“Doping” für Autoren

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, so auch kein Meisterschriftsteller. Die meisten Autoren müssen langsam mit der Zeit ihren Stil verbessern und erweitern. Dennoch wird es immer Schwankungen geben. Was an einem Tag ohne Probleme läuft, wird am nächsten Kopfzerbrechen bereiten. Dennoch gibt es einige kleine Tricks, die die eigene Schreibleistung verbessern können. Jeder Autor hat da seine ganz eigenen Tricks auf Lager, die bei ihm funktionieren. Ich möchte hier mal meine wichtigstenTricks zeigen:

1. Schlafen

Nur wenn ich genug Schlaf hatte bin ich fit und ausgeruht. Wenn ich müde bin, merke ich oft, wie meine Gedanken abschweifen und ich mich nicht mehr auf das Schreiben konzentrieren kann. Entweder schreibe ich dann viel für den Papierkorb oder ich brauche sehr viel länger als, wenn ich fit bin. Deshalb versuche ich jeden Tag genügend Schlaf zu bekommen. Natürlich klappt das auch nicht immer. Allerdings habe  ich gemerkt, dass ich Abends rechtzeitig mit dem Schreiben aufhören muss, sonst beschäftigt es mich noch zu sehr, wenn ich im Bett liege und versuche einzuschlafen. Deshalb ist für mich spätestens um 22 Uhr Ende mit Schreiben.

2. Pausen

Auch wenn ich fit und erholt bin, benötige ich Pausen während des Schreibens. Ich versuche spätestens alle eineinhalb Stunden eine Pause von 15 Minuten einzulegen. Kurz etwas abschalten und an was anderes zu denken und sich etwas zu bewegen hilft enorm um danach wieder gut weiterarbeiten zu können. Manchmal komme ich aus einer Pause und habe eine Lösung für ein Problem im Kopf, obwohl ich gar nicht bewusst darüber gegrübelt habe.

3. Ernährung

Klar ist, Hunger kann ein sehr nervendes Gefühl sein und richtig ablenken. Ich tu mich sehr schwer hungrig zu schreiben. Noch schädlicher ist aber in meinen Augen zu viel oder zu deftig zu essen. Wenn ich zum Beispiel eine doppelte Portion Schweinebraten verdrückt habe, werde ich ziemlich schnell träge und müde, da mein Körper seine Energie zur Verdauung benötigt. Klar ist aber auch, dass ich mir ab und zu etwas gönne. Nur kann ich nicht dauerhaft schlemmen, wenn ich direkt nach dem Essen schreiben will. Hier muss jeder einen eigenen Weg finden, was ihm hilft. Ich knabbere während dem Schreiben oft eine Handvoll Nüsse.

4. Feste Schreibzeiten

Routine ist das A und O beim Schreiben. Deshalb habe ich auch feste Schreibzeiten, in denen ich mich immer mit meiner Arbeit als Autor beschäftige. So weiß mein Körper genau, was  von ihm verlangt wird und ich integriere diese „Termine“ fest in meinen Tagesablauf. So habe ich keine Ausrede, warum ich mal nichts gemacht habe. Auch für das Umfeld ist dies sehr hilfreich. Sie wissen, jetzt nur im Notfall stören, da ich gerade mit Schreiben beschäftigt bin und da bei Störungen auch schnell mal etwa unfreundlich werden kann. Gleiches gilt für Handy und Co. In dieser Zeit ist alles auf lautlos und außer Reichweite.

5. Neue Inspiration

Egal wie, ab und zu braucht man neue Inspiration. Diese kann man beim einsamen Spaziergang durch die Natur bekommen oder beim Stadtbummel durch die Fußgängerzone. Genauso können es aber auch Gespräche mit anderen Menschen sein. Wichtig ist nur seinen Arbeitsplatz zu verlassen und Augen und Ohren offen zu halten. Wenn man aufmerksam durch die Welt geht, können selbst alltägliche Dinge wie Einkaufen ein Quell der Inspiration werden. Manchmal gehe ich ganz bewusst in ein belebtes Kaffee mit Notizblock und Stift, beobachte die Menschen um mich herum und mache mir eifrig Notizen. Später kann ich dann darauf zurückgreifen, wenn ich zum Beispiel eine Figur charakterisiere.

