Die Faszination Game of Thrones

Game of Thrones oder Das Lied von Eis und Feuer übt auf viele Menschen eine unheimliche Faszination aus. Es wird sehr häufig darüber diskutiert und Menschen, die einem Teile der Story spoilern werden verflucht. Ich möchte heute einen Blick hinter das Werk werfen. Was  macht die Faszination (für mich) aus? Betrachtet man die Serie, muss man natürlich zunächst einen Blick auf die Bücher werfen.

Schöpfer der Welt und der Geschichte ist George R. R. Martin. Momentan sind bereits fünf Bücher erschienen. In Deutschland werden diese üblicherweise nochmal aufgeteilt, sodass 10 Bände existieren. Ich muss gestehen, dass ich vor einiger Zeit mal den ersten Band gelesen habe. Ich bin aber nie richtig warm geworden mit dem Buch, da es mir aus zu vielen Perspektiven und Handlungssträngen besteht. Dennoch gibt es wunderbare Beschreibungen, vor allem die Charakterisierungen der Personen ist phänomenal. Dennoch habe ich nach Band 1 aufgehört mit dem lesen und mich dann auf die Serie gestürzt. Diese vereinfacht die Handlungen und versucht Schwerpunkte zu setzten, was es deutlich einfacher macht den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen. Es ist für mich kein Wunder, dass Martin immer noch länger für ein neues Buch braucht, denn es ist schwierig den Überblick zu behalten, bei so vielen Handlungen und Figuren. Deshalb werde ich mich größtenteils auf die Faszination der Serie beschränken, jedoch ohne auf konkrete Inhalte einzugehen.

Martin ist es gelungen eine gute Mischung aus dem Brechen von Konventionen des Fantasygenres und typischen Elementen desselben gelungen. So fehlt die klare Abgrenzung von Gut und Böse. Anders gesagt, die Figuren können jeden Augenblick die Seite wechseln nur um einen persönlichen Vorteil daraus zu ziehen. Es gibt Unmengen von Intrigen und Verrat. Dies wirkt sehr realistisch und man fiebert mit seiner Lieblingsfigur mit, egal auf welcher Seite sie gerade steht. Jedenfalls solange, bis sie sterben muss. Ein weiterer unkonventioneller Punkt. Leichen pflastern Martins Worte und dabei macht er nicht halt bei Hauptfiguren, im Gegenteil er scheint es zu lieben uns lieb gewonnenen Figuren ständig zu entreißen und dafür zwei weitere Figuren einzuführen. Dies übt auf mich eine unheimliche Faszination auf, da nicht von vornherein klar ist, der Held überlebt eh und das Böse wird am Ende niedergerungen. Daneben tummeln sich aber klassische Merkmale der Fantasy, große Schlachten, Drachen, sonderbare Wesen, Magie, wunderschöne Landschaften und natürlich auch verschiedene Sprachen und Religionen. Durch diese Mischung gelingt es Martin nicht nur klassisches Fantasypublikum anzusprechen sondern auch Menschen, denen dieses Genre normalerweise fremd ist.

Ein weiterer Punkt sind die tollen Bilder und Effekte. Gedreht wird an Orten überall auf der Welt um den verschiedensten Klimazonen gerecht zu werden. Die wunderschönen Plätze sind mit lieb zum Detail ausgesucht worden und passen für mich perfekt in die Welt. Daneben wird mit moderner Technik und internationalem Know-How gearbeitet, für die Effekte ist zum Beispiel eine Firma aus Stuttgart zuständig.

Ebenso wie die Macht der Bilder baut man auch auf die Wirkung von Musik. Der Titelsong gehört zu meinen absoluten Lieblingsstücken aus Fantastereien und-filmen. Dieser schafft es, allein durch den Klang, Westeros vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. Doch auch sonst gehört die musikalische Untermalung zu dem besten, was es momentan gibt.

Natürlich dürfen auch nicht die guten Rollenbesetzungen fehlen. Ich finde viele Rollen sind gut besetz, vor allem hat man ein paar neue Gesichter kennen lernen dürfen und musste nicht zu viele tausendmal gesehene erneut „ertragen“. Den Machern ist eine gute Mischung aus Nachwuchs- und erfahrenen Schauspielern gelungen, die die Vielfalt der Charaktere gut widerspiegeln können.

Insgesamt kann man sagen, dass das gesamte Team einen sehr guten Job macht. Vieles geht natürlich auch über Social Media und Marketing. Doch hier setzten dann auch die Fans ein, die man nicht planen kann. Aber die Faszination dieser Serie macht für ich auch zu einem Teil die Fanbasis aus. Es ist schön zu sehen, wie man darüber diskutiert und sich freut auf die neuen Staffeln. Nicht zuletzt Barack Obama trägt seinen Teil dazu bei, wenn öffentliche wird, dass er die Staffel vorab sehen will. Der Hype könnte aber dann schnell zum Problem werden, wenn die hohe Qualität, die bisher gezeigt wurde nachlässt. Schnell könnte man enttäuscht werden. Mich würde es jedoch mehr enttäuschen, wenn mann alle Prinzipien aufgibt um mit jeder Staffel um jeden Preis noch effektvoller und bildgewaltiger wird. Dies hat für mich schon einige Filmreihen „zerstört“. Ich hoffe der Spagat gelingt den Machern!

Wenn alle Stricke reisen, habe ich aber eine Bitte: Tyrion Lennister soll überleben, denn er ist meine Lieblingsfigur aus Game of Thrones!

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