High Fantasy – Tolkiens Tradition?

Traditionen umgeben uns. Egal ob Familie, Wohnort, Verein, Kulturkreis, … überall stoßen wir auf Traditionen. Oft folgen wir diesen unbewusst, da sie uns von Kindesbeinen an eingebläut worden sind. Wenn man im Duden das Wort nachschlägt, findet man zunächst folgende Bedeutung:
„etwas, was im Hinblick auf Verhaltensweisen, Ideen, Kultur o. . in der Geschichte, von Generation zu Generation [innerhalb einer bestimmten Gruppe] entwickelt und weitergegeben wurde [und weiterhin Bestand hat]“ weiterlesen »

Klassisches Buch oder E-Book

Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich noch gedacht, mir nie einen E-Book-Reader anzuschaffen. Allerdings habe ich mich weiterentwickelt und bin mittlerweile etwas offener für E-Books geworden, seit ich beruflich viel unterwegs bin und auf der Leipziger Buchmesse die Möglichkeit hatte mich intensiv mit den angebotenen Geräten zu beschäftigen. Seit nunmehr drei Monaten besitze ich einen Kindle Paperwhite. Zeit genug um einige Erfahrungen zu machen und den Kindle mit dem klassischen Buch vergleichen zu können.

Gewicht und Platz

Hier punktet ganz klar der Kindel. Er ist nur wenige Gramm schwer, kleiner als ein Taschenbuch und darauf kann ich tausende Bücher haben. Gerade für mich als vielreißender Geschäftsmann war dies das am Ende ausschlaggebende Argument, warum ich mir den Kindle gekauft habe. Sowohl die Gewichtsersparnis, als auch der gewonnene Platz im Koffer ist goldwert. Hatte ich früher zwei bis drei Bücher dabei, ist nun nur noch der Kindle an Bord.

Preis

Natürlich kostet der Kindle erstmal eine ordentliche Stange Geld. Dennoch wird es gerade bei Viellesern relativ schnell zu einer Amortisierung kommen. Spart man doch bei vielen Büchern bis zu zehn Euro. Ich nutze hauptsächlich das Angebot von Kindle Unlimit, quasi eine Leseflatrate, die sich bereits ab einem Buch pro Monat rechnet.

Haptik

Ich bin positiv überrascht, wie gut der Kindle in der Hand liegt und wie gestochen scharf das Display ist. Auch das Lesen im Dunkeln geht sehr gut. Dennoch fehlt ihm einfach der Geruch nach frischem Buch, das Gefühl die Seiten umzublättern und das manchmal beruhigende Gewicht eines dicken Schmökers, der auf meinen Schenkeln liegt. Zudem kann man sich mit einem Kindle nicht die nützlichste, schönste und sinnvollste Dekoration in die Wohnung holen. Es geht doch nichts über eine prall gefüllte Wand Bücher!

Vielfalt

Gerade im Slefpublishing Bereich gibt es viele Bücher nur als E-Book. Das finde ich sehr schade, da ich hie mittlerweile schon einige Perlen entdecken durfte. Allerdings muss ich auch sagen, dass hier gerade die Streuung der Qualität breiter ist, als im Ptintbereich. Da ich fast ausschließlich Kindle Unlimit nutze, ist hier das Angebot auch eingeschränkt. So haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile in Sachen Vielfalt.

Autorenunterstützung

In meinen Augen bietet das traditionelle Buch, mehr Möglichkeiten Autoren zu unterstützen. So kann man wunderbar signierte Exemplare verschenken oder verlosen, tolle Fotos machen (sorry aber Fotos mit Kindle und Cover finde ich nicht reizvoll) und das Buch auch mal an Freunde verleihen um so neue Fans generieren. Auch kann man oft ein Buch direkt beim Autor bestellen, wodurch er etwas mehr verdient und man auch schon direkt in Kontakt zum Autor tritt.

Für mich persönlich verwischen die Vor- und Nachteile des Kindles etwas. Da ich weiterhin auch viel zu Hause lese, kaufe ich mir dafür Printbücher. Dadurch lese ich nun Oftmal zwei Bücher auf einmal. Eines auf dem Kindle unter der Woche und ein Printbuch am Wochenende. Auch habe ich schon das ein oder andere Buch, dass ich auf dem Kindle gelesen habe, noch zusätzlich gekauft um es mir ins Regal zu stellen. Hier war einfach der Drang nach Dekoration zu groß ;-).