6. Lesen / Filme schauen

Lesen bildet! Für einen Autor ist es noch viel wichtiger viel zu lesen. Zum einen muss er sich in seinem Genre auskennen und aktuelle Trends kennen, zum anderen hilft es beim lesen darauf zu achten, was einem besonders gut gefällt und was einem nicht gefällt. Gerade bewusstes lesen hilft einem Autor sich Gedanken über das geschriebene zu machen und wie es ankommt. Man kann auch aus „Fehlern“ anderer lernen. Genauso helfen auch Kino und TV. Gerade die Hollywoodproduktionen haben oft Schwächen im Plot, die einem aufzeigen, auf was für Details man selbst alles achten sollte. Aus Autorensicht finde ich ein „fehlerhaftes“ Werk deutlich besser, als ein perfektes Werk.

7. Gute Freunde / Unterstützter

Wenn man mit seinem Vorhaben ein Buch zu schreiben in die Öffentlichkeit geht, muss man sich um Kritiker keine Sorgen machen. Doch gerade am Anfang ist es wichtig mit guten Freunden über das Projekt zu reden. Sie sind es, die einen aufbauen, wenn es mal nicht so gut läuft und neuen Mut machen. Auch sind sie erste Ansprechpartner, wenn man zu einer Sache einen Rat braucht.

8. Schreiben

All dies hilft nichts, wenn man nicht anfängt zu schreiben. Das wichtigste ist und bleibt sich hinzusetzen und einfach anzufangen. Denn je mehr man schreibt, desto besser wird man auch. Und egal wie schrecklich sich der erste Entwurf liest, ist er doch stets der erste Schritt zum endgültigen Werk. Man sollte sich nicht damit aufhalten schon während des Schreibens an einzelnen Formulierungen zu feilen und ständig etwas zu löschen und neu zu schreiben. Dafür hat man später genug Zeit! Wichtig ist den ersten Entwurf zügig zu Ende zu schreiben.

9. Nicht Schreiben

Auch wenn es widersprüchlich erscheint, genauso wichtig wie das Schreiben ist das nicht Schreiben. Oder anders ausgedrückt: Man sollte niemals seine Freunde, Familie oder andere Hobbys vergessen. Natürlich wird man auch mal seinen Freunden absagen müssen um zu Schreiben, nur sollte man sie nicht vernachlässigen oder sich komplett zurückziehen. Es ist wichtig eine gesunde Mischung zu finden um Schreiben zu können, aber auch um sein restliches Privatleben nicht komplett zu vernachlässigen.

10. Überzeugung und Spaß

Am wichtigsten erachte ich aber, dass man Spaß beim Schreiben hat. Sicherlich gibt es wie in jedem Hobby auch mal Tage, wo es mehr Qual als Spaß ist, aber diese sollten in der Unterzahl sein. Wenn man Spaß am Schreiben hat, ist es schon fast die halbe Miete. Daneben sollte man sich auch Selbstvertrauen aneignen. Es wird genügend unsachliche Kritik auf einen einprasseln. Diese sollte aber einem nicht weiter stören. Wichtig ist, gerade Anfangs, nicht zu viel Wert auf die Meinung andere zu legen, egal ob Kritik oder Lob! Schreibt weil es euch Spaß macht und nicht um irgendwann mal damit reich und berühmt zu werden. Denn dazu bedarf es mehr als eines sehr guten Buchs.

Erzählperspektive

Geschichten können aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Dabei hat die Perspektive einen ganz entscheidenden Anteil, wie sie beim Leser ankommt. Manche Informationen kann eine bestimmte Erzählperspektive auch nicht übermitteln, da der Erzähler diese Information gar nicht besitzen kann. Es ist also wichtig für einen Autor sich im Vorfeld Gedanken zu machen, welche Perspektive er wählt. Ein zu häufiges Wechseln der Erzählperspektive kann abschreckend und verwirrend wirken. Erzählperspektive bedeutet nichts anderes aus welchem Blickwinkel die Geschichte erzählt wird. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen drei Erzählperspektiven:

1. Objektive Erzähler

Der objektive erzählen zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht Bestandteil der Handlung ist, sondern nur ein außenstehender Beobachter. Er kann also nur das beschreiben, was er wahrnehmen kann. Er kann also keine Gefühle, Gedanken, Pläne oder Beweggründe der Personen wiedergeben, soweit diese sie nicht explizit aussprechen. Im Idealfall bewertet er auch das Geschehen nicht. Darunter leidet vor allem die Identifikation des Lesers mit den Figuren, da diese hauptsächlich auf den Beweggründen und Gefühlen einer Figur beruht. Dagegen kann diese Perspektive einer Person etwas geheimnisvolles verleihen. Die Motive und Gedanken bleiben für den Leser verborgen und er wird sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Somit wird diese Perspektive häufiger eingesetzt um den Schurken in Erscheinung treten zu lassen ohne zu viel über ihn zu verraten.

2. Ich-Erzähler

Der Ich-Erzähler nimmt stets eine subjektive Position ein, da er selbst direkt in der Handlung dabei ist. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um den Protagonisten oder den Antagonisten handeln, auch eine Nebenfigur kann als Ich-Erzähler fungieren. Der Vorteil dieser Perspektive ist, dass wir uns daran seit Kindesbeinen gewohnt haben, da Erlebnisse aus dem Alltag meist aus dieser Perspektive geschildert werden. Der Leser erhält einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt des Erzählers und kann eine tiefe Bindung zu ihm eingehen. Somit gibt dieser seinen subjektiven Eindruck des Geschehens ab und bewertet das erlebte aufgrund seiner eigenen Persönlichkeit.Der große Nachteil des Ich-Erzählers besteht darin, dass er nur über die Dinge berichten kann, die er selbst erlebt hat und auch nur seine eigenen Gefühle und Gedanken kennt. Zudem ist es in meinen Augen die herausforderndste Erzählperspektive für einen Autor um den Leser über ein gesamtes Buch hinweg zu begeistern.

3. Auktoriale Erzähler

Der auktoriale Erzähler ist ein allwissender Erzähler. Er kann in sämtliche Köpfe hineinschauen und gibt wieder, was sich dort alles an Gedanken und Gefühlen abspielt. Vor ihm bleibt kein Geheimnis offen und er kann auch von verschiedenen Ereignissen zur gleichen Zeit berichten. Dies führt dazu, dass der Leser schnell überfordert wird durch diese Flut an Informationen. In vielen Fantasyromanen findet man den auktorialen Erzähler. Meist wird er aber in seiner Allmacht etwas beschränkt. So kann er nur in einige wenige Figuren hineinschauen und deren Gefühle und Gedanken wiedergeben. Diese ausgewählten Figuren werden dann auch als personale Erzähler bezeichnet. Dadurch schafft der Autor eine enge Bindung des Lesers zu den Perspektivfiguren ohne ihn zu überfordern, da er nicht von allen beteiligten Figuren die Gedanken erfährt. Der personale Erzähler gibt seine subjektive Wahrnehmung preis. Dabei wird die dritte Person verwendet. Dabei sollte der Autor seinen Sprachstil variieren, je nachdem aus welcher Perspektivfigur wir der Handlung im Moment folgen. Ein Ork hat einen anderen Wortschatz als ein kleines Mädchen.

Natürlich muss sich ein Autor nicht auf eine Perspektive beschränken. Es steht ihm offen diese so oft zu wechseln, wie es ihm beliebt. In meinen Augen sollte die Zahl der Perspektivwechsel aber beschränkt sein und nur zwischen den Kapiteln oder einem markanten Szenenwechsel stattfinden. Ansonsten kann es schnell passieren, dass der Leser überfordert ist, sämtlichen Handlungen zu folgen. Gerade am Anfang eines Handlungsstranges ist es sinnvoll diesem etwas Zeit einzuräumen, bevor man wieder in eine andere Perspektive springt. So hat der Leser genügen Zeit sich wichtige Informationen bis zur Fortsetzung dieser Handlung einzuprägen. Der wohl häufigste Perspektivwechsel ist wohl der Wechsel zwischen verschiedenen personellen Erzählern.

