Rezension: Gestohlene Vergangenheit (Die Immergrün Saga 1)

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Gestohlene Vergangenheit ist der Debütroman von Sylvia Steele. Das Buch ist genau heute, am 01.06.2016 im Talawah Verlag erschienen. Ich habe das Buch vorab als kostenloses Rezensionsexemplar im E-Book-Format bekommen. Dafür vielen Dank! Dieser Umstand beeinflusst meine persönliche Meinung über das Buch nicht.

Der Verlag ordnet das Buch unter Dark Romantasy ein. Dies war bisher ein für mich unbekanntes Genre und ich war sehr gespannt, ob ich damit etwas anfangen kann, denn Romantasy habe ich bisher auch noch nicht gelesen. Meine Vorstellung davon reichte irgendwie von Rosamunde Pilcher mit Vampiren bis hin zu Twilight…ich hatte also nicht wirklich eine Vorstellung, was mich erwartet. Das Buch umfasst 450 Seiten und ist sowohl als Printausgabe, als auch als E-Book erhältlich.

Klappentext*

„Weißt du, wie lang ich schon nach dir suche? Wie viele Jahrhunderte? Du bist meine Frau.“

Alisha ahnt während der Party zu ihrem 18. Geburtstag nicht, dass die Worte des mysteriösen Unbekannten mehr Wahrheit beinhalten als sie glauben will.
Als Alisha am nächsten Tag mithilfe ihres geheimnissvollen Exfreundes David nur knapp einem Überfall entkommt, spürt sie, dass nichts mehr so sein wird, wie es war. Welche Rolle spielt David, der sie verletzt in das Haus ihres Großvaters bringt, und was versucht er vor ihr zu verbergen?
Noch weiß Alisha nicht, welch übermächtiger Feind ihr nach dem Leben trachtet, welch düstere Geheimnisse in den Schatten der Vergangenheit verborgen liegen.

Kritik

Der Einstige in die Geschichte ist mir persönlich schwer gefallen. Das lag aber vor allem daran, dass Liebesromane und Romantasy nicht zu meiner bevorzugten Literatur gehören. Gerade auf den ersten Seiten liegt darauf das Hauptaugenmerk, bevor die Geschichte durch Fantasyanteile und Action Fahrt auf nimmt. Im Verlauf der Story blicken immer wieder romantischen Szenen durch, was mir persönlich etwas zu viel des Guten ist, aber bei dem Genre darf man sich darüber wohl kaum beklagen, zumal ich es mir schlimmer  vorgestellt habe.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Besonders gefallen mir die vielen detailreichen Beschreibungen der Figuren. Dabei verwendet die Autorin die Ich-Erzählperspektive, die zwischen Alisha und David wechselt. Dadurch gelingt es ihr das Innenleben von beiden Personen gut darzustellen. So erlangt man viele Einblicke in ihre Gefühle und kann die Handlungen gut nachvollziehen.
Das Buch liest sich flüssig und man begegnet wenig fremdartigen Begriffen und Namen, was ich besser finde, als wenn man damit überhäuft wird. Dennoch habe ich mir an der ein oder andern Stelle gewünscht mehr über die Welt zu erfahren und mehr Details zu entdecken. Die Beschreibungen der Umgebung und Orte hätte durchaus ausführlicher sein können.
Beim Lesen ist mir relativ häufig  der Satz „er legte einen Arm um meine Mitte“ aufgefallen. Hier hätte man die häufig vorkommende Handlung abwechslungsreicher beschreiben könne oder auch immer mal wieder eine andere Geste einbauen können.

Die Charaktere sind toll und ebenso, wie die Welt sehr liebevoll ausgestellte. Aufgrund der Erzählperspektive fällt es natürlich schwer eine Bindung zu anderen Figuren außer Alisha und David aufzubauen. Ich konnte mich mit keinem der beiden so richtig anfreunden, hätte dafür gerne mehr über die ein oder andere Nebenfigur erfahren, da sie mir interessanter erscheint. Dennoch sind die Entscheidungen und Motive aller Figuren nachvollziehbar. Vor allem die Entwicklung der Protagonistin Alisha ist toll dargestellt.

Der Spannungsbogen des Buches gefällt mir sehr gut. So setzt sich zum Beispiel langsam das Puzzle zusammen in was für einer Welt bzw. Zukunftsszenario die Geschichte spielt. Gerade dies Welt hat mich doch sehr fasziniert. Das einzige was mich an diesem Setting verwundert ist, dass etliche Jahre später die Protagonistin andauernd Vergleich zu heute aktuell bekannten Werken zieht. Ich denke nicht, dass in 80 Jahren noch in dieser Häufigkeit auch Parallelen zu eher mittelmäßigen Filmen gezogen werden. Diese Vergleiche hat die Autorin in meinen Augen auch gar nicht nötig! Einige verwendete Motive wie „Dreiecksbeziehung“,  oder „Wiedergeburt der Persönlichkeiten Jahre später“, kamen mir aus verschiedenen anderen Werken bekannt vor. Dennoch hat es mich meistens nicht gelangweilt, da sie neu zusammen gesetzt wurden und die persönliche Note  der Autorin stets erkennbar war.

Fazit

Nachdem ich das Buch bisher nur als E-Book besitze, werde ich es mir auf jeden Fall noch selber kaufen und meinem Regal zuführen.  Die Einordnung des Buches bereitet mir Schwierigkeiten. Es ist weder High Fantasy, noch Dark Fantasy, noch Romantasy obwohl es aus allen drei Subgenres Elemente enthält. Somit ist für jeden Liebhaber aus einem der angesprochenen Genres etwas gegeben. Für mich überwiegen die Stärken des Buches, vor allem des Erzählstiles der Autorin. Dennoch wird es bei meiner Bewertung etwas Opfer seines Genremix. Mir sind die romantischen Szenen, gerade am Anfang etwas zu ausufernd und langatmig. Wem dies gefällt, der wird das Buch toll finden. Bei mir reicht es dadurch aber (nur) für 3 von 5 Punkten.

 

*Quelle: Talawah Verlag

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