Rezension: Malakhim – Engelserwachen

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Malahkim – Engelserwachen ist das neuste Werk aus dem Talawah-Verlag. Erneut hat eine junge Autorin damit ihren Erstling erfolgreich veröffentlicht. Das Werk von Hawa Mansaray ist seit 01.10.2016 als Taschenbuch und E-Book erhältlich. Die Printausgabe schlägt mit 14,90 € zu Buche. Das Buch ist der Auftakt zu einer Trilogie. Vielen Dank an den Talawah Verlag, der mir eine Rezensionsausgabe als E-Book zur Verfügung gestellt hat. Dies beeinflusst meine Meinung über das Buch nicht.

Klappentext*

„Die 16-jährige Georgie Eliot wird von ihren Mitschülern gemobbt und schikaniert. Auf der Flucht vor den handgreiflichen Übergriffen ihrer Klassenkameraden erleidet sie einen schweren Autounfall.

Moriel, der Todesengel, stellt sie vor die Wahl, in ihr irdisches Leben zurückzukehren oder im Himmelsreich eine wichtige Aufgabe zu übernehmen. Georgie entscheidet sich gegen ihr bisheriges Sein und wird zu einer Malakhim, einem Halbengel.

Aber auch im Paradies ist nicht alles Gold, was glänzt. Als der mysteriöse Cedric, der Georgie magisch anzuziehen scheint, ihr eine uralte Prophezeiung offenbart, steht das Böse bereits kurz davor, das Himmelsreich zu stürzen und die Menschheit zu vernichten. Längst hat Luzifer seine Schergen ausgesandt, um Feuersbrunst und Tod über die Welt zu bringen.

Ein Kampf zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle, und eine außergewöhnliche Liebe ohne jegliche Vernunft, entfacht.“

Kritik

Der Einstieg in das Buch hat mich begeistert. Der Autorin ist es perfekt gelungen die Situation und die Gefühlswelt von Georgie so zu beschreiben, dass ich sie sehr gut nachempfinden konnte. Dadurch war auch sofort eine tiefe Sympathie zur Protagonistin gegeben und man fiebert das ganze Buch über mit ihr mit, wenn diese Nähe auch im Laufe des Buches etwas verloren geht. Der Sprachstil ist klar und verständlich. Besonders gut gefällt mir, wie die Gefühle der Protagonistin transportiert werden. Ihre Entscheidungen und ihre Motivation ist klar nachzuvollziehen. Die weitere Figuren harmonieren gut mit der Geschichte und fügen sich harmonisch ein. Teilweise wünschte ich mir ein paar mehr Informationen über die Personen, allerdings bleibt so auch die Spannung erhalten, da noch das ein oder andere Geheimnis auf den Leser wartet.  An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch detailliertere Beschreibungen der fantastischen Welten gewünscht. Diese sind leider etwas kurz geraten, sodass das Flair nicht immer zu mir übergeschwappt ist.

Der Plot greift auf den bekannten Kampf zwischen Gut und Böse zurück. Ein jeder kennt wohl die Geschichte um den Zwist zwischen Lucifer und Gott, woraufhin erstgenannter aus dem Himmel verbannt wurde und zum Teufel wurde. Hier knüpft das Buch an und hat für mich ein paar Interessante Aspekte und Besonderheiten zu den sonst üblichen „Himmel-vs.-Hölle-Geschichten“ zu bieten. Einzig was ich hier etwas vermisse ist, das der große Gegenspieler von Georgie in Erscheinung tritt. Man bekommt zwar eine Ahnung, wer es sein könnte, aber ich hätte mir hier früher eine ihm gewidmete Szene gewünscht, in der er zwar auftritt, seine Identität aber nicht aufgedeckt wird.

Nicht zu letzt gibt es auch noch das Element fürs Herz. Dieses finde ich dezent im Hintergrund gehalten und es entwickelt sich nur langsam um dann sehr überraschend einen großen Sprung zu machen. Die Parallelen zu Romeo und Julia sind dabei deutlich zu erkennen. Dennoch steht die Romanze nicht im Mittelpunkt, was ich sehr gut finde.

Als letztes sei noch gesagt, dass die Nähe zum Christentum bei diese Geschichte eine große Rolle spielt. Angefangen beim Plot, aber auch bei der Protagonistin spürt man diesen Zusammenhang deutlich. Ich habe dies einfach als Fantasyelement wahrgenommen und es hat mich nicht gestört.

