Warum sollte man Rezensionen schreiben?

Ich habe in letzter Zeit mit verschiedenen Personen darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist eine Rezension zu schreiben, egal ob für ein Buch oder irgend etwas anderes. Die am meisten verbreitete Meinung ist, wenn man von etwas enttäuscht wurde, sollte man eine Rezension schreiben um andere vor dieser Enttäuschung zu bewahren. Dagegen bedarf es keiner Rezension, wenn etwas wirklich gut war. Diese Meinung teile ich nicht. Gerade weil viele Rezensionen nur erstellt werden, wenn es etwas negatives zu sagen gibt, verzerrt das das Bild. Deshalb möchte ich nun ein paar Argumente aufführen, warum man auch mal positive Rezensionen schreiben sollte, natürlich am Beispiel für Bücher und Autoren. Das meiste lässt sich aber auch auf viele andere Dinge übertragen.

Jeder Autor freut sich über ehrliche Rezensionen
Das ist fast. Es gibt für einen Autor nichts schönere, als zu sehen, dass sich jemand mit seinem Werk auseinandersetzt und seine Meinung dazu schreibt. Wenn die Rezension dazu ehrlich ist, dann freut man sich auch über Kritikpunkte. Diese zeigen, es wird nicht alles in den Himmel gelobt sondern der Verfasser hat sich intensiv mit dem Werk beschäftigt. Es wäre verwunderlich, wenn jeder Leser ein Werk vom ersten bis zum letzten Buchstaben perfekt fände, denn hier spielen ja subjektive Empfindungen mit rein. Ich selbst freue mich über jedes Statement zu meinen Artikeln. Oftmals geben sie mir noch einmal einen anderen Sichtwinkel auf mein Geschriebenes, was mich immer weiter bringt!

Der Autor freut sich über einen Austausch mit dem Leser
Autoren freuen sich mit dem Leser in Kontakt zu treten. Doch wie soll das funktionieren, wenn nicht der Leser den ersten Schritt macht. Mit Ausnahme von Lesungen oder Buchmessen, kennt der Autor ja nicht den Leser. Andersherum ist dies aber sehr wohl der Fall. Viele Autoren lesen die Rezensionen mit großer Sorgfalt und reagieren darauf auch. Es ist ein Gerücht, dass diese den Autor nicht interessieren. Manchmal entsteht so ein wunderbarer Austausch.

Man beschäftigt sich viel intensiver mit einem Buch
Wer eine Rezension schreibt, beschäftigt sich meist deutlich intensiver mit einem Buch, als wenn er es nur liest. Eine Rezension ist meist für die Öffentlichkeit bestimmt und man gibt zwar seine subjektive Meinung wieder, nichts desto trotz sollte diese nachvollziehbar sein. Man steigt auch nicht nur in die Geschichte ein, sondern schaut sich auch Dinge wie Schreibstil, Figuren, etc, an. Diese Dinge können beim einfachen Lesen auf der Strecke bleiben.

Man lernt etwas übers Schreiben
Wenn man eine Rezension verfasst lernt man auch selbst etwas übers Schreiben. Zum einen schreibt man ja selbst gerade etwas, zum anderen analysiert man einen Text. Und genau hier liegt ein wichtiger Punkt. Ich lese nicht nur einfach und notiere für mich im Kopf “das gefällt mir”. Ich gehe nun weiter darauf ein und hinterfrage es, warum gefällt es mir (nicht)? Die Beantwortung dieser Frage, ist hervorragend um herauszufinden, was für einen selbst beim geschriebenen Wort funktioniert und wo man schon als Leser die Stirn in Falten legt.

Rezensionen erhöhen die Chance mehr von diesem Autor zu lesen
Wenn ein Autor kein oder nur negatives Feedback bekommt, kann dies entmutigen und er lässt das Schreiben in Zukunft vielleicht sein. Bei vielen Autoren wäre dies aber wirklich Schade, denn sie haben einen tollen Schreibstil, der mit einer positiven Kritik gefördert werden kann. Auch können Rezensionen  den Buchverkäufen zuträglich sein oder einem Autor die Chance auf einen Verlagsvertrag erhöhen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er weiterhin Bücher schreibt und diese auch veröffentlicht. Somit bekommt der Verfasser der Rezension quasi als Belohnung ein weiteres Werk zum lesen.