Alles in allem finde ich es gut und toll, dass es beide Möglichkeiten gibt! Hier soll einfach jeder das auswählen, was ihm am meisten zu sagt und wir restlichen Büchernerds sollten beide Ansichten tolerieren und uns einfach auf weitere fantastische Bücher freuen.

Was ist ein gutes Buch?

Seit ich Rezensionen schreibe, grübel ich über eine ganz zentrale Frage: Was macht ein gutes Buch aus? Ist die Qualität eines Buches objektiv messbar und wenn ja, wie kann man dies bewerkstelligen? Um eines vorweg zunehmen, ich habe von der letzten Frage keine Ahnung, ja ich bin sogar überzeugt, dass die Bewertung eines Buches ein sehr subjektives Unterfangen ist, dennoch lasen sich vielleicht einige Kriterien finden, mithilfe deren man ein Buch beurteilen kann.

Wenn man sich mit dem Thema Qualität auseinandersetzt, so landet man sehr schnell bei Wikipedia. Dort steht: „Qualität wird laut der Norm DIN EN ISO 9000:2015-11(der gültigen Norm zum Qualitätsmanagement), als „Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale eines Objekts Anforderungen erfüllt“, definiert. Die Qualität gibt damit an, in welchem Maße ein Produkt (Ware oder Dienstleistung) den bestehenden Anforderungen entspricht.“

Somit bedarf es zunächst mal einer Anforderung, an ein Buch. Für mich steht fest, dass ein Fantasybuch mich in erster Linie unterhalten soll. Es soll mich fesseln, ganz in seinen Bann ziehen und die Realität für den Moment des Lesens vergessen machen. Die Frage ist nun, wie schafft ein Buch dies? Ich habe verschiedene Kriterien, über die ich mir beim Schreiben von Rezensionen Gedanken mache.

Der Plot ist einer der Schlüssel dazu. Nachdem die Geschichte ins Rollen gekommen ist, sollte sie nachvollziehbar und kausal begründet aufeinander aufbauen. Der Zufall ist, abgesehen vom Auslöser zu eliminieren. So kann ich mich damit anfreunden und lege nicht andauerend kritisch meine Stirn in Falten.

Daneben sollte das Buch einen gewissen Spannungsbogen haben. Zu Beginn sollte die Spannung langsam ansteigen, ehe sie irgendwann ihren Höhepunkt erreicht und dann ein am besten unerwartetes Ende nimmt. Ich mag Geschichten, die Überraschungen bereit halten, aber dennoch auf eine klassische Erzählstruktur, wie zum Beispiel die Heldenreise setzten.

Einen Großteil machen für mich auch die Figuren aus. Sie dürfen nicht nur aus Klischees bestehen. Das aller Wichtigste ist aber, dass es vor allem die Hauptfiguren über eine starke Motivation für ihre Handlung haben und sich nicht einfach nur treiben lassen. Zudem ist es bei mir förderlich, wenn ich mich mit einer Figur identifizieren oder sie komplett ablehnen kann.

Dialoge gehören mich zu einem guten Buch dazu. An ihnen erkennt man oft, ob ein Autor es versteht, lebendige Figuren und Szenen zu erschaffen. Ein Dialog in einem Buch muss zielführend und spannend sein und am besten auch noch einige Dinge über die Umgebung, die Gefühle oder die Figuren selbst verraten.

Da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt. Ja, ich liebe, es viel über die Umgebung zu erfahren. Gerade in fantastischen Welten kann ich darüber nie genug Beschreibungen erhalten. Allerdings habe ich das am liebsten verpackt in einem Dialog als eine seitenlange Beschreibung. Hier gibt es nur ganz wenige Autoren, die meine persönliche Vorliebe voll und ganz erfüllen können.

Ein Autor, der mutig ist, kann etwas großartiges schaffen. Natürlich kann er auch krachend scheitern, aber ein gutes Buch besitzt auch den Mut, etwas für dieses Genre unkonventionelles zu machen. Es ist der schmale Grat, der Tradition und Bekanntes mit dem Neuen und Mysteriösen verbindet und daraus etwas Einzigartiges macht. Hat ein Buch dieses Element, so ist das schon mal die halbe Miete!

Natürlich spielt auch der persönliche Schreibstil eines Autors eine wichtige Rolle. Ich mag gerne auch etwas längere Sätze und das ein oder andere schwierige Wort. Es ist sehr schwierig zu beschreiben, was mich an dem einen Schreibstil wirklich fasziniert und warum der andere bei mir total durchfällt.