Fazit

Mich hat das Werk von Hawa Mansaray sehr gut unterhalten und ich habe es flott gelesen. Gerade die ersten Kapitel haben mich sehr beeindruckt und die Messlatte sehr hoch gelegt. Diese Erwartungen wurden nicht immer gänzlich im weiteren verlauf erfüllt. Dem ein oder anderen Leser könnten die manchmal etwas christlich angehauchten Passagen stören. Mich haben sie das aber nicht. Der Schluss erzeugt Spannung und Vorfreude auf den zweiten Teil der Geschichte! Ich gebe dem Buch 4 von 5 Federn.

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Rezension: Die Geheimnisse der Alaburg (Farbseher Saga Teil I)

026 Rezension Die Geheimnisse der Alaburg

Die Geheimnisse der Alaburg ist der Debütroman von Greg Walters und Auftakt einer Tetralogie, der Farbseher Saga. Das Buch hat der Autor in Eigenregie als Selfpublisher verlegt und es ist seit 08.09. 2015 im Buchhandel als Taschenbuch und E-book erhältlich. Ich habe mir das Buch gekauft, nachdem ich über einen Facebookpost eines begeisterten Lesers darauf aufmerksam geworden bin.
Die Printausgabe umfasst 408 Seiten und kostet 12,99 €.

Klappentext*

Ein Mensch, der von der Magie beherrscht wird, ein Zwerg, der nicht zaubern kann, ein übergewichtiger Zweigelbe und ein hinkender Ork. Sie können die Welt retten – oder vernichten.
Leik, 16 Jahre, erlebt einen Winter, der sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Er trifft seine erste Liebe, besucht eine Universität, in der Magie gelehrt wird und findet zum ersten Mal im Leben Freunde. Aber seine Welt ist dem Untergang geweiht. Nur wenn Leik es schafft, die Farben der Zauberei richtig einzusetzen, kann er sie retten. Denn außer ihm kann niemand auf der Welt alle drei magischen Farben sehen. Das macht ihn außergewöhnlich – und gefährlich …

Kritik

Der Einstieg in das Buch viel mir sehr leicht. Bereits auf den ersten Seiten erschien mir der Protagonist Leik sehr sympathisch. Die Handlung kommt sehr schnell in Schwung und bietet einen schönen Einstieg in eine klassische High Fantasy Erzählung.

Der Schreibstil des Autors trifft meinen Geschmack. Vor allem die Personenbeschreibungen sind sehr lebhaft und abwechslungsreich. Erfrischend finde ich, dass der Autor dabei auf einiges Gewohnte zurückgreift, aber nicht davor abschreckt punktuell eigen Akzente jenseits der High-Fantasy-Konventionen bei seinen Figuren zu setzten. Hier hätte ich mir aber noch etwas mehr Mut gewünscht um diesen Schritt konsequent zu gehen. Die Beschreibung der Welt ist ausreichend um wichtige Punkte und Merkmale zu erfahren. Allerdings hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle als Fan von Natur und Weltbeschreibungen etwas mehr Details gewünscht. Dennoch kann man sich als Leser ein recht gutes Bild davon im Kopf zusammensetzen.

Die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet, was vor allem auf den Protagonisten Leik und seine drei Begleiter zutrifft. Mir ist es nicht schwer gefallen eine Bindung zu diesen Personen aufzubauen und ich fieberte mit ihnen mit. Aufgrund der Erzählperspektive erfährt man wenig über Gefühle und Gedanken abseits des Protagonisten. Die Motive der Figuren sind nachvollziehbar und ihre Handlungen schlüssig. Bei den Nebencharakteren findet man viele bekannte Rollen, die es in vielen anderen Werken auch schon gab. Hier bleibt viele oberflächlich und so bleiben leider auch Überraschungen aus.