Je mehr Meinungen, desto besser
Für mich gilt nicht die Ausrede, der hat ja schon so viele Rezensionen. Je mehr Rezensionen verfasst werden, desto besser kann sich ein zukünftiger Käufer mit dem Buch beschäftigen. So wird aus vielen subjektiven Meinungen eine objektiver Eindruck über das Buch geschaffen. In meinen Augen, kann es nie genug Rezensionen zu einem Buch geben. Denn je mehr Meinungen es dazu gibt, umso wahrscheinlicher ist es auch, dass man mit anderen Lesern in Kontakt kommt und sich nochmals intensiv über das Buch austauschen kann oder bei ähnlichen Interessen eine gute Buchempfehlung erhält.

Abschließend möchte ich noch etwas zum Umgang mit Rezensionen sagen. Gerade bei Buchrezensionen spiegeln diese eine subjektive Meinung. Dies bedeutet, dass der Verfasser hier nicht irgendwas schreibt um dem Autor zu schaden oder in den Himmel zu loben. Es ist toll, wenn du Rezensionen anderer liest, und dir dann eine eigene Meinung über das Buch bildest. Die meisten Rezensenten freuen sich auch über einen Meinungsaustausch und würden niemals behaupten, ihre Sicht der Dinge ist die einzig wahre. Also mach du das auch nicht! Freue dich vielmehr mit jemandem über ein Buch dich austauschen zu können und respektiere die Meinungen anderer. Lasst euch aber als Rezensent nicht die Lust und Laune am Rezensieren verderben von Leuten, die euch deshalb angreifen oder beleidigen. Vergeudet eure Zeit nicht mit diesen Menschen, sondern freut euch über die vielen anderen Leser. Und zum Schluss: Wenn dir eine Rezension gut gefallen hat, darfst du das genauso sagen, wie bei einem Buch auch, der Rezensent freut sich darüber!

Meine Lieblingsorte zum Schreiben

Jeder Autor hat seine Lieblingsplätze, wo er sich gerne befindet während er seiner Fantasie freien Lauf lässt und die Abenteuer seines Kopfkinos aufschreibt. Auch ich habe diese und möchte sie euch vorstellen und etwas den Flair eines jeden Ortes näher bringen:

8. Im Zug
Reisen mit dem Zug hat gegenüber dem Auto vor allem den Vorteil, dass man unbeschwert schreiben kann, vorausgesetzt der Zug ist nicht so voll, dass man keinen Sitzplatz hat. Gerade die vorbeiziehende Landschaft, aber auch das bunte Volk an Reisenden bietet eine großartige Quelle an Input für das eigene Schaffen. Allerdings ist für mich der Grad zwischen Inspiration und Überreizung schnell überschritten. Mit Kopfhören kann dies zwar behoben werden, allerdings beschneidet man dann auch diese wunderbare Quelle an Sinneseindrücken. Es hängt also davon ab, mit wem man sich einen Wagen teilt. Manchmal ist es genau die richtige Atmosphäre um produktiv zu schreiben und manchmal will mir gar nichts gelingen.

7. Am Meer
Das stetige Rauschen des Wassers, der Blick in die Ferne. Möwen ziehen kreischend ihre Kreise. Ein Platz nahe am Wasser ist sehr entspannend. Jedesmal, wenn die Welle auf den Stein trifft, spritzt etwas Wasser herauf an meine Füße. Der Geruch nach Salz, Fisch und Wasser weckt ganz besondere Assoziationen. Wenn man wo hängt lässt man seinen Blick zusammen mit seinen Gedanken ins Weite schweifen. In der Ferne kann man einige Kinder beim spielen im Sand beobachten oder die vielen bunten Drachen bewundern. Wenn gar nichts mehr geht, sorgt eine Runde Schwimmen für die nötige Abwechslung.