Neben all diesen Dingen, die natürlich jeder etwas anders wahrnimmt, gibt es bestimmt noch 100 andere Faktoren, warum einem ein Buch gefällt oder auch nicht. Sicherlich spielt die aktuelle Stimmung und welche Bücher man direkt davor gelesen hat eine Rolle. Man kann also nicht von dem perfekten Buch sprechen, sondern nur ein Buch finden, dass für einen selbst, zu einem bestimmten Zeitpunkt perfekt ist. Aber auf dieser nie endenden Suche, hat man viel Spaß und Unterhaltung!

Und nicht zu letzt sei gesagt, unser Leben und vor allem unsere bereits gelesenen Bücher verändern uns ganz entscheidend und was mir heute noch nicht gefällt, kann mir in 5 oder 10 Büchern größte Freude bereiten!

Heraldik – ein Werkzeug für (Fantasy-) Autoren

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Kaum ein fantasybegeisterter Leser kennt es nicht: Das Wappen von Hogwarts. Doch nicht nur in Harry Potter, sondern auch in vielen anderen Werken wird der Leser mit Heraldik konfrontiert. Genau wie in der realen Welt, erfüllen diese Wappen meist eine wichtige Aufgabe. Doch warum gibt es eigentlich Heraldik und welche Rolle spielte sie in der Geschichte?

Schon sehr früh haben sich Heerführer in Asien und dem Mittleren Osten eigene Symbole auf Schilde und Fahnen. Dies haben dann auch die Grichen und Römer aufgegriffen. Eine tragende Bedeutung bekamen sie dann aber im Mittelalter. Stellt euch vor, ihr geht in euren Lieblingssupermarkt zu den Dosengetränken. Ihr sucht euer Lieblingsgetränkt, eine Dose Cola. Leider sind die Regale nicht beschriften und die Dosen haben keinerlei Etikett, ihr seht also nur hunderte von silbernen Dosen. So ähnlich hätten sich wohl die Ritter in einer Schlacht gefühlt ohne Heraldik. Die Rüstungen waren auf die schnelle nicht zu unterscheiden und das eigene Überleben hing davon ab, seine Feinde frühzeitig zu erkennen und von seinen Freunden als Freund erkannt zu werden.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich eine Vielzahl von Schilden, da jeder Ritter ein individuelles Wappen wollte. Dies führte zu zunehmender Verwirrung, gerade während des ersten Kreuzzuges. So etablierten sich Erbschilde und bereits die zweiten Kreuzfahrer führten voller Stolz die gleichen Wappen in die Schlacht, wie ihre Vorfahren. Fortan fanden sie auch bei Turnieren eine Verwendung. Denn mit dem Wappen konnte schnell jeder Ritter seinem Haus zugeordnet werden.

Im Anschluss daran, in der Renaissance, erfüllten die Wappen vor allem eine Aufgabe. Sie erlaubten den meist analphabetischen Rittern die Zuordnung von Dokumenten. Da es jedoch eine Vielzahl von Wappen gab, entstand das Amt des Herolds. Ein Herold war eine „Datenbank“ für Wappen und sollte die Übersicht über die Wappen behalten und sie identifizieren können. Auch wurden nun die Wappen auf immer mehr Bereiche übertragen und sie verloren mehr und mehr die rein militärische Bedeutung. Auch bürgerliche Wappen kamen in Mode. Sie wurden oftmals von Kaufleuten oder anderen einflussreichen Bürgern an die eigene Familie gestiftet. So konnte der wichtige Schriftverkehr beglaubigt werden. Auch ich habe das Glück ein eigenes und historisches Familienwappen führen zu dürfen. Meine Vorfahren waren Münzschläger, was sich auch im Wappen (und meinem Namen) widerspiegelt. Und damit ihr euch jetzt selbst ein Bild meines Familienwappens machen könnt, hier ist es:

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Ich persönlich finde so eine Familiengeschichte sehr faszinierend. Eifrige Follower meiner Social-Media-Kanälen haben bestimmt schon ein Bild von meinem eigenen Wappenring gesehen.