Beim Spannungsbogen des Buches bin ich zwiegespalten. Anfangs geht es sehr schnell los und aufgrund der Action und der Spannung wollte ich das Buch überhaupt nicht weglegen. Zur Mitte hin flacht die Spannung aber fast gänzlich ab und die Geschichte hat einen Durchhänger. Dies ist auch der Teil der Geschichte, der mich sehr stark an Harry Potter erinnert und es gab für mich keinerlei überraschende Wendung. Gegen Ende des Buches besinnt sich der Autor wieder auf seinen tollen Anfang des Buches und die Spannungskurve steigt stark an. Das hat mir sehr gut gefallen. Das Ende ist definitiv gelungen und gibt schon einmal ein gutes Motiv und Möglichkeiten für den nächsten Band.

Fazit

Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt und ich habe es sehr zügig zu Ende gelesen. Gerade der Mittelteil hat doch sehr viele Parallelen zu Harry Potter. Auf der einen Seite ist das ein schöner Wiedererkennungseffekt, auf der anderen Seite leidet die Spannung in diesem Buch stellenweise sehr darunter. Dennoch hat mich der Anfang und das Ende des Buches überzeugt. Fans von Büchern wie Harry Potter oder Eragon dürften wie ich eine Freude an diesem Buch haben. Deshalb hat sich das Buch 4 von 5 Federn verdient. Besonders schön ist, Band 2 ist für den Sommer diesen Jahres angekündigt.

4_Federn_Artikel*Quelle: Greg Walters

Rezension: Feuerstimmen

Heute dreht sich alles um Feuerstimmen. Das Buch ist im Piper Verlag erschienen und stammt aus der Feder von Christoph Hardebusch. Das besondere an diesem Buch ist, dass es in Zusammenarbeit mit der deutschen Metal Band Van Canto entstanden ist. Diese hat ein Gleichnamiges Album Voices of Fire erarbeitet und fast zeitgleich veröffentlicht. Da Van Canto eine meiner Lieblingsbands ist, war ich sehr gespannt darauf, wie sich diese Kooperation in den Werken niederschlägt. Das Buch ist seit 17.03.2016 im Buchhandel zu erwerben. Ich habe dies getan und mit Begeisterung gelesen. Zum Glück kam das Album von Van Canto schon eine Woche früher raus, sonst hätten diese beiden Werke sicherlich um meine Zeit gekämpft.

Erster Eindruck

Das Buch gibt es sowohl als Taschenbuch, als auch als E-Book. Die Printausgabe umfasst 489 Seiten. Das Cover zeigt einen schwarzen Kreis indem ein silberner Drache und um ihn herum Verzierungen angebracht sind. Um den Kreis herum wird ein Feuer in Orange- bis Gelbtönen angedeutet. In der gleichen Farbe ist der Titel gehalten. Auf der Innenseite des Einbands darf sich dann die Band Van Canto zusammen mit dem Autor präsentieren. Auch eine kleine Abbildung des Albums findet man hier, dessen Cover identisch gestaltet ist. Ebenfalls befindet sich am Anfang eine schön gestaltete Karte, besonders deren Farbgebung, Grautöne, spricht mich sehr an. In unregelmäßigen Abständen sind auf einer extra Seite die verschiedenen Songtitel mit ein paar Zeilen Text abgedruckt. So kann man sich vor einem Abschnitt den passenden Titel anhören.

Inhalt

Der Schrecken war vor langer Zeit besiegt worden und in den Tiefen des Meeres begraben. Über die Jahre wurde die Erinnerungen zu Geschichten, Legenden und Liedern und die Wahrheit geriet in Vergessenheit. Doch das Böse rührt sich wieder und bringt Zwietracht über die Menschen. Die junge Königin Elena macht sich mit ihrer Leibwächterin auf die Fährte ihres Vorfahren um einen Möglichkeit zu finden ihr Land zu beschützen. Dabei trifft sie auf den Barden Aidan mit seinem Gefährten. Er war einst ein angesehener Barde an den Königshäusern, doch mittlerweile ist er ein Herumtreiber, der sich lieber betrinkt als zu singen. Er scheint aber eine unheimliche Macht zu haben, verschließt sich aber vor dieser aus Angst vor seinen Taten in der Vergangenheit und flüchtet vor seiner Verantwortung. Dennoch begleitet er die beiden auf Ihrer Reise um das Orakel im Land des ewigen Nebels zu finden. Dieses erklärt Aidan sein Schicksal, das Fortbestehen der Welt hängt von ihm ab. Zunächst weigert er sich, seiner „Pflicht“ nachzukommen, doch dann gerät alles in Gang und er versammelt die Barden zum letzten Kampf. Nur wenn sie in vollkommener Harmonie singen, kann es gelingen das Schrecken erneut zu besiegen.