6. Kaffee / Fußgängerzone
Gemütlich einen Tee trinken gehen, vielleicht ein Stück Sahnetorte dazu und das iPad auspacken und los schreiben. Dabei den Duft des Tees einatmen und sich gut fühlen. Die Menschen ziehen gut gelaunt an einem vorbei und man schnappt immer wieder Gesprächsfetzen auf. Im Hintergrund erhebt sich das Ulmer Münster in seiner ganzen Pracht. Wenn mein Blick zu ihm schweift muss ich jedes Mal schmunzeln. Schmunzeln über diese vier Meter, die jeden Kölner ärgern. Ist doch das Ulmer Münster mit diesem Vorsprung der höchste steinerne Kirchturm der Welt. Davor oder danach bietet sich stets ein Spaziergang durch die kleinen Gassen der Altstadt an. Hier findet man überall schöne Ecken, die zum Träumen einladen.

5. Bibliothek
Umgeben von Büchern, vielen Büchern lässt sich auch wunderbar am eigenen Buch schreiben. Allein schon der Geruch, den die tausende Bücher verströmen regt die Fantasie an. Zudem tigern Gleichgesinnte durch die Regelreihen und schmökern in der Auswahl an Büchern auf der Suche nach etwas Besonderem. Wenn man mal eine Pause machen will kann man sich ihnen anschließen. Statt auf Internetrecherche zurückzugreifen, kann man hier direkt in Büchern nach wichtigen Informationen suchen. Dies hat einen ganz anderen Reiz als eine Googlesuche. Was ich hier besonders schätze ist auch, sich mit anderen begeisterten über dieses oder jenes Buch auszutauschen und manchmal trifft man auch ein bekanntes Gesicht. Hier stimmt einfach die Mischung aus Ruhe und buntem Treiben um gut schreiben zu können.

4. Im Wald
Schon der Weg zu meinem Lieblingsplätze im Wald ist nicht ganz einfach. Es geht durch das Dickicht einen kleinen, aber steilen Hang hinauf. An einigen Stellen besteht aufgrund eines sandigen Untergrundes die Gefahr abzurutschen. Doch mein Platz an dem ich mich sehr gerne im Sommer zum Schreiben zurückziehe entschädigt dann für alles. Man lässt sich auf den manchmal noch etwas nassen Waldboden nieder und nimmt mit allen Sinnen den Wald wahr. Vögel zwitschern, begleitet vom leichten Rauschen der Blätter im Wind. Es duftet nach Wald und Freiheit. Wenn man den Blick in die Ferne schweifen lässt, kann man an guten Tagen am Horizont die Alpen sehen. Ansonsten kann man weit das Illertal hinaufschauen. Wahrlich ein Ort der Rueh und Abgeschiedenheit, wo man sehr gut schreiben kann.

3. Zu Hause
Natürlich schreibe ich auch gerne zu Hause an meinem Schreibtisch. Hier habe ich alles so eingerichtet, wie es mir gefällt. Über allem thront mein 34 Zoll Bildschirm. Hier habe ich genügen Platz um auch ausschweifende Plots zu planen. An der Wand bleibt mein Blick oft an dem Smartboard mit wichtigen Ideen oder den tollen Drucken meiner Headerbilder hängen. An meinem Schreibtisch erinnert mich eine klassische Schreibfeder an die Wurzeln des Autorenhandwerks. Für die Actionszenen stehe zwei Schwerter bereit. Manchmal versuche ich damit eine beschrieben Kampfszenen direkt nachzustellen. Vor dem Bildschirm dann hat auch noch die Fantasie ihren Platz und meine zwei Lieblingstiere, leider nur als Plastikfiguren, stehen dort: Ein schwarzer Drache mit rot glühenden Augen und ein Greif mit bronzefarbenen Federkleid. Dazu stets in Reichweite eine Tasse grünen Tees und eine Handvoll Nüsse und dem Schreiben steht nichts mehr im Weg.

2. Insel vom Stein
Ein ganz besondere Ort. Ein Steakhouse mag einem vielleicht nicht gleich als erstes einfallen zum Schreiben, aber die Insel vom Stein ist ein ganz besonderes Restaurant. Schon das gesamte Flair hat mich bereits bei meinem ersten Besuch angesprochen. Modern eingerichtet, in freundlichen Grautönen gehalten trifft es genau meinen Geschmack. An der Wand begrüßt einen ein silberner Rindskopf. Das Team rund um Herrn Stein begrüßt und bedient jeden Gast mit großer Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Kompetenz. Bei einem fantastisch zubereitetem Steak kann man eine Gedanken in die Ferne schweifen lassen. Dabei fällt einem neben dem fantastischen Geschmack auch der köstliche Geruch und die moderne Anrichteweise ins Auge. Ein Genuss für alle Sinne. Ich habe noch nirgends ein besseres Steak gegessen. Zwischen einzelnen Gängen hat man genügend Privatsphäre und Ruhe um sich dem Schreiben zu widmen. Gerne halte ich mich hier einen ganzen Abend auf um zu Schreiben und es mir gut gehen zu lassen.