Bei der Wahl der Erzählperspektive stelle ich mir als Autor immer eine Frage: Welche Perspektive ist notwendig, um dem Leser alle Informationen zu geben, die er benötigt und welche unterstützt die Wirkung der Geschichte am besten. Einen Perspektivwechsel nehme ich nur dann vor, wenn er nötig wird um dem Leser wichtige Informationen zukommen zu lassen oder ich damit etwas als Autor aufzeigen will. Nur aus dem Grund heraus mein Können, in verschiedensten Perspektive zu schreiben, zu zeigen, darf niemals ein Argument für einen Perspektivwechsel sein. Die Erzählperspektive soll stets die Handlung, Spannung und Dynamik der Geschichte unterstützen. So können sich die Wechsel der Perspektive ebenso zum Höhepunkt hin zuspitzen, wie die Handlung um die Spannung noch weiter zu erhöhen.

Eine neue Welt entsteht (Teil III)

Mittlerweile ist die Welt in ihren Grundzügen erschaffen. Dazu wurden Völker in diese gesetzt. Zuletzt wurde das Aussehen der von der Bevölkerung geschaffenen Welt und die Gesellschaftsform näher beleuchtet. Sehr eng damit verbunden ist die Frage nach Religion. Religion hat in der Geschichte der Menschheit eine wichtige Rolle gespielt. Und egal ob man nun gläubig ist oder nicht, verdanken wir viele unserer modernen Grundwerte der Religion. Schon in der Steinzeit spielte Glauben eine wichtige Rolle. Bis heute faszinieren die Menschen auch (vermutlich) religiöse Schreine aus der Vergangenheit, wie das Stonehenge in England. Glauben übernimmt in jeder Gesellschaft eine wichtige Rolle und so ist es nicht verwunderlich, dass in den verschiedenen Kulturkreisen sich verschiedene Religionen entwickelt haben und wir heute mehr denn je eine Auswahl an verschiedensten Glaubensansätzen haben. In meinen Augen bietet die Religion zwei wichtige Aspekte für eine Gesellschaft, völlig unabhängig ob es sich dabei um die Antike oder Moderne oder um welchen Kulturkreis es sich handelt.

Zum einen liefert Glauben häufig eine Erklärung für Dinge, über die man nichts weis. Dabei gehen viele Religionen auch noch heute auf die Entstehung der Welt und die Schaffung des Menschen ein. Doch die Erklärungsansätze gehen weit darüber hinaus. Was passiert nach dem Tod? Gibt es etwas wie eine Seele? Werden unsere Taten zu Lebzeiten bewertet von einer höheren Macht? All diese Fragen sollten auch in der Religion für eine Fantasywelt geklärt sein für den Autor, denn sie beeinflussen das Verhalten der Bewohner. Fürchtet man den Gott/ die Götter, da sie einen bestrafen, wenn man jemanden Unrecht zufügt, so wird die Hemmschwelle größer sein. Und genau hier kommen wir zum zweiten Punkt. Glauben liefert ein Wertesystem, bzw. Die Grundlage für ein solches. Viele unserer Werte, gehen auf den Glauben, im speziellen bei uns auf die Bibel und die Zehn Gebote zurück. Meist sind wir uns dessen aber gar nicht bewusst. Aber Jahrhunderte lang wurden diese Werte in der Kirche gepredigt, dass sie sich fest in unserem Weltbild gefestigt haben und heute nicht mehr wegzudenken wären. Änderung dieser alten Ansichten dauern oft Jahrzehnte und gehen nur sehr langsam voran. So dauerte es zum Beispiel sehr lange, bis Frauen die gleichen Rechte in der Gesellschaft erhalten haben wie Männer. Und die Akzeptanz in der gesamten Gesellschaft dauerte nochmals viel länger und ist noch immer nicht voll abgeschlossen. Dies ist nur ein Beispiel, wie groß der Einfluss von Religion noch in unserer Welt ist. Allerdings gibt uns Glauben auch die Möglichkeit Dinge moralisch zu bewerten. Dies ist gerade für Fantasieren ein wichtiger Faktor. Nur durch moralische Bewertung kann man etwas dem Bösen oder dem Guten zuordnen. Da in Fantasy aber genau der Kampf zwischen diesen beiden Positionen im Mittelpunkt steht, bedarf es, das die Bewohner Dinge bewerten und diesen Parteien zuordnen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Monotheismus oder Polytheismus handelt. Hier hat der Autor freie Auswahl und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Zwangsläufig wird er sich aber an irgendeiner Religion orientieren, schon allein deswegen, weil dann im Roman keine langen Erklärungen nötig sind sondern nur im Rahmen der Geschichte kurze Erwähnungen ausreichen um ein realistisches Bild zu übermitteln. Dies reicht meines Erachtens vollkommen aus. Natürlich besteht die Möglichkeit, verschiedenen Völkern verschiedene Religionen zu spendieren. Dies bedeutet weiteres Potential für Konflikte. Und ein Roman lebt von Konflikten.

