Gedanken zu Rezensionen und Bewertungen

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In den letzten Tagen habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie Bücher zu bewerten sind. Einige der größten Fragen, die mich beschäftigt haben, sind: Ist ein Sternebewertungssystem wirklich sinnvoll oder sollte man sich etwas anderes überlegen? Darf ich ein Buch, das ich mir gekauft habe, auch schlecht bewerten? Wie lange soll eine Rezension ausfallen? Gehört der Klappentext zu einer Rezenison dazu? All diese Fragen habe ich für mich nun beantwortet. Sicherlich kann man ei den meisten Punkten kompkett verschiedene Ansichten haben, aber ich schaue darauf, was für mich praktikabel ist und was zu mir passt! Und zur Ergänzung schreibe ich ja auch immer ein kurzes Fazit, wo noch einmal zusätzliche Infos zur Federzahl bereithält.

In welchem Bewertungssystem werde ich nun bewerten? Ich verbleibe beim, dank eines großen Onlineversandhändlers etablierten Sterensystem, bzw. bei mir gibt es eins bis fünf Federen für ein Buch. Ich glaube nicht, dass dies ein optimales System ist, aber es hat sich etabliert, ist jedem bekannt und wenn ich meine Rezensionen auch bei Amazon, Lovelybooks und Co einstelle, ist die Bewertung überall gleich, da die gleiche Logik verwendet wird. Das war für mich der Hauptgrund Bücher nicht zu kategorisieren.

Darf ich ein Buch auch schlecht bewerten? Hier bin ich etwas geteilter Meinung. Wichtigster Punkt bei einer Rezension ist Ehrlichkeit und dass ich meine Kritik auch begründe und nicht einfachh etwas schlecht bewerte, weil mir die Nase des Autors nicht passt. Dennoch bin ich der Meinung, dass ich auch eine oder zwei Federn vergeben darf und es auch tun werde, wenn ich mir ein Buch gekauft habe, dass mir gar nicht gefallen hat. Jetzt fragt ihr euch sicherlich, warum schreibts du dann überhaupt eine Rezension darüber? Das ist eine gute Frage. Ich plane meine Blogbeiträge meist ein paar Wochen im Voraus und lege mich in der Regel vor dem Lesen eines Buches fest, ob ich eine Rezension darüber schreibe oder nicht. Das mache ich genau aus dem Grund, weil ich sonst wahrscheinlich nur Fünf- oder Vier-Feder-Bücher rezensieren würde. Und wenn ich ein Buch gekauft habe, darf ich darüber auch meine ehrliche Meinung sagen! Es kann ja trotzdem ein tolles Buch sein, nur mir hat es eben nicht gefallen! Bei Rezensionsexemplaren sehe ich die Sache dann etwas anders. Da ich das Buch ja dann ksotenlso zur Verfügung gestellt bekommen habe würde ich hier bei einer oder zwei Federn kurz Rücksprache mit dem Verlag /Autor treffen würde, ob ich diese Rezension auch veröffentlichen soll. Ich denke dies ist für alle Seiten ein faires Vorgehen.

Die Länge meiner Rezensionen ist denke ich recht unterschiedlich. Manchmal fällt mir total viel ein und manchmal tippt es sich echt mühsam zusammen. Dennoch habe ich mich für eine immer gleiche Struktur entschieden, die ich auch beibehalten werde. Eine kurze Einleitung gefolgt von dem Klappentext und meiner Kritik. Den Abschluss bildet dann ein kurzes Fazit mit der Bewertung. Meist liege ich damit bei 3.500 bis 4.500 Zeichen, was ich für eine vernünftige Länge halte. Sie ist nicht zu lang, um sie mal kur zwischendurch zu lesen, aber auch nicht zu kurz, um nur sehr oberflächig zu sein.

Wie oben bereits angedeutet, bleieb ich auch dabei den Klappentext mit anzugeben. Ich sehe das von der praktischen Seite. Manchmal stolpere ich über Rezensionen, wo ich das Buch nicht kenne und da lese ich sehr gerne den Klappentext direkt in der Rezension one noch einmal extra danach suchen zu müssen. Wenn ich das Buch schon kenne überspringe ich diesen Teil einfach. Es ist also mehr ein Service, den ich anbiete, den aber auch niemand wahrnehmen muss.

Ich hoffe, euch gefällt mein bisher gelebter Stil bei den Rezensionen und ihr lest die nächsten auch alle ganz fleißig! Habt ihr noch irgendwelche Anregungen oder Wünsche für meine Rezensionen?