1. In den Bergen
Berge haben mich schon immer fasziniert. Sie bieten eine unglaubliche Naturlandschaften. Egal ob im Winter oder im Sommer. Die Möglichkeiten und Plätze sind grenzenlos. Ebenso die Zeiteinteilungsmöglichkeiten. Egal ob in der Mittagspause beim Schifahren, auf einer Wanderung oder einfach den ganzen Tag an einem schönen Örtchen. Man findet immer eine Möglichkeit die frischen Eindrücke des atemberaubenden Bergpanoramas zu verarbeiten und zu nutzen. Dabei ist es völlig belanglos, ob es die Alpen, die Rocky Mountains oder die schottischen Highlands sind. Jede Bergregion hat ihre Besonderheiten und ihren ganz eigenen Flair. Dort fühle ich mich wohl und kann meiner Fantasie freien Lauf lassen. Weil ich Berge so sehr mag, werden Berge auch eine Role in meiner Geschichte einnehmen. Mehr verrate ich dazu nicht. Übrigens, mein Lieblingsberg aus der Literatur ist der einsame Berg aus Der Hobbit.

Jetzt seit ihr dann. Wo lasst ihr eurer Kreativität am liebsten Raum zur Entfaltung?

“Doping” für Autoren

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, so auch kein Meisterschriftsteller. Die meisten Autoren müssen langsam mit der Zeit ihren Stil verbessern und erweitern. Dennoch wird es immer Schwankungen geben. Was an einem Tag ohne Probleme läuft, wird am nächsten Kopfzerbrechen bereiten. Dennoch gibt es einige kleine Tricks, die die eigene Schreibleistung verbessern können. Jeder Autor hat da seine ganz eigenen Tricks auf Lager, die bei ihm funktionieren. Ich möchte hier mal meine wichtigstenTricks zeigen:

1. Schlafen

Nur wenn ich genug Schlaf hatte bin ich fit und ausgeruht. Wenn ich müde bin, merke ich oft, wie meine Gedanken abschweifen und ich mich nicht mehr auf das Schreiben konzentrieren kann. Entweder schreibe ich dann viel für den Papierkorb oder ich brauche sehr viel länger als, wenn ich fit bin. Deshalb versuche ich jeden Tag genügend Schlaf zu bekommen. Natürlich klappt das auch nicht immer. Allerdings habe  ich gemerkt, dass ich Abends rechtzeitig mit dem Schreiben aufhören muss, sonst beschäftigt es mich noch zu sehr, wenn ich im Bett liege und versuche einzuschlafen. Deshalb ist für mich spätestens um 22 Uhr Ende mit Schreiben.

2. Pausen

Auch wenn ich fit und erholt bin, benötige ich Pausen während des Schreibens. Ich versuche spätestens alle eineinhalb Stunden eine Pause von 15 Minuten einzulegen. Kurz etwas abschalten und an was anderes zu denken und sich etwas zu bewegen hilft enorm um danach wieder gut weiterarbeiten zu können. Manchmal komme ich aus einer Pause und habe eine Lösung für ein Problem im Kopf, obwohl ich gar nicht bewusst darüber gegrübelt habe.

3. Ernährung

Klar ist, Hunger kann ein sehr nervendes Gefühl sein und richtig ablenken. Ich tu mich sehr schwer hungrig zu schreiben. Noch schädlicher ist aber in meinen Augen zu viel oder zu deftig zu essen. Wenn ich zum Beispiel eine doppelte Portion Schweinebraten verdrückt habe, werde ich ziemlich schnell träge und müde, da mein Körper seine Energie zur Verdauung benötigt. Klar ist aber auch, dass ich mir ab und zu etwas gönne. Nur kann ich nicht dauerhaft schlemmen, wenn ich direkt nach dem Essen schreiben will. Hier muss jeder einen eigenen Weg finden, was ihm hilft. Ich knabbere während dem Schreiben oft eine Handvoll Nüsse.

