwieweit man dies alles im Vorfeld festlegt. Mir hilft es aber, sich über diese Punkte im Klaren zu sein.