Wie bereits oben angesprochen kommen auch in Fantasywerken Wappen vor. Diese sind meist allerdings auf den Ursprung der Heraldik reduziert. Oftmals ist es ein einfaches Schild mit einem Wappen oder Symbol. Das reicht für Fantasywelten auch vollkommen aus, um dem Leser eine Information mit zu geben, ohne ihn aber zu überfordern. Wappen werden oftmals dazu eingesetzt um bestimmte Eigenschaften einer Gruppe von Personen oder Wesen zu transportieren. Betrachten wir nocheinmal das Wappen von Hogwarts:

Es ist aufgebaut aus 5 einzelnen Wappen. In der Mitte steht einfach nur ein „H“ für Hogwarts. Das ist noch nicht so spektakulär. Interessanter wird es, wenn wir uns die einzelnen Wappen der vier Häuser anschauen. Jeweils ein Tier steht für ein Haus und soll auch die wichtigsten Eigenschaften der Schüler des jeweiligen Hauses zeigen. Da hätten wir die durch einen Adler repräsentierten Ravenclaws. Der Adler, wie auch die Ravenclaws stehen für ausdrücklich hohe Intelligenz. Huffelpuff wird durch einen Dachs repräsentiert. Dieser steht vor allem für Fleiß und Durchhaltevermögen, genau wie die Huffelpuffs. Die zwei weiteren Häuser besitzen deutlich offensichtlichere und bekanntere Wappentiere. Auf der einen Seite die Schlange für Slytherin. Sie steht für das „Böse“, List, Ehrgeiz und Stolz. Der große Konkurrent Gryffindor wird durch einen Löwen repräsentiert. Mutig, Stark, mächtig sind seine Eigenschaften.

Auch in vielen anderen bekannten Werken taucht Heraldik auf. Ob in Herr der Ringe, Game of Thrones, sie versorgen stets den Leser, oft unterbewusst, mit einer Information, da wir automatisch bestimmte Symbole mit einer Bedeutung verbinden.

Wie wir sehen, unterstützen die Wappen der Häuser die Charaktere der Protagonisten. Dies ist ein schönes Beispiel, wie sinnvoll es sein kann, auf einfache Wappen in einem Buch zurückzugreifen um dem Leser Informationen zu geben, ohne dass die der Leser als Infodump brandmarkt. Wappen sind also, richtig eingesetzt, ein mächtiges Werkzeug für (Fantasy-)Autoren. Und nun viel Spaß beim Erstellen eigener Wappen für die eigene Fantasywelt!

Scrivener – Schreibprogramm für Autoren

Bereits kurz nach dem Entschluss ein eigenes Buch zu Schreiben habe ich begonnen nach einer Software zu suchen, die mich dabei unterstützt. Natürlich bestand zunächst die Idee es einfach zu halten und das ganze in Word bzw. Pages zu schreiben. Doch schnell habe ich gemerkt wie nervend es ist gefühlte tausend Ordner und Dateien geöffnet zu haben und ständig hin und her zu springen. Auch eine Zusammenhängende Datei von 300 bis 500 Seiten wirkt unübersichtlich und erleichtert am Ende nicht das Überarbeiten. Also begab ich mich auf die Suche nach einer speziellen Software. Für mich sollten folgende Punkte möglichst erfüllt sein:

  • Verfügbar für Mac
  • Synchronisation mit iPad, wenn möglich sogar eine iPad App
  • Strukturierung in einzelne Kapitel möglich
  • Verwaltung weiterer Daten für Recherche und Notizen
  • Übersichtlichkeit
  • Exportfunktion für PDF und E-Book-Formate
  • Nicht zu teuer

Natürlich hört sich das wie die eierlegende Wollmilchsau an. Dennoch bin ich fündig geworden bei dem Program Scrivener. Auch wenn nicht alles zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt ist, hat es meinen Alltag doch stark vereinfacht. Das Programm ist sowohl für Mac als auch Windows verfügbar. Zudem ist momentan eine iPad Version in Entwicklung. Allerdings kann ich auch ohne diese App bereits die einzelnen Dateien synchronisieren mit dem iPad und daran unterwegs arbeiten. Ich habe die Möglichkeiten mein Werk in einzelne Kapitel, Szenen oder noch kleiner zu Unterteilen und es beim Export zusammenzufügen. Dabei werden zahlreiche Formate unterstützt. Genauso hilft mir das Programm meine gesamten Rechercheergebnisse und auch alles anderen Dinge zu Verwalten ohne ein zweites Programm aufzumachen. So ist alles in einem Programm und ich kann alles andere schließen und mich ganz auf das Arbeiten konzentrieren. Unschlagbar im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten ist der Preis. Für gerade mal 45 $ (für Studenten sogar noch etwas günstiger) gibt es diese wunderbare Software zu kaufen. Diesen Preis ist die Software aber auf jeden Fall wert. Mich begeistert vor allem auch das Design. Es wirkt klar und durchdacht. Einzig der große Umfang an Möglichkeiten macht es gerade Anfangs schwer sich zurechtzufinden. Zunächst habe ich mich verloren gefühlt. Aber man lernt schnell die grundlegenden Funktionen kennen und findet auch viele hilfreiche Tipps und Tricks im Internet.