4. Feste Schreibzeiten

Routine ist das A und O beim Schreiben. Deshalb habe ich auch feste Schreibzeiten, in denen ich mich immer mit meiner Arbeit als Autor beschäftige. So weiß mein Körper genau, was  von ihm verlangt wird und ich integriere diese „Termine“ fest in meinen Tagesablauf. So habe ich keine Ausrede, warum ich mal nichts gemacht habe. Auch für das Umfeld ist dies sehr hilfreich. Sie wissen, jetzt nur im Notfall stören, da ich gerade mit Schreiben beschäftigt bin und da bei Störungen auch schnell mal etwa unfreundlich werden kann. Gleiches gilt für Handy und Co. In dieser Zeit ist alles auf lautlos und außer Reichweite.

5. Neue Inspiration

Egal wie, ab und zu braucht man neue Inspiration. Diese kann man beim einsamen Spaziergang durch die Natur bekommen oder beim Stadtbummel durch die Fußgängerzone. Genauso können es aber auch Gespräche mit anderen Menschen sein. Wichtig ist nur seinen Arbeitsplatz zu verlassen und Augen und Ohren offen zu halten. Wenn man aufmerksam durch die Welt geht, können selbst alltägliche Dinge wie Einkaufen ein Quell der Inspiration werden. Manchmal gehe ich ganz bewusst in ein belebtes Kaffee mit Notizblock und Stift, beobachte die Menschen um mich herum und mache mir eifrig Notizen. Später kann ich dann darauf zurückgreifen, wenn ich zum Beispiel eine Figur charakterisiere.

6. Lesen / Filme schauen

Lesen bildet! Für einen Autor ist es noch viel wichtiger viel zu lesen. Zum einen muss er sich in seinem Genre auskennen und aktuelle Trends kennen, zum anderen hilft es beim lesen darauf zu achten, was einem besonders gut gefällt und was einem nicht gefällt. Gerade bewusstes lesen hilft einem Autor sich Gedanken über das geschriebene zu machen und wie es ankommt. Man kann auch aus „Fehlern“ anderer lernen. Genauso helfen auch Kino und TV. Gerade die Hollywoodproduktionen haben oft Schwächen im Plot, die einem aufzeigen, auf was für Details man selbst alles achten sollte. Aus Autorensicht finde ich ein „fehlerhaftes“ Werk deutlich besser, als ein perfektes Werk.

7. Gute Freunde / Unterstützter

Wenn man mit seinem Vorhaben ein Buch zu schreiben in die Öffentlichkeit geht, muss man sich um Kritiker keine Sorgen machen. Doch gerade am Anfang ist es wichtig mit guten Freunden über das Projekt zu reden. Sie sind es, die einen aufbauen, wenn es mal nicht so gut läuft und neuen Mut machen. Auch sind sie erste Ansprechpartner, wenn man zu einer Sache einen Rat braucht.

8. Schreiben

All dies hilft nichts, wenn man nicht anfängt zu schreiben. Das wichtigste ist und bleibt sich hinzusetzen und einfach anzufangen. Denn je mehr man schreibt, desto besser wird man auch. Und egal wie schrecklich sich der erste Entwurf liest, ist er doch stets der erste Schritt zum endgültigen Werk. Man sollte sich nicht damit aufhalten schon während des Schreibens an einzelnen Formulierungen zu feilen und ständig etwas zu löschen und neu zu schreiben. Dafür hat man später genug Zeit! Wichtig ist den ersten Entwurf zügig zu Ende zu schreiben.

9. Nicht Schreiben

Auch wenn es widersprüchlich erscheint, genauso wichtig wie das Schreiben ist das nicht Schreiben. Oder anders ausgedrückt: Man sollte niemals seine Freunde, Familie oder andere Hobbys vergessen. Natürlich wird man auch mal seinen Freunden absagen müssen um zu Schreiben, nur sollte man sie nicht vernachlässigen oder sich komplett zurückziehen. Es ist wichtig eine gesunde Mischung zu finden um Schreiben zu können, aber auch um sein restliches Privatleben nicht komplett zu vernachlässigen.