Rezension: Rissiges Eis

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Heute stelle ich euch den Thriller „Rissiges Eis“ von Axel Hollmann vor. Einigen von euch ist er vielleicht bekannt als die eine Hälfte der „Schreibdilettanten“. Angehenden Autoren kann ich nur raten, dort mal einen Blick drauf zu werfen! Sein Thriller ist am 09. Juni 2015 bei Amazon Publishing unter dem Label Edition M als E-Book und Taschenbuch erschienen. Die Printausgabe umfasst 352 Seiten und belastet das Konto mit 9,99 €.

Klappentext*

Seit Lea Kopp nach einem vermeintlichen Selbstmordversuch aus den eiskalten Fluten der Berliner Spree gerettet wurde, sind die letzten Wochen ihres Gedächtnisses ausgelöscht. In welcher Beziehung steht sie zu dem fremden Mann, der sich um sie zu sorgen scheint? Warum ist ein Kommissar des LKAs hinter ihr her? Und vor allen Dingen, weshalb wollte sie sich das Leben nehmen? Die Ungewissheit treibt die Studentin in dunkle Abgründe ihrer Vergangenheit und schließlich muss sie sich dem Gedanken stellen, ihre beste Freundin ermordet zu haben.

Doch dann erhält Lea durch einen Anruf den Hinweis, dass sie nur ein Stein in einem tödlichen Spiel sein könnte.

Kritik*

Der Einstieg in den Thriller ist sehr packen geschrieben. Wie üblich in diesem Genre beginnt die Handlung direkt bei der Action und dem Ausgangspunkt des Konfliktes. Ich wurde davon direkt gepackt und habe sehr zügig weitergelesen. Der Schreibstil von Axel Hollmann gefällt mir sehr gut. Er schafft es, obwohl ich noch nie in Berlin war, ein Bild von dieser Stadt zu übermitteln und ganz nebenbei habe ich jetzt noch mehr Lust endlich Berlin zu sehen. Lea Kopp war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich habe mit ihr mitgefiebert. Zwischenzeitlich kamen mir aber Zweifel an ihr. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, dass man eine Protagonistin hat, die auch negative Seiten hat. Das macht sie sehr menschlich und gefällt mir gut. Ihr Motiv und Antrieb ist für mich nicht an jeder Stelle voll nachvollziehbar. Die weiteren Figuren fügen sich gut in die Geschichte, ohne dass man viel über sie erfährt. Allerdings bedienen sie all zu oft eine klassische Thriller Rolle. Gerade die Motive des ermittelnden Kommissars bleiben mir dabei aber zu vage und undeutlich. Auch hätte ich mir mehr Szenen mit dem Schlächter bei seinen Handlungen gewünscht, um ein genaueres Bild seiner Taten und Motive zu zeichnen. So bleibt leider vieles unerklärt. Der Plot folgt der gängigen Logik eines Thrillers. Es gibt keine Sprünge in der inneren Logik der Geschichte und der Verdacht wird mal auf diese und mal auf jene Person gelenkt. Wie viele Thriller-Leser rätsel ich meist mit und versuche möglichst früh den wahren Täter zu identifizieren. Bei diesem Buch ist mir das bereits kurz nach der Hälfte erfolgreich gelungen, da es leider für mich sehr offensichtlich war, in welche Richtung der Plot kippt. Das hat der Spannung im zweiten Teil leider etwas geschadet und so war der Spannungsbigen für mich nicht voll gespannt. Der Schluss erzeugt dann noch einmal Spannung und lässt einen mit ein paar Fragen zurück.

Fazit

Alles in allem ist Rissiges Eis ein solider Thriller, der mich, trotz einiger Unstimmigkeiten, gut unterhalten hat. Thrillerfans dürften an diesem Buch ihre Freude haben. Alles in allem gebe ich dem Buch 3 Federn.

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*Quelle: Amazon Publishing Edition M

Heraldik – ein Werkzeug für (Fantasy-) Autoren

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Kaum ein fantasybegeisterter Leser kennt es nicht: Das Wappen von Hogwarts. Doch nicht nur in Harry Potter, sondern auch in vielen anderen Werken wird der Leser mit Heraldik konfrontiert. Genau wie in der realen Welt, erfüllen diese Wappen meist eine wichtige Aufgabe. Doch warum gibt es eigentlich Heraldik und welche Rolle spielte sie in der Geschichte?