Nachdem ich das Programm jetzt etwa ein Jahr benutze, kann ich nicht behaupten bereits alle Funktionen ausprobiert und gefunden zu haben. Dennoch habe ich schon einige Lieblings Aktionen gefunden. Doch zunächst möchte ich auf zwei Punkte eingehen, die das Programm momentan nicht bietet und ich mir für die Zukunft wünsche:

  • Zeitstrahl: Hilfreich, wenn man die zeitliche Abfolge seines Romans darstellen will oder auch für die Geschichte einer eigenen Welt. Es geht zwar auch in Tabellenform, aber ein Zeitstrahl würde mehr Komfort bedeuten.
  • iPad App: Auch wenn die Synchronisation einzelner Textdateien wunderbar funktioniert, eine eigene App würde das ganze noch einfacher machen. Natürlich ist sie schon in Arbeit, aber es gab wohl erhebliche Probleme mit abspringenden Entwickelten und somit hat sich dies immer weiter verzögert. Mittlerweile scheint aber ein Zeitplan zu stehen und die App in absehbarer Zeit verfügbar sein.

Doch nun zu meinen Lieblingsfunktionen.

  • geteilter Bildschirm: Ich kann zwei Textdateien nebeneinander oder untereinander darstellen und diese vergleichen oder meine Stichpunkte neben die Datei, an der ich gerade Schreibe legen.
  • Counter und Ziele: Ich kann die Zeichen zählen lassen und für das gesamte Werk ein Ziel setzten und auch für jeden Tag. So verliert man nicht den Überblick, wie weit man schon ist und es ist ein tolles Gefühl, wenn man regelmäßig sein Ziel erreicht. Für die Arbeitsmoral sehr nützlich!
  • Etikett: Ich kann jeder Datei ein Etikett verpassen. Davon kann ich beliebig viele selbst erstellen und diese dann farbig hinterlegen. So kann ich zum Beispiel bei wechselnden Perspektivfiguren schnell erkennen, wo welche Perspektivfigur verwendet wird.
  • Status: Neben dem Etikett kann ich jeder Datei zusätzlich einen Status zuweisen. Von „To Do“ bis hin zur „5. Überarbeitung“ und „Fertig“ ist alles dabei. So kann man die einzelnen Schritte gut managen.
  • Struktur und Ordnung: Das Programm mag an manchen stellen etwas unübersichtlich sein, aber es bringt eine klasse Struktur in Ordnung in das eigene Projekt. Man kann Ordner anlegen, verschiedene Dateien zu Sammlungen zusammenfassen und noch vieles mehr. Soviel Übersicht ist ein großes Plus, vor allem, weil man alles nach den eigenen Bedürfnissen ordnen kann.
  • Snapshot: Bevor man überarbeitet, kann man einen Snapshot machen und so die Rohfassung, als auch die überarbeitet Fassung des Werkes behalten und sogar nebeneinander vergleichen. Das ist super und man kann auch mehrere Dateiversionen haben um so einen Vergleich zu haben. Besonders praktisch, wenn man mal eine Info zu viel Gestrichen hat und so nicht lange danach suchen muss.
  • Flexibilität: Trotz des großen Umfangs, kann man es gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen und dem Programm eine persönliche Note verleihen. Seine Einstellungen kann man dann auch als Formatvorlage speichern und so bei jedem neuen Projekt nutzen.

Zum Ende möchte ich noch anmerken, dass jeder Autor mit dem Mittel schreiben sollte, das ihm am besten unterstützt und womit er auch gut klar kommt. Es hilft nicht einen Porsche fahren zu wollen, wenn man ihn nicht beherrscht. Ein Programm wie Scrivener braucht einige Einarbeitungszeit um es sinnvoll nutzen zu können. Für mich hat sich das bisher aber gelohnt und ich will es nicht mehr missen.