10. Überzeugung und Spaß

Am wichtigsten erachte ich aber, dass man Spaß beim Schreiben hat. Sicherlich gibt es wie in jedem Hobby auch mal Tage, wo es mehr Qual als Spaß ist, aber diese sollten in der Unterzahl sein. Wenn man Spaß am Schreiben hat, ist es schon fast die halbe Miete. Daneben sollte man sich auch Selbstvertrauen aneignen. Es wird genügend unsachliche Kritik auf einen einprasseln. Diese sollte aber einem nicht weiter stören. Wichtig ist, gerade Anfangs, nicht zu viel Wert auf die Meinung andere zu legen, egal ob Kritik oder Lob! Schreibt weil es euch Spaß macht und nicht um irgendwann mal damit reich und berühmt zu werden. Denn dazu bedarf es mehr als eines sehr guten Buchs.

Warum Autoren verreisen sollten

Da ich letzte Woche mit der Deutschen Bahn nach Bremen gereist bin, habe ich mich intensiver mit dem Thema Reisen für Autoren beschäftigt. Gibt es einige nützliche Nebeneffekte beim Reisen oder ist es sogar unerlässlich für einen Autor zu reisen und fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen?

Wenn ich einen Roman schreibe, der an Originalschauplätzen spielen soll in unserer Welt, halte ich es für eine Notwendigkeit diese Plätze zu besuchen. Denn nur was ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe, kann ich auch dementsprechend beschreiben. Als erster Autor fällt mir hierzu Dan Brown ein. Seine Romane spielen oft an ganz besonderen und bekannten Plätzen. Mittlerweile gibt es in London Führungen auf Basis der Orte die Brown in seinen Thrillern verwendet. Spätestens jetzt würden dem Leser Ungenauigkeiten oder Fehler auffallen und sie wären nicht entschuldbar!

Ich habe ja das Glück einen Fantasyroman zu schreiben und somit wird niemand in der Lage sein zu den Schauplätzen meiner Geschichte zu reisen. Dennoch kann ich mir bei der Erschaffung meiner Welt viel auf der Erde abschauen. Ich benötige eine düstere Bergkulisse, die finde ich zum Beispiel in den schottischen Highlands, einen Fluss inmitten von dichtem Wald, kein Problem, die Amazonasregion. Natürlich kann ich nicht im Copy & Paste Prinzip einfach Landstriche kopieren und in meine Welt einfügen, aber ich kann mich inspirieren lassen und einzelne kleine Orte, die eine tragende Rolle in der Geschichte Spielen besser beschreiben, wenn ich ähnliche Orte schon einmal gesehen habe. Für mich macht es da auch einen großen Unterschied ob nur auf einem Bild oder ob ich selbst vor Ort war, da ich hier noch zusätzlich Gerüche und Geräusche aufnehmen kann. Nicht zuletzt sind vielen Menschen die stimmungsvollen Bilder aus Mittelerde, bzw. Neuseeland aus den Herr Der Ringe Filmen im Kopf geblieben.

Doch nicht nur die Natur kann ein lohnenswertes Ziel sein. Auch Städte, für mein Genre besonders mittelalterliche Städte können einen Eindruck vermitteln und als Recherche zählen. Wie war damals eine Stadt aufgebaut? Welche Gebäude kommen immer wieder vor? Da die Highfantasy meist in einer  mittelalterlichen Welt spielt, kann man sich hier sehr gut in Deutschland informieren. Es bedarf wohl wenig aufwand eine alte Stadt oder Burg in seiner Nähe zu finden um einen ersten Eindruck vom Leben im Mittelalter zu bekommen. Geht man hier einen Schritt weiter, so kann man verschiedene Kulturen verschiedenen Völkern zuordnen. Die Menschen ähneln meist stark der europäischen Kultur, während man einiges der Elben eher in der asiatische Kultur wiederfindet. Auch dank des Fanatsybooms gibt es immer mehr Mittelaltermärkte oder Ritterturniere, die man zu Recherchezwecken besuchen kann. Doch gerade hier ist Vorsicht geboten, da nicht alles historisch genau dargestellt wird. Für einen ersten Eindruck und um ein Bild in den Kopf zu bekommen reicht es auf jeden Fall aus.