Zitat des Buches

„Singt mit mir!“ Seine Stimme erfüllte die Welt. Elena konnte gar nicht anders als mit einzustimmen. Die Melodien wuchsen über sie hinweg, füllten sie aus. Der Rhythmus wurde zu ihrem Herzschlag. Jeder Schmerz war vergessen, verging vor der Macht der Musik.

Kritik

Man folgt dem Geschehen abwechselnd (Kapitelweise) aus der Sicht von Aidan und Elena. Dabei dauert es nicht lange, bis sich ihre Wege kreuzen und sie den restlichen Weg gemeinsam zurücklegen. Dabei sind die Perspektivwechsel sehr erfrischend und gut gestaltet. Man kriegt einen guten Einblick in die beiden Hauptfiguren ohne der Meinung zu sein, der Autor bevorzugt die eine. Der Erzählstil liest sich flüssig. Hin und wieder stößt man allerdings auf ein Wort, das heutzutage nicht mehr Gebräuchlich ist, was sich aber sehr gut in die Fanatsywelt einfügt.

Die Figuren sind durchdacht und nicht einseitig gestaltet. Sie besitzen Stärken und Schwächen. Gerade letztere scheinen aber bei Aidan zu überwiegen und so dauerte es recht lange, bis ich eine Nähe zu ihm aufbauen konnte. Elena scheint hier das perfekte Gegenstück zu sein, da bei ihr ihre Stärken überwiegen. Die weiteren Figuren bleiben bis auf Revus stets im Hintergrund. Dieser schafft es aber, obwohl nicht Perspektivfigur, vereinzelt Aidan die Show zu stehlen. Hier hätte ich mir manchmal gewünscht mehr über ihn zu erfahren. So haftet ihm etwas geheimnisvolle an, was meine Neugier aber nie ganz befriedigen konnte.

An Action mangelt es nicht, man könnte auch sagen, dass sich die Protagonisten von Kampf zu Kampf hangeln. Dennoch sind die Kampfszenen abwechslungsreich und sehr detailliert beschrieben, sodass sie vor dem inneren Auge entstehen können. Nur der letzte Kampf kommt mir im Vergleich zu den restlichen Kämpfen etwas kurz und abgehackt vor.

Die Story kommt ohne große Nebenhandlung aus und hat den typischen Verlauf einer Heldenreise. Man bleibt dabei von großen Überraschungen verschont. Für mich war selbst die Liebelei zwischen den zwei Protagonisten vorhersehbar. Dennoch erfüllt sie für den Erfolg der Mission einen wichtigen Punkt und hebt sich so von manch einer Romanze ab.

Die Magie spielt eine wichtige Rolle im Werk. Leider sind mir die Gesetzte und Möglichkeiten der Magie zu umkonkret dargestellt und so scheint deren Einsatz teilweise willkürlich zu sein und man fragt sich an manchen Stellen, warum hier keine Magie verwendet wird.

Zu den häufig in Fantasywelten anzutreffenden vier Elementen gesellt sich hier ein fünftes, die Harmonie, dazu. Dies ist eine erfrischende Idee, die mir sehr gut gefallen hat. Die Elemente werden je von einem Drachen verkörpert. Als Drachenfan, hätte ich mir gewünscht, dass diese deutlicher in Erscheinung treten.

Begeistert hat mich das Zusammenspiel zwischen Buch und Musik. Die Stücke greifen die Story auf und geben eine tolle Untermalung zum jeweiligen Abschnitt des Buches. So ist es mir sehr leicht gefallen die Stimmung aufzunehmen und mit Begeisterung zu lesen.

Fazit

Feuerstimmen ist ein tolles Buch. Mir hat es Spaß gemacht und ich habe es schnell und zügig zu Ende gelesen. Allerdings gibt es einige kleiner Schwächen, sodass es ein gutes Fantasybuch ist. Die Kooperation mit Van Canto macht es zu etwas Besonderem und ist ein klares Alleinstellungsmerkmal. Ich würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung dieser wunderbaren Kooperation gibt!

Ich gebe dem Buch insgesamt 4 von 5 Punkten.