Ein mit der Religion verwandtes Thema ist Magie. Für mich stellt sie einen wichtigen Bestandteil eines High Fantasy Werkes dar. Religion bietet einen möglichen Ansatzpunkt. So können Götter einem Wesen die Gunst der Magie gewähren. Genauso kann es aber auch sein, dass Magie die Verehrung alter Naturgeister oder der Elemente bedarf. Auch dies ist eine Form von Religion. Die letzte weit verbreite Option ist eine alte, vergessene und sehr mächtige Sprache, die der Schlüssel zur Anwendung von Magie ist. Diese Sprache ist meist eine alte Elbansprache oder gar die Sprach der Götter.

Neben der Frage, wie wirkt man Magie muss geklärt sein, wer kann alles Magie verwenden und wie stark ist die Magie. Gibt es schwache Fähigkeiten, die jeder erlernen kann oder kann jeder auch die mächtigste Zauber wirken oder sind nur wenige Wesen Magiebegabt? Zudem ist es wichtig, welches Ansehen Magie genießt. Wenn sie verboten ist, kann ein Held nicht wild durch die Gegend laufen und überall Magie wirken. Doch selbst wenn sie erlaubt und gern gesehen wird, ist der Spannungsbogen schnell zerstört, wenn sich jedes Problem in Sekunden mit Hilfe der Magie lösen lässt. Somit ist es wichtig sich Gedanken darüber zu machen, wie Magie beschränkt wird, sodass es logisch und schlüssig erscheint, warum der Hauptkonflikt nicht mit einem einfachen Zauber gelöst wird. Das bedeutet, auch das Wirken von Magie muss Kraft kosten. Zudem darf in meinen Augen der Einsatz nie ohne Risiko sein und er sollte einen Preis kosten. Dies kann alles mögliche sein, zum Beispiel könnte ein Mensch mit jedem Zauber, den er wirkt, ein Stück seine Menschlichkeit verlieren. Das Risiko könnte darin bestehen, dass die Wirkung von Magie nicht vorhersehbar ist und man, obwohl man nur gute Absichten hegt, mit ihr Schreckliches anrichte kann. Je mächtiger ein Zauber ist, umso unvorhersehbar ist seine Wirkung. In meinen Augen ist Magie ein zweischneidiges Schwert. Richtig dosiert erhöht es den Flair einer Fantasywelt. Wer über das Ziel hier hinausschießt, zerstört aber die Magie der Welt!

Wenn man nun all die Fragen, die ich die letzten Wochen aufgeworfen habe, für ich geklärt hat, erhält man ein gutes Grundgerüst für seine Welt. Natürlich ist es auch abhängig vom eigenen Stil, inwieweit man dies alles im Vorfeld festlegt. Mir hilft es aber, sich über diese Punkte im Klaren zu sein.

Subgenres der Fantasy

Letzte Woche habe ich mich dem Thema gewidmet, was Fantasy eigentlich ist. Bereits in der Einleitung habe ich darauf hingewiesen, dass sich Fantasy noch in recht viele Subgenres unterteilen lässt. Dies möchte ich heute etwas näher beleuchten, indem ich wichtige Subgenres vorstelle.