Wer selbst mal in eine fantastische Geschichte eintauchen will, dem kann ich nur LARP empfehlen. Beim Live Action Role Playing trifft man sich mit vielen Gleichgesinnten, verkleidet sich und schlüpft in eine Rolle. Gemeinsam versucht man den Plot zu lösen und ans Ziel zu kommen. Dennoch sei auch gesagt, dass es einiges an Vorbereitungszeit benötigt. Man sollte die Grundregeln kennen und sich überlegen, wer man sein möchte. Für den Anfang tut es  eine unspektakuläre Figur. Wenn man aber intensiver dabei sein möchte, kommt noch einmal Zeit dazu um das eigene Kostüm herzustellen.

Neben Landschaften und Orten lernt man natürlich auf Reisen auch Menschen kennen. Diese können einem genauso als Inspiration für eine Figur dienen. Dies betrifft vor allem Menschen aus anderen Kulturen. Doch auch die Tatsache nur unterwegs zu sein, kann dabei helfen Menschen intensiver z studieren und zu beobachten, weil man gerade eh nichts anders zu tun hat. So ist eine Bahnreise sehr gut geeignet die unterschiedlichsten Charaktere auf engem Raum anzutreffen und direkt zu vergleichen. Wie reagieren sie auf den selben Umstand? Bei einer Zugverspätung tingelt der erste unruhig auf und ab. Der zweite schaut alle paar Sekunden auf sein Uhr. Ein weitere Reisende spricht wütend mit einem Angestellten der Bahn und regt sich maßlos auf. Der nächste sitzt etwas abseits und ist in sein Buch vertieft. Wie überall gilt für einen Autor: Beobachte deine Umgebung genau und du wirst Anregungen für dein Werk finden!

Abschließend sei gesagt, dass auch noch andere Gründe für das reisen sprechen. Man kann es auch nutzen um bewusst abzuschalten, eine Pause einzulegen oder einfach nur weil es Spaß macht. Ganz egal warum oder wozu ihr verreist, genießt die Zeit!

Ich schreibe trotzdem!

Ich denke viele Hobbyautoren kennen dieses Phänomen. Die meisten Personen mit denen man darüber redet, geben ein positives bis neutrales Feedback. Oft erntet man gerade am Anfang Verwunderung. Wenn die Leute aber merken, dass dies keine fixe Idee ist, sondern man sich schon länger damit beschäftigt, kann man sich gut darüber unterhalten. Viele Fragen, ob aus Höflichkeit oder wirklichem Interesse sei mal dahingestellt, ob sie denn später ein Exemplar des Buchs bekommen. Solch ein Interesse und positives Feedback stärkt einem den Rücken und man kann davon zehren, wenn man mal nicht so viel Lust darauf hat. Deshalb möchte ich mich auch hier bei jedem bedanken, der Interesse zeigt an meinem Buchprojekt und der mir eine positive Rückmeldung gegeben oder konstruktive Kritik geäußert hat. Besonders möchte ich mich auch bei Stefan und Daniel bedanken, die sich häufig meine (oft stundenlangen) Monologe und Vorträge über mein Buch anhören mussten und wahrscheinlich auch weiterhin anhören dürfen. Vielen Dank! Doch daneben gibt es auch immer wieder die gleichen nervenden Fragen, Unverständnis oder negative Kommentare, die einen mit der Zeit nerven. Für all diejenigen, möchte ich auf die nervigsten Fragen bzw. Aussagen meine bevorzugten Antworten geben. Wer selber schreibt und darüber spricht, wird sicher die ein oder andere Frage kennen und vielleicht etwas mitnehmen.

1. Du wirst nie einen Verlag dafür finden!

Woher willst du das wissen? Weißt du wie ich schreibe? Weißt du genau was die Verlage suchen? Ich glaube jedes gute Manuskript hat die Chance einen Verlag zu finden, der es veröffentlichen will. Dafür benötigt man aber als Newcomer immer Glück. Auch J. K. Rowling tingelte von Verlag zu Verlag, bis sie endlich einen gefunden hatte, der Harry Potter veröffentlichen wollte. Zudem ist es heutzutage nicht mehr nötig einen Verlag zu finden. Genauso kann ich mein Buch im Selfpublishing herausbringen oder nur als E-Book. Du siehst, es gibt genügend Möglichkeiten ein Buch zu verkaufen. Nicht umsonst habe ich bereits einen Blog, wo ich regelmäßig über mein Buchprojekt und das Schreiben informiere.