Schon sehr früh haben sich Heerführer in Asien und dem Mittleren Osten eigene Symbole auf Schilde und Fahnen. Dies haben dann auch die Grichen und Römer aufgegriffen. Eine tragende Bedeutung bekamen sie dann aber im Mittelalter. Stellt euch vor, ihr geht in euren Lieblingssupermarkt zu den Dosengetränken. Ihr sucht euer Lieblingsgetränkt, eine Dose Cola. Leider sind die Regale nicht beschriften und die Dosen haben keinerlei Etikett, ihr seht also nur hunderte von silbernen Dosen. So ähnlich hätten sich wohl die Ritter in einer Schlacht gefühlt ohne Heraldik. Die Rüstungen waren auf die schnelle nicht zu unterscheiden und das eigene Überleben hing davon ab, seine Feinde frühzeitig zu erkennen und von seinen Freunden als Freund erkannt zu werden.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich eine Vielzahl von Schilden, da jeder Ritter ein individuelles Wappen wollte. Dies führte zu zunehmender Verwirrung, gerade während des ersten Kreuzzuges. So etablierten sich Erbschilde und bereits die zweiten Kreuzfahrer führten voller Stolz die gleichen Wappen in die Schlacht, wie ihre Vorfahren. Fortan fanden sie auch bei Turnieren eine Verwendung. Denn mit dem Wappen konnte schnell jeder Ritter seinem Haus zugeordnet werden.

Im Anschluss daran, in der Renaissance, erfüllten die Wappen vor allem eine Aufgabe. Sie erlaubten den meist analphabetischen Rittern die Zuordnung von Dokumenten. Da es jedoch eine Vielzahl von Wappen gab, entstand das Amt des Herolds. Ein Herold war eine „Datenbank“ für Wappen und sollte die Übersicht über die Wappen behalten und sie identifizieren können. Auch wurden nun die Wappen auf immer mehr Bereiche übertragen und sie verloren mehr und mehr die rein militärische Bedeutung. Auch bürgerliche Wappen kamen in Mode. Sie wurden oftmals von Kaufleuten oder anderen einflussreichen Bürgern an die eigene Familie gestiftet. So konnte der wichtige Schriftverkehr beglaubigt werden. Auch ich habe das Glück ein eigenes und historisches Familienwappen führen zu dürfen. Meine Vorfahren waren Münzschläger, was sich auch im Wappen (und meinem Namen) widerspiegelt. Und damit ihr euch jetzt selbst ein Bild meines Familienwappens machen könnt, hier ist es:

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Ich persönlich finde so eine Familiengeschichte sehr faszinierend. Eifrige Follower meiner Social-Media-Kanälen haben bestimmt schon ein Bild von meinem eigenen Wappenring gesehen.

Wie bereits oben angesprochen kommen auch in Fantasywerken Wappen vor. Diese sind meist allerdings auf den Ursprung der Heraldik reduziert. Oftmals ist es ein einfaches Schild mit einem Wappen oder Symbol. Das reicht für Fantasywelten auch vollkommen aus, um dem Leser eine Information mit zu geben, ohne ihn aber zu überfordern. Wappen werden oftmals dazu eingesetzt um bestimmte Eigenschaften einer Gruppe von Personen oder Wesen zu transportieren. Betrachten wir nocheinmal das Wappen von Hogwarts:

Es ist aufgebaut aus 5 einzelnen Wappen. In der Mitte steht einfach nur ein „H“ für Hogwarts. Das ist noch nicht so spektakulär. Interessanter wird es, wenn wir uns die einzelnen Wappen der vier Häuser anschauen. Jeweils ein Tier steht für ein Haus und soll auch die wichtigsten Eigenschaften der Schüler des jeweiligen Hauses zeigen. Da hätten wir die durch einen Adler repräsentierten Ravenclaws. Der Adler, wie auch die Ravenclaws stehen für ausdrücklich hohe Intelligenz. Huffelpuff wird durch einen Dachs repräsentiert. Dieser steht vor allem für Fleiß und Durchhaltevermögen, genau wie die Huffelpuffs. Die zwei weiteren Häuser besitzen deutlich offensichtlichere und bekanntere Wappentiere. Auf der einen Seite die Schlange für Slytherin. Sie steht für das „Böse“, List, Ehrgeiz und Stolz. Der große Konkurrent Gryffindor wird durch einen Löwen repräsentiert. Mutig, Stark, mächtig sind seine Eigenschaften.

Auch in vielen anderen bekannten Werken taucht Heraldik auf. Ob in Herr der Ringe, Game of Thrones, sie versorgen stets den Leser, oft unterbewusst, mit einer Information, da wir automatisch bestimmte Symbole mit einer Bedeutung verbinden.

Wie wir sehen, unterstützen die Wappen der Häuser die Charaktere der Protagonisten. Dies ist ein schönes Beispiel, wie sinnvoll es sein kann, auf einfache Wappen in einem Buch zurückzugreifen um dem Leser Informationen zu geben, ohne dass die der Leser als Infodump brandmarkt. Wappen sind also, richtig eingesetzt, ein mächtiges Werkzeug für (Fantasy-)Autoren. Und nun viel Spaß beim Erstellen eigener Wappen für die eigene Fantasywelt!