High Fantasy

Für mich die klassische Form von Fantasy. Durch Herr der Ringe wurde sie einem Millionenpublikum bekannt. Geprägt wird sie häufig durch eine fantastische Welt, die am Mittelalter angelehnt ist. In dieser tummeln sich die verschiedensten Völker wie Menschen, Elben, Oder, Orks,… . Teilweise wird für einige Völker eine eigene Kulturgeschichte mit Religion und Sprache entworfen und mit in die Erzählung verwoben. Kern des Plots ist oft der Krieg zwischen verschiedenen Völkern oder die Beseitigung einer übernatürlichen Bedrohung für die freie Welt. Dabei umfasst der Konflikt die gesamte Welt und betrifft somit jedes dort lebende Wesen. Oft ist die Gute und Böse Seite eindeutig zu identifizieren und man begleitet den Helden auf seiner langen Reise. Diese ist von der Entwicklung des Helden, Gefahren, Aufgaben und Schlachten geprägt. Das Böse wirkt anfangs oft übermächtig und wendet Magie an. Oft wird die High Fantasy auch als Epic Fantasy bezeichnet. Dies ist auf die oft sehr langen Geschichten, oft auch in mehrere Bücher unterteilt, zurückzuführen. Fast schon typisch ist hierbei eine Trilogie. Klassische Vertreter sind Herr der Ringe, Eragon und Das Lied von Eis und Feuer.

Sword & Sorcery

Sword & Sorcery, auch Low Fantasy oder Heroic Fantasy genannt unterscheidet sich nicht groß von der High Fantasy, was das Setting der Welt betrifft. Auch hier stoßen wir meist auf eine feudale Mittelalterwelt. Der Konflikt umfasst aber nicht die gesamte Welt. Hauptaugenmerk liegt auf einem Protagonisten der im klassischen Fall entweder ein Krieger (Sword) oder ein Magier (Sorcery) ist. Im Gegensatz zur Heroic Fantasy findet man hier häufig einen Ich-Erzähler, da der Held im Mittelpunkt steht. In früheren Werken erfüllt der Protagonist oft ein sehr stereotypisches Rollenbild, wie zum Beispiel der leicht reizbare und um sich schlagende Barbar, der sich mit Hilfe seines Schwertes durch die Welt kämpft. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile auch Autoren, die sich trauen ihren Helden neue Nuancen zu geben. Die Helden müssen keine idealisierten Siegertypen mehr darstellen sondern auch an sich selbstzweifelnde und gebrochene Persönlichkeiten sein. Dies bringt eine deutlich größere Vielfalt in dieses Genre. Der Stilbildende Vertreter ist die Conan-Reihe.

Dark Fantasy

Dark Fantasy, auch Vampir Fantasy oder Mystery, weißt einige Überschneidungen zum Horror auf. So kommen meist dunkle Kreaturen wie Werwölfe, Vampire oder Dämonen vor. Im Gegensatz zum Horror übernehmen aber hier häufig diese dunklen Gestallten die Rolle des Protagonisten oder spielen eine große Rolle und sind nicht nur für Grlßelmomente zuständig. Die Geschichte spielt in einer nahezu realen Welt. Spätestens seit den Erfolgen der Biss-Reihe und ihrer Verfilmung ist dieses Genre eine Goldgrube für Verlage geworden. Freude der Mythos der Vampire und Werwölfe, sowie ihr oft besungener Kampf als natürliche Feinde bietet fast Unmengen an möglichen Szenarien für einen Konflikt. Dank unsterblicher Kreaturen können Autoren hier vermehrt zu Rückblenden greifen. Neben der bereits oben erwähnten Biss-Reihe gehört auch der Dunkle-Turm-Zyklus von Stephen King in die Dark Fantasy.

Urban Fantasy

Merkmal der Urban Fantasy ist, dass sie im Gegensatz zu High und Low Fantasy einen klaren Realitätsbezug aufweist. Häufig spielt die Geschichte in unserer Gegenwart in einer Großstadt, woher sich auch der Name ableitet. Der Protagonist scheint meist eine zufällig aus der Gesellschaft ausgewählte Person zu sein. Im Laufe der Geschichte wird der Held in die Fantastische und für die meisten Menschen verborgene Welt hineingezogen was zu einem Konflikt führt. Anfangs kommt er damit noch nicht gut klar. Im Laufe der Geschichte gewöhnt erst ich meist an diese neuen Erkenntnisse. Neben der Verschmelzung von Realer und Fantastischer Welt können sich diese Welten auch nur berühren und ein Übergang ist durch ein Portal möglich. Bekanntester Vertreter ist die Reihe Chroniken der Unterwelt.