2. Heute liest doch niemand mehr!

Ich kenne eine menge Leute, die immer noch gerne lesen, egal ob klassisches Buch oder E-Book. Nicht umsonst bieten mittlerweile viele Hobbyautoren ihre Werke als E-Book an um die Menschen zu erfreuen, die gerne lesen. Natürlich konkurriert man heute viel mehr mit anderen Medien, wie Fernsehen und Kino als früher, aber diese können auch Buchverkäufe ankurbeln. So haben zum Beispiel die „Herr der Ringe“ Filme nachweislich für einen Boom bei Büchern aus dem Fantasygenre gesorgt.

Daneben basieren auch viele Filme oder Serien auf Büchern. Aus den letzten Jahren fallen mir hier spontan Game of Thrones, Der Hobbit und Die Tribute von Panem ein. Daneben basieren auch viel Filme auf Büchern, wo man es nicht sofort vermutet wie bei Stirb Langsam oder World War Z. Die Geschichten aus Büchern begeistern also die Massen, wenn auch teilweise nicht in der ursprünglichen Form!

3. Mit Schreiben verdient man nichts, mach was sinnvolles in deiner Freizeit!

Der Klassiker, den schon jeder Hobbyautor gehört haben dürfte. Ja, mir ist bewusst, dass 99,99% der Schriftsteller nicht davon leben können und nur wenig Verkaufserlöse erzielen. Ich schreibe aber auch nicht um davon leben zu können. Ich schreibe in erster Linie, weil es mir Spaß macht und weil ich mich dabei erhole und entspanne. Genauso könnte man Millionen Hobbysportlern oder-musikfern vorwerfen, sie werden mit ihrem Hobby kein Geld verdienen. Wieso kann man nicht auch das Schreiben als Hobby pflegen. Statt vor ein paar Rentnern jedes Wochenende auf dem Dorfplatz meine sportlichen Fähigkeiten zu zeigen, präsentiere ich mein Werk dem interessierten Leser. Ob dies nun nur wenige oder sehr viele sind ist erstmal zweitrangig. Ich schreibe, weil es mir Spaß macht, so wie viele Menschen Sport machen, ein Musikinstrument spielen oder Briefmarken sammeln.

4. Autoren sind einsame Menschen!

Hier folgt schon eine Bewertung durch die Gesellschaft: Einsamkeit ist schlecht. Doch wer sagt dies. Es gibt in jedem Beruf und Hobby Menschen die geselliger sind und welche die ihre Zeit lieber alleine oder in kleiner Runde verbringen. Doch dies ist weder gut noch schlecht, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal.

Ich bin mit meinem Sozialen Leben sehr zufrieden. Ich würde mich gar nicht wohl fühlen, andauern unter Menschen zu sein und jedes Wochenende dreimal in die Disco zu gehen. Viel lieber treffe ich mich mit wenigen Personen in ruhiger Atmosphäre und unterhalte mich dann auch gerne stundenlang bei gutem Essen über Gott und die Welt. Zudem halten Autoren auch zusammen. Ob über Facebook, Internetforen oder Autorenstammtischen, man lernt stets neue Interessante Menschen kennen.

5. Du warst doch schlecht in Deutsch, wie willst du jetzt einen guten Roman schreiben?

Ich glaube meine Deutschnote hat überhaupt nichts damit zu tun, ob ich einen guten oder schlechten Roman schreiben kann. Wann durfte ich während meiner Schulzeit schon über einen längeren Zeitraum eine Geschichte planen, anfertigen und überarbeiten? Ein Deutschaufsatz hat vielleicht sechs bis acht Seiten, ein Roman 500. Meinen Roman schreibe ich über ein Thema, dass mir gefällt und wo ich mich wohl fühle und nicht über ein vorgegebenes Thema. Es gibt noch zahlreiche anderen Unterschiede, doch möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen.

Genug der negativen Gedanken. Das einzige was zählt: Lasst euch nicht runterziehen von negativen Kommentaren sondern schreibt aus Überzeugung, weil es Spaß macht. Alles andere was vielleicht noch kommt ist ein schöner Zusatz!