Subgenres der Fantasy

Letzte Woche habe ich mich dem Thema gewidmet, was Fantasy eigentlich ist. Bereits in der Einleitung habe ich darauf hingewiesen, dass sich Fantasy noch in recht viele Subgenres unterteilen lässt. Dies möchte ich heute etwas näher beleuchten, indem ich wichtige Subgenres vorstelle.

High Fantasy

Für mich die klassische Form von Fantasy. Durch Herr der Ringe wurde sie einem Millionenpublikum bekannt. Geprägt wird sie häufig durch eine fantastische Welt, die am Mittelalter angelehnt ist. In dieser tummeln sich die verschiedensten Völker wie Menschen, Elben, Oder, Orks,… . Teilweise wird für einige Völker eine eigene Kulturgeschichte mit Religion und Sprache entworfen und mit in die Erzählung verwoben. Kern des Plots ist oft der Krieg zwischen verschiedenen Völkern oder die Beseitigung einer übernatürlichen Bedrohung für die freie Welt. Dabei umfasst der Konflikt die gesamte Welt und betrifft somit jedes dort lebende Wesen. Oft ist die Gute und Böse Seite eindeutig zu identifizieren und man begleitet den Helden auf seiner langen Reise. Diese ist von der Entwicklung des Helden, Gefahren, Aufgaben und Schlachten geprägt. Das Böse wirkt anfangs oft übermächtig und wendet Magie an. Oft wird die High Fantasy auch als Epic Fantasy bezeichnet. Dies ist auf die oft sehr langen Geschichten, oft auch in mehrere Bücher unterteilt, zurückzuführen. Fast schon typisch ist hierbei eine Trilogie. Klassische Vertreter sind Herr der Ringe, Eragon und Das Lied von Eis und Feuer.

Sword & Sorcery

Sword & Sorcery, auch Low Fantasy oder Heroic Fantasy genannt unterscheidet sich nicht groß von der High Fantasy, was das Setting der Welt betrifft. Auch hier stoßen wir meist auf eine feudale Mittelalterwelt. Der Konflikt umfasst aber nicht die gesamte Welt. Hauptaugenmerk liegt auf einem Protagonisten der im klassischen Fall entweder ein Krieger (Sword) oder ein Magier (Sorcery) ist. Im Gegensatz zur Heroic Fantasy findet man hier häufig einen Ich-Erzähler, da der Held im Mittelpunkt steht. In früheren Werken erfüllt der Protagonist oft ein sehr stereotypisches Rollenbild, wie zum Beispiel der leicht reizbare und um sich schlagende Barbar, der sich mit Hilfe seines Schwertes durch die Welt kämpft. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile auch Autoren, die sich trauen ihren Helden neue Nuancen zu geben. Die Helden müssen keine idealisierten Siegertypen mehr darstellen sondern auch an sich selbstzweifelnde und gebrochene Persönlichkeiten sein. Dies bringt eine deutlich größere Vielfalt in dieses Genre. Der Stilbildende Vertreter ist die Conan-Reihe.

Dark Fantasy

Dark Fantasy, auch Vampir Fantasy oder Mystery, weißt einige Überschneidungen zum Horror auf. So kommen meist dunkle Kreaturen wie Werwölfe, Vampire oder Dämonen vor. Im Gegensatz zum Horror übernehmen aber hier häufig diese dunklen Gestallten die Rolle des Protagonisten oder spielen eine große Rolle und sind nicht nur für Grlßelmomente zuständig. Die Geschichte spielt in einer nahezu realen Welt. Spätestens seit den Erfolgen der Biss-Reihe und ihrer Verfilmung ist dieses Genre eine Goldgrube für Verlage geworden. Freude der Mythos der Vampire und Werwölfe, sowie ihr oft besungener Kampf als natürliche Feinde bietet fast Unmengen an möglichen Szenarien für einen Konflikt. Dank unsterblicher Kreaturen können Autoren hier vermehrt zu Rückblenden greifen. Neben der bereits oben erwähnten Biss-Reihe gehört auch der Dunkle-Turm-Zyklus von Stephen King in die Dark Fantasy.

Urban Fantasy

Merkmal der Urban Fantasy ist, dass sie im Gegensatz zu High und Low Fantasy einen klaren Realitätsbezug aufweist. Häufig spielt die Geschichte in unserer Gegenwart in einer Großstadt, woher sich auch der Name ableitet. Der Protagonist scheint meist eine zufällig aus der Gesellschaft ausgewählte Person zu sein. Im Laufe der Geschichte wird der Held in die Fantastische und für die meisten Menschen verborgene Welt hineingezogen was zu einem Konflikt führt. Anfangs kommt er damit noch nicht gut klar. Im Laufe der Geschichte gewöhnt erst ich meist an diese neuen Erkenntnisse. Neben der Verschmelzung von Realer und Fantastischer Welt können sich diese Welten auch nur berühren und ein Übergang ist durch ein Portal möglich. Bekanntester Vertreter ist die Reihe Chroniken der Unterwelt.

Historische Fantasy

Historische Fantasy weißt große Parallelen zur Urban Fantasy auf. Der größte Unterschied besteht aber, dass sie nicht in der Gegenwart spielt, sondern in der Vergangenheit. Oftmals werden historische Konflikte über eine Fantasykomponente ergänzt. Hier ist besonders eine genaue Recherche gefragt um den Historischen Hintergrund korrekt abbilden zu können. Allerdings bleibt dem Autor die Freiheit einige Dinge abzuwandeln oder zu verändern. Gerade für magische Komponenten bietet die Historische Fantasy mehr Ansatzpunkte, da in der Vergangenheit Mythen und Religion noch eine größere Rolle gespielt haben. Bekannter Vertreter ist die Reihe Die Feuerreiter Ihrer Majestät.

All Age Fantasy

All Age Fantasy stellt kein richtiges Subgenre dar. All Age Fantasy bezeichnet vielmehr die Zielgruppe eines Buches. Somit können wir Alle Age Fantasy in jedem der oben vorgestellten Genres, vielleicht mit Ausnahme der Dark Fantasy, finden. Die Werke werden für eine Zielgruppe geschrieben, aber dann so beliebt und erfolgreich, dass sie von Lesern sämtlicher Altersstufen gelesen werden. Da ein Buch für Erwachsene häufig über brutale oder erotische Szenen verfügt, die für Jugendliche ungeeignet sind, schaffen meist Jugendbücher den Sprung zu einem All Age Fantasywerk . Bekanntester Vertreter dürfte Harry Potter sein.

Natürlich gibt es noch viele weitere Subgenres. In meinen Augen habe ich aber die Wichtigsten kurz vorgestellt. Dennoch seien kurz noch ein paar weiter Subgenres wenigsten namentlich vorgestellt. In der Romantasy steht eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Die Humoristische Fantasy punktet mit Humor und hat das Ziel den Leser zum Lachen zu bringen. Pseudodokumentationen bezeichnen fiktive Sachbücher mit fantastischem Inhalt. Da die Liste wohl noch unendlich erweiterbar ist, möchte ich mich mit den nun genannten Namen begnügen.