Historische Fantasy

Historische Fantasy weißt große Parallelen zur Urban Fantasy auf. Der größte Unterschied besteht aber, dass sie nicht in der Gegenwart spielt, sondern in der Vergangenheit. Oftmals werden historische Konflikte über eine Fantasykomponente ergänzt. Hier ist besonders eine genaue Recherche gefragt um den Historischen Hintergrund korrekt abbilden zu können. Allerdings bleibt dem Autor die Freiheit einige Dinge abzuwandeln oder zu verändern. Gerade für magische Komponenten bietet die Historische Fantasy mehr Ansatzpunkte, da in der Vergangenheit Mythen und Religion noch eine größere Rolle gespielt haben. Bekannter Vertreter ist die Reihe Die Feuerreiter Ihrer Majestät.

All Age Fantasy

All Age Fantasy stellt kein richtiges Subgenre dar. All Age Fantasy bezeichnet vielmehr die Zielgruppe eines Buches. Somit können wir Alle Age Fantasy in jedem der oben vorgestellten Genres, vielleicht mit Ausnahme der Dark Fantasy, finden. Die Werke werden für eine Zielgruppe geschrieben, aber dann so beliebt und erfolgreich, dass sie von Lesern sämtlicher Altersstufen gelesen werden. Da ein Buch für Erwachsene häufig über brutale oder erotische Szenen verfügt, die für Jugendliche ungeeignet sind, schaffen meist Jugendbücher den Sprung zu einem All Age Fantasywerk . Bekanntester Vertreter dürfte Harry Potter sein.

Natürlich gibt es noch viele weitere Subgenres. In meinen Augen habe ich aber die Wichtigsten kurz vorgestellt. Dennoch seien kurz noch ein paar weiter Subgenres wenigsten namentlich vorgestellt. In der Romantasy steht eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Die Humoristische Fantasy punktet mit Humor und hat das Ziel den Leser zum Lachen zu bringen. Pseudodokumentationen bezeichnen fiktive Sachbücher mit fantastischem Inhalt. Da die Liste wohl noch unendlich erweiterbar ist, möchte ich mich mit den nun genannten Namen begnügen.

Was ist eigentlich Fantasy?

Fantasy ist spätestens seit Herr der Ringe ein Begriff in Deutschland. Doch was verbirgt sich dahinter? Welche Bücher und Filme fallen alles unter Fantasy? Wie erkenne ich Fantasy und gibt es Erkennungsmerkmale, die sich in Werken dieses Genres immer finden lassen? In Deutschland ist das Bild der Fantasy sehr geprägt durch Herr der Ringe. Doch Fantasy ist weitaus mehr als erfundene Welten, Orks und Elben und der Kampf gut gegen Böse. Oder sind dies doch die Kernmerkmale von Fantasy?

Die einfachste, aber auch unbefriedigende Antwort auf die Frage ist: Fantasy sind all jene Werke, die der Buchhändler im selbigen Regal ausstellt oder der Kinobetreiber diesem Genre zuordnet. Doch hier ist man so schlau als wie zuvor. Oft denke ich mir nach einem Kinofilm, dass er genauso gut in ein anders Genre passen würde. Doch was sind nun Kriterien, die ein Fantasywerk erfüllen muss?

Fantasy beruht auf der menschlichen Fantasie. Da diese viele Ausprägungen hat, findet sich dies auch im Genre wieder. Für alle Metallfans ist der vergleich zur Metallmusik sehr greifbar. Auch dort gibt es viele Subgenres, die auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten haben. In meinen Augen kann man nur wichtige Kernelemente aufzählen und muss dann abwägen inwieweit diese erfüllt sind.

Magie

In Fantasy begegnet man meist einer Form von Magie oder dem Übernatürlichem. Diese hat aber keine Nebenrolle in der Geschichte, sondern beeinflusst und verändert den natürlichen Ablauf der Dinge. Häufig ist sie ein zentraler Teil des Konfliktes und der Held muss erst den Umgang mit ihr üben, damit er das Problem lösen kann. Die wichtigste Annahme zur Magie ist aber, dass sie innerhalb der Geschichte als real und funktionierend angesehen wird. Somit stellt sie einen Bruch mit der Realität dar. Somit hilft sie dem Leser sich in die fantastische Geschichte hineinzufinden. Es Bedarf auch keiner wissenschaftlichen Erklärung. Stattdessen benötigt das Magiesystem plausible Begrenzungen ihrer Macht, damit der Plot glaubwürdig scheint. Ansonsten würde stets die Frage aufkommen, warum das Problem nicht direkt auf Seite drei mit Hilfe der Magie komplett gelöst wird.

