Scrivener – Schreibprogramm für Autoren

Bereits kurz nach dem Entschluss ein eigenes Buch zu Schreiben habe ich begonnen nach einer Software zu suchen, die mich dabei unterstützt. Natürlich bestand zunächst die Idee es einfach zu halten und das ganze in Word bzw. Pages zu schreiben. Doch schnell habe ich gemerkt wie nervend es ist gefühlte tausend Ordner und Dateien geöffnet zu haben und ständig hin und her zu springen. Auch eine Zusammenhängende Datei von 300 bis 500 Seiten wirkt unübersichtlich und erleichtert am Ende nicht das Überarbeiten. Also begab ich mich auf die Suche nach einer speziellen Software. Für mich sollten folgende Punkte möglichst erfüllt sein:

  • Verfügbar für Mac
  • Synchronisation mit iPad, wenn möglich sogar eine iPad App
  • Strukturierung in einzelne Kapitel möglich
  • Verwaltung weiterer Daten für Recherche und Notizen
  • Übersichtlichkeit
  • Exportfunktion für PDF und E-Book-Formate
  • Nicht zu teuer

Natürlich hört sich das wie die eierlegende Wollmilchsau an. Dennoch bin ich fündig geworden bei dem Program Scrivener. Auch wenn nicht alles zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt ist, hat es meinen Alltag doch stark vereinfacht. Das Programm ist sowohl für Mac als auch Windows verfügbar. Zudem ist momentan eine iPad Version in Entwicklung. Allerdings kann ich auch ohne diese App bereits die einzelnen Dateien synchronisieren mit dem iPad und daran unterwegs arbeiten. Ich habe die Möglichkeiten mein Werk in einzelne Kapitel, Szenen oder noch kleiner zu Unterteilen und es beim Export zusammenzufügen. Dabei werden zahlreiche Formate unterstützt. Genauso hilft mir das Programm meine gesamten Rechercheergebnisse und auch alles anderen Dinge zu Verwalten ohne ein zweites Programm aufzumachen. So ist alles in einem Programm und ich kann alles andere schließen und mich ganz auf das Arbeiten konzentrieren. Unschlagbar im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten ist der Preis. Für gerade mal 45 $ (für Studenten sogar noch etwas günstiger) gibt es diese wunderbare Software zu kaufen. Diesen Preis ist die Software aber auf jeden Fall wert. Mich begeistert vor allem auch das Design. Es wirkt klar und durchdacht. Einzig der große Umfang an Möglichkeiten macht es gerade Anfangs schwer sich zurechtzufinden. Zunächst habe ich mich verloren gefühlt. Aber man lernt schnell die grundlegenden Funktionen kennen und findet auch viele hilfreiche Tipps und Tricks im Internet.

Nachdem ich das Programm jetzt etwa ein Jahr benutze, kann ich nicht behaupten bereits alle Funktionen ausprobiert und gefunden zu haben. Dennoch habe ich schon einige Lieblings Aktionen gefunden. Doch zunächst möchte ich auf zwei Punkte eingehen, die das Programm momentan nicht bietet und ich mir für die Zukunft wünsche:

  • Zeitstrahl: Hilfreich, wenn man die zeitliche Abfolge seines Romans darstellen will oder auch für die Geschichte einer eigenen Welt. Es geht zwar auch in Tabellenform, aber ein Zeitstrahl würde mehr Komfort bedeuten.
  • iPad App: Auch wenn die Synchronisation einzelner Textdateien wunderbar funktioniert, eine eigene App würde das ganze noch einfacher machen. Natürlich ist sie schon in Arbeit, aber es gab wohl erhebliche Probleme mit abspringenden Entwickelten und somit hat sich dies immer weiter verzögert. Mittlerweile scheint aber ein Zeitplan zu stehen und die App in absehbarer Zeit verfügbar sein.

Doch nun zu meinen Lieblingsfunktionen.

  • geteilter Bildschirm: Ich kann zwei Textdateien nebeneinander oder untereinander darstellen und diese vergleichen oder meine Stichpunkte neben die Datei, an der ich gerade Schreibe legen.
  • Counter und Ziele: Ich kann die Zeichen zählen lassen und für das gesamte Werk ein Ziel setzten und auch für jeden Tag. So verliert man nicht den Überblick, wie weit man schon ist und es ist ein tolles Gefühl, wenn man regelmäßig sein Ziel erreicht. Für die Arbeitsmoral sehr nützlich!
  • Etikett: Ich kann jeder Datei ein Etikett verpassen. Davon kann ich beliebig viele selbst erstellen und diese dann farbig hinterlegen. So kann ich zum Beispiel bei wechselnden Perspektivfiguren schnell erkennen, wo welche Perspektivfigur verwendet wird.
  • Status: Neben dem Etikett kann ich jeder Datei zusätzlich einen Status zuweisen. Von „To Do“ bis hin zur „5. Überarbeitung“ und „Fertig“ ist alles dabei. So kann man die einzelnen Schritte gut managen.
  • Struktur und Ordnung: Das Programm mag an manchen stellen etwas unübersichtlich sein, aber es bringt eine klasse Struktur in Ordnung in das eigene Projekt. Man kann Ordner anlegen, verschiedene Dateien zu Sammlungen zusammenfassen und noch vieles mehr. Soviel Übersicht ist ein großes Plus, vor allem, weil man alles nach den eigenen Bedürfnissen ordnen kann.
  • Snapshot: Bevor man überarbeitet, kann man einen Snapshot machen und so die Rohfassung, als auch die überarbeitet Fassung des Werkes behalten und sogar nebeneinander vergleichen. Das ist super und man kann auch mehrere Dateiversionen haben um so einen Vergleich zu haben. Besonders praktisch, wenn man mal eine Info zu viel Gestrichen hat und so nicht lange danach suchen muss.
  • Flexibilität: Trotz des großen Umfangs, kann man es gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen und dem Programm eine persönliche Note verleihen. Seine Einstellungen kann man dann auch als Formatvorlage speichern und so bei jedem neuen Projekt nutzen.

Zum Ende möchte ich noch anmerken, dass jeder Autor mit dem Mittel schreiben sollte, das ihm am besten unterstützt und womit er auch gut klar kommt. Es hilft nicht einen Porsche fahren zu wollen, wenn man ihn nicht beherrscht. Ein Programm wie Scrivener braucht einige Einarbeitungszeit um es sinnvoll nutzen zu können. Für mich hat sich das bisher aber gelohnt und ich will es nicht mehr missen.