Die Welt

Ein weiteres wichtiges Merkmal für Fantasy ist die Welt. Dabei handelt es sich entweder um eine frei erfundene, in der Magie, fantastische Völker oder Fabelwesen zu Hause sind wie in Herr der Ringe. Diese Welt muss aber nicht zwangsläufig an eine Epoche der Vergangenheit unserer Erde angelehnt sein. Es können auch die verschiedensten Epochen miteinander verbunden werden. Genauso kann die Geschichte auch in einer zukünftigen Welt spielen. Fantasy muss nicht in einer dem Mittelalter ähnlichen Welt spielen! Es kann sich aber genauso auch um unsere Welt handeln, der eine weitere Ebene hinzugefügt wird. Diese Ebene beheimatet dann das Übernatürliche und ist nicht jedem Bewohner zugänglich. Dies findet man in Harry Potter. Nur Zauberern offenbart sich die magische Welt und nur sie können Hogwarts besuchen. Bei der Welt sind dem Autor (fast) keine Grenzen gesetzt. Die Welt kann sehr klein sein, aber auch riesige Ausmaße annehmen. Solange die Welt zum Plot stimmig ist, kann man sie als Autor gestalten, wie man möchte. Um diese Stimmigkeit hinzubekommen kann es helfen sich die Geschichte dieser Welt in Stichpunkten zu notieren. Das schöne ist, dass man hier Gott spielen kann. Wie schaut die Welt aus? Welche Völker leben dort? Was für Krise gab es? Welches Volk ist das dominierende Volk? All dies sind Frage, die den stimmigen Hintergrund für die Geschichte bilden. Selbst eigene Religionen und Götter, sowie eine Schöpfungsgeschichte können erfunden werden und Parallelen zu unsere eigene Welt zeigen. Solche Parallelen sind in meinen Augen wichtig, damit der Leser schneller in die Welt hineinschlüpfen kann und nicht nur neues vorfindet.

Gut gegen Böse

Fantasygeschichten handeln häufig vom Kampf Gut gegen Böse. Dabei bedienen sich beide Seiten dem Übernatürlichen oder magischem Element. Während das Böse dies schon beherrscht und dadurch Auslöser des Problems ist, muss der Held dies erst erlernen und eine Entwicklung nehmen. Meist steht das Gute im Mittelpunkt. Dem Protagonisten stehen dabei Lehrmeister und Gefährten bei, die ihm bei seinen Aufgaben unterstützen und ihm bestimmte Dinge lehren. Ohne diese Hilfe könnte der das Böse nicht besiegen. Das Böse ist allgegenwärtig und taucht in ganz unterschiedlichen Formen auf. Zunächst sind es nur schwache Handlanger. Im Verlauf der Geschichte tritt der Protagonist gegen immer stärker werdende Komplizen des „Oberschurken“ an. Im letzten Schritt kommt es dann zum Showdown zwischen dem Helden und dem Schurken. Hier findet man häufig zwei fast schon typische Eigenschaften dieses Showdowns. Zum einen muss der Held nun ohne seine Gefährten auskommen und aus eigener Kraft siegen. Zum zweiten wird um Spannung aufzubauen es zunächst danach aussehen, als ob das Böse triumphiert. Doch der Held rappelt sich auf und hat die Möglichkeit zu siegen. Nun ist es ein offener Kampf und je nach Laune des Autors siegt das Böse oder das Gute. In den meisten Fällen erringt aber der Held den Sieg und es kehrt Frieden ein in die Welt.

Dies ist nur ein Versuch, das Genre möglichst genau einzugrenzen, obwohl Fantasy so vielfältig ist, dass dies nahezu unmöglich erscheint. Werke des Genres können all diese Merkmale aufweisen oder auch gar keines. Es gibt auch noch weitere Merkmale von Fantasy. Allerdings sind dies meiner Meinung nach die Prägnantesten um sich diesem Genre anzunähern. Das schöne an der Fantasy ist, dass jeder eine etwas andere Ansicht